Tiefflugaktion: 59-Jähriger muss blechen

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Bayern - In gerade einmal 20 Metern Höhe, flog ein 59-jähriger Pilot über den Starnberger See und erschreckte dabei zahlreiche Passanten. Nun bekam der Mann eine saftige Geldstrafe.

Wenig Verständnis für Tiefflugaktionen von Luftfahrzeugen zeigt das Luftamt Südbayern der Regierung von Oberbayern. Für das massive Unterschreiten der Mindestflughöhe verhängte die Luftfahrtbehörde in einem besonders dreisten Fall am Starnberger See ein Bußgeld von 2.000 Euro. Pech für den Piloten, dass die Tiefflüge auf Foto und Video festgehalten worden waren. Es war deshalb ein Leichtes, die Verstöße nachzuweisen. Der Bescheid ist zwischenzeitlich rechtskräftig. Der 59-jährige Pilot hatte im Rahmen des Ordnungswidrigkeitenverfahrens keine Äußerung abgegeben.

An einen drohenden Flugzeugabsturz glaubten Mitglieder der Wasserwacht und Badegäste, als sie an einem Sonntag im Juli ein einmotoriges Flugzeug im Tiefflug über dem Starnberger See beobachteten. Von Seeshaupt kommend war das Flugzeug in etwa 20 Metern Höhe über der Seefläche in Richtung Feldafing geflogen, hatte dann abgedreht und den Seebereich nach Osten verlassen. Kurze Zeit später erschreckte dasselbe Flugzeug Badende in den Isarauen bei Geretsried. Auch hier war die Maschine im extremen Tiefflug unterwegs. Zeugen gaben an, dass sie das gleiche Geschehen bereits an Tagen vorher beobachtet hätten.

Aktuell geltende Vorschriften zu den Flughöhen:

Motorgetriebene Luftfahrzeuge müssen bei Überlandflügen eine Höhe von mindestens 600 m über Grund oder Wasser einhalten. Um einen Überlandflug handelt es sich dann, wenn der Flug über die Umgebung des Startflugplatzes hinausführt.

Von der Überlandflughöhe darf nur abgewichen werden, wenn:

  • das Wetter eine Flughöhe von 600 m nicht zulässt (z.B. tiefe Wolkenuntergrenze)
  • die Luftraumstruktur eine geringere Höhe erfordert oder
  • der Pilot durch die Deutsche Flugsicherung GmbH eine geringere Flughöhe zugewiesen bekommt.

Im beschriebenen Fall waren diese Voraussetzungen von der Überlandflughöhe abzuweichen, nicht gegeben. Auf jeden Fall ist jedoch immer die Sicherheitsmindesthöhe einzuhalten. Diese beträgt über bebautem Gebiet 300 Meter und über unbebautem Gebiet und Wasser 150 Meter.

Pressemitteilung Regierung Oberbayern

Rubriklistenbild: © picture-alliance / dpa

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