Staatsanwaltschaft nach Freispruch ohne neuen Ansatz

Traunreuter Rentner-Mörder noch immer unter uns

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Aufnahme von der Spurensicherung im Mai 2014 vor der Wohnung am Traunreuter St.-Georgs-Platz.
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Traunreut - Zuerst Schläge gegen den Kopf, dann 24 Messerstiche: Im Mai 2014 wurde ein Rentner in Traunreut brutal ermordet - nach dem Freispruch des Angeklagten tappt die Staatsanwaltschaft weiter im Dunkeln.

Insgesamt zwölf Verhandlungstage sollten einen damals 25-jährigen Niedersachsen überführen: Die Staatsanwaltschaft warf ihm vor, im Mai 2014 einen 61-jährigen Traunreuter in seiner Wohnung am St.-Georgs-Platz brutal ermordet zu haben. Am Ende gab es kaum gesicherte Beweise, das Landgericht Traunstein sprach den jungen Mann frei. Im Sommer vergangenen Jahres scheiterte die Traunsteiner Staatsanwaltschaft dann auch mit ihrer Revision

Staatsanwaltschaft hat keine neuen Spuren

Der Rentner-Mörder von Traunreut ist also noch immer unter uns. Auf Nachfrage von chiemgau24.de gibt auch die Staatsanwaltschaft zu: "In diesem Ermittlungskomplex haben sich keine neuen Ermittlungsansätze ergeben." 

Der angeklagte Niedersachse wurde im Juni 2015 freigesprochen.

Mindestens fünf Tage lang lag der Traunreuter damals tot in seiner Wohnung. Nachbarn wurden bereits durch die Tür auf einen Verwesungsgeruch aufmerksam. Nachdem die Feuerwehr am 17. Mai 2014 die Tür seiner Wohnung aufbrach, entdeckten sie die Leiche, bedeckt von mehreren Kleidungsstücken unter dem Waschbecken. Die Kriminalpolizei stellte an dem Rentner Schläge gegen den Kopf fest, nach seiner Bewusstlosigkeit wurde 24 Mal auf den Mann eingestochen.

So geschickt ging der Täter vor

An der Jacke und auf einer Flasche mit Essigessenz in der Wohnung des Opfers wurde schließlich die DNA des damals 26-jährigen Niedersachsen gefunden - ein Bekannter des Rentners.  "Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass er die Flasche bei seinem Besuch achtlos angefasst hat", so der damals vorsitzende Richter Erich Fuchs in seiner Urteilsbegründung am 26. Juni 2015. 

Der Mörder des Rentners war nach der Tat so gewieft, dass er das Messer bei 60 Grad in der Waschmaschine wusch - die DNA waren somit verschwunden. Auch die weiteren Spuren in der Wohnung des Rentners wurden beseitigt: Die Zimmer wurden gewischt und anschließend mit Kaffeepulver, Mehl und Zucker förmlich eingedeckt.

Ob für diese grausame Tat nochmal jemand zur Rechenschaft gezogen wird?

Video und Fotos aus dem Archiv

Spurensicherung in Traunreut

Polizeieinsatz in Traunreut

xe

Quelle: chiemgau24.de

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