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Verfolgungsjagd mit Hubschrauber und 30 Streifenwagen

300 Kilometer Amokfahrt quer durch Bayern: Polizei stoppt Raser (53) mit Warnschuss

300 Kilometer Amokfahrt quer durch Bayern
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Ein Zivilfahrzeug der Polizei, dass der Raser auf seiner Flucht gerammt hat.

Am Samstag, 19. Juni, verfolgte die Polizei einen 53-jährigen Autofahrer quer durch Bayern. Bei seiner Amokfahrt beschädigte der Mann einige Autos und gefährdete viele Verkehrsteilnehmer. Erst ein Warnschuss konnte den Raser stoppen.

Die Pressemitteilung im Wortlaut

Bayern - Gegen 6.30 Uhr nahm am Samstag, 19. Juni, eine fast 300 Kilometer lange Verfolgungsfahrt durch drei Regierungsbezirke ihren Anfang.

Bereich München – Berg am Laim, Brunnthal, BAB A99

Kurz vor halb sieben Uhr morgens bemerkten zwei Verkehrsteilnehmer in ihrem Renault Kleintransporter auf dem Innsbrucker Ring in München einen VW Tiguan mit Erbacher Kennzeichen. Der Fahrer hatte an seinem Fahrzeug ständig die Warnblinker an und betätigte immer wieder die Hupe. Nachdem an einer roten Ampel die Fahrzeuge anhielten, erkundigen sich die beiden Insassen des Renaults, ob es Probleme gäbe. Der Fahrer des Tiguan stieg aus, legte einen Stein auf die Motorhaube und fuhr anschließend in Richtung Autobahn A8.

Etwa eine Stunde später meldete sich ein BMW-Fahrer aus dem Raum Bad Tölz telefonisch bei der Polizei, dass er kurz zuvor von dem Fahrer eines VW-Tiguans im Bereich Hohenbrunn mit Erbacher Kennzeichen durch dichtes Auffahren und mit Lichthupe zum Fahrstreifenwechsel genötigt worden sei. Nach dem Überholvorgang scherte der Fahrer so knapp vor ihm ein, dass nur noch durch eine Vollbremsung einen Zusammenstoß verhindern werden konnte. Der VW-Fahrer setzte anschließend seine Fahrt in Richtung Norden fort.

Bereich Freising, BAB A92

Gegen 7.40 Uhr erstattete der Fahrer eines BMW Anzeige bei der Polizei Landshut gegen den Fahrer des VW-Tiguan. Der BMW-Fahrer überholte mit rund 180 km/h mehrere Lkw, als sich der VW-Fahrer von hinten mit Lichthupe auf ca. 10 Meter Abstand näherte. Nachdem der BMW-Fahrer seinen Überholvorgang beendet hat, wechselte er auf den rechten Fahrstreifen, im Anschluss scherte der Fahrer des VW sehr knapp vor ihm ein und bremste das Fahrzeug auf etwa 140 km/h herunter. Um einen Zusammenstoß zu verhindern, musste der BMW-Fahrer auf den linken Fahrstreifen ausweichen.

Anschließend fuhr der VW-Fahrer in der Mitte der beiden Fahrstreifen und warf Gegenstände, vermutlich kleine Würfel oder Nägel, auf die Fahrbahn. An dem BMW entstand ein Schaden von rund 1500 Euro.

Bereich Landshut, Eching, BAB A92

Kurz vor acht Uhr ist es dann auf der Autobahn A92 auf Höhe Moosburg-Nord, die Autobahn ist dort aufgrund einer Baustelle derzeit nur einspurig befahrbar, zu einem weiteren Zwischenfall mit dem Erbacher VW gekommen. Im Baustellenbereich fuhr der Fahrer ohne ersichtlichen Grund zunächst sehr dicht auf einen vorausfahrenden Mercedes aus dem Raum Ebersberg auf und im weiteren Verlauf stieß er in das Heck des Mercedes.

Bei dem Unfall wurde glücklicherweise niemand verletzt. Am Mercedes entstand Sachschaden von rund 5.000 Euro. Nach dem Zusammenstoß öffnete die Beifahrerin des Mercedes die Türe, diese wurde kurzerhand von dem VW-Fahrer weggefahren. Nachdem der VW noch eine Leitplanke touchierte, setzte er seine Fahrt in Richtung Deggendorf fort.

Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Niederbayern leitet umfangreichreiche Fahndungsmaßnahmen ein

Unmittelbar nach dem Verkehrsunfall auf der A92 leitete und koordinierte die Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Niederbayern unter Beteiligung der benachbarten Einsatzzentralen umfangreiche Fahndungsmaßnahmen. Eine entsprechende Warnmeldung an die Verkehrsteilnehmer wurde ebenfalls ausgesteuert.

Bereich Regensburg, Burgweinting, BAB A3, Hohenfels – Flüchtiger fährt mit rund 100 km/h über Weizenfeld

Rund eine Stunde später meldete eine Verkehrsteilnehmerin ein Fahrzeug, dass mit einem Frontschaden auf der A3 in Richtung Regensburg fährt. Kurze Zeit später wurde das Fahrzeug, nach dem bereits gefahndet wurde, auf Höhe der Anschlussstelle Burgweinting von einer Streife der Verkehrspolizeiinspektion Regensburg Richtung Norden fahrend festgestellt. Der Fahrer gestikulierte der Streife und beschleunigte anschließend auf bis zu 170 km/h. Hierbei wechselte er mehrfach unkontrolliert die beiden Fahrstreifen und überholte andere Fahrzeuge auch mehrmals auf dem Seitenstreifen. Dabei schnitt er immer wieder andere Pkw- sowie Lkw-Fahrer und wollte das Streifenfahrzeug durch ständige Bremsmanöver zu einem Unfall provozieren.

Auf Höhe der Anschlussstelle Universität und dem Autobahnkreuz Regensburg bremste der Tiguan-Fahrer auf der rechten Fahrspur bis zum Stillstand ab und blieb kurze Zeit auf der Autobahn stehen, bis der nachfolgende Verkehr auflief, um sofort wieder bis auf über 200 km/h zu beschleunigen und mit eingeschalteten Warnblinkern seine Fahrt bis zur Anschlussstelle Laaber fortzusetzen. Bei dem dortigen Kreisel fuhr er mehrere Runden, um schließlich wieder auf die A3 Richtung Nürnberg einzufahren.

An der Anschlussstelle Beratzhausen verließ er die Autobahn und setzte seine Fahrt auf der Staatsstraße 2041 Richtung Kallmünz - trotz ständiger Anhalteversuche - fort. In der Ortschaft Grünschlag kollidierte er, mutmaßlich vorsätzlich, mit einem Streifenfahrzeug der Nittendorfer Polizei, glücklicherweise wurde dabei niemand verletzt.

Am Einsatzfahrzeug entstand ein Schaden von mehreren Tausend Euro. Eine Streife der Verkehrspolizeiinspektion Regensburg verfolgte den Fahrer weiter, die Flucht ging nun mit über 100 km/h über ein Weizenfeld. In der Ortschaft Kleinmittersdorf verlor sich die Spur des Flüchtenden zunächst. Anwohner teilten der Polizei mit, dass der Fahrer Richtung Dinau bei Kallmünz gefahren sei.

Unterstützung aus der Luft – Polizeihubschrauber und rund 30 Streifenfahrzeuge im Einsatz

Zwischenzeitlich erhielten die Einsatzkräfte Unterstützung aus der Luft. Ein Polizeihubschrauber suchte das Gebiet im Bereich Dinau weiträumig ab und konnte das Fahrzeug schließlich in der Nähe des Ortsteiles Lauf im Gemeindebereich Hohenfels sichten.

Der Fahrer flüchtete erneut und durchbrach auf der Staatsstraße 2234 im Bereich Hohenfels/Marktstetten zunächst eine Fahrzeugsperre. Dabei kollidierte er mit einem querstehenden Zivilfahrzeug aus Amberg und schleudert anschließend über die Böschung. Auch bei diesem Unfall wurde glücklicherweise niemand verletzt.

Bei einem erneuten Fluchtversuch wurde der Fahrer, ein 53-jähriger Grieche aus dem hessischen Landkreis Erbach, nach Androhung des Schusswaffengebrauchs mittels eines Warnschusses, festgenommen.

Der Fahrer, der unverletzt blieb, wurde aufgrund seines psychischen Zustandes vorläufig in eine Fachklinik eingewiesen. Zwischenzeitlich erging auf Antrag der Staatsanwaltschaft Landshut ein vorläufiger Unterbringungsbefehl, u. a. wegen des dringenden Tatverdachts des Gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr.

An dem Einsatz waren neben einem Polizeihubschrauber zeitweise rund 30 Streifenfahrzeuge beteiligt. An zwei Streifenfahrzeugen entstand ein Gesamtschaden von rund 35.000 Euro, der VW-Tiguan des 53-Jährigen dürfte ein Totalschaden sein.

Zeugenaufruf der Autobahnpolizeistation Wörth a. d. Isar

Die zentrale Sachbearbeitung wurde zwischenzeitlich von der Autobahnpolizeistation Wörth a. d. Isar gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft Landshut übernommen.

Verkehrsteilnehmer, die am Samstag, 19. Juni, im Bereich der A99, A9, A92, A3, sowie im Bereich der Staatsstraße 2041 (Beratzhausen/Grünschlag) oder der Staatsstraße 2234 im Bereich Hohenfels/Marktstetten unterwegs waren und Angaben zur Fahrweise eines silbernen VW-Tiguans machen können oder selbst durch die Fahrweise gefährdet worden sind, möchten sich mit der Autobahnpolizeistation Wörth a. d. Isar, Tel. 08702/948299-0, in Verbindung

Gemeinsame Pressemeldung der Polizeipräsidien Oberbayern-Nord, Niederbayern und der Oberpfalz

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