Angeklagter belächelt Vorwürfe

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Traunstein - Mit 17 Messerstichen soll ein 47-Jähriger im Juli 2012 seine Lebensgefährtin getötet haben. Er reagierte auf die Vorwürfe der Polizei mit einem Lächeln.*Neu: Video*

Die Vorwürfe gegen den Angeklagten Mann aus Österreich wiegen schwer: Er soll am 8. Juli 2012 seine damalige Lebenspartnerin, eine 35-jährige Rumänin, in einem Waldstück bei Wimpasing brutal getötet haben. Bei der Obduktion der Leiche fanden die Rechtsmediziner der Universität München insgesamt 17 Messerstiche und Spuren von stumpfer Gewalteinwirkung im Halsbereich des Opfers.

Der Angeklagte muss sich nun seit Dienstagmorgen vor dem Schwurgericht Traunstein für die Tat verantworten. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Mann aus Eifersucht gehandelt hat.

Hintergründe der Tat

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Der Angeklagte soll die 35-Jährige am Sonntagabend, 8. Juli 2012, mit seinem Audi von der Arbeit abgeholt haben. Anschließend soll die Reise weitergegangen sein, in Richtung eines Parkplatzes in Oberösterreich, wo sich das Opfer mit seinem angeblichen Liebhaber treffen wollte. Dort kam sie aber nie an. Bei Vachendorf soll der Angeklagte mit der Rumänin von der Route abgekommen und in dem Waldstück bei Wimpasing gelandet sein. Dort habe es dann, laut Anklage, einen Streit gegeben, in dessen Verlauf der 47-Jährige ein Küchenmesser gezückt und die Frau schwer verletzt haben soll. Aufgrund des erheblichen Blutverlustes verstarb die 35-Jährige wenig später in dem Waldstück.

+++ UPDATE 14 Uhr +++

Nach der Aussage des Angeklagten ging es an die Beweisaufnahme. Dabei machten zunächst drei Polizeibeamte, die maßgeblich an den Ermittlungen im Fall der getöteten Rumänin beteiligt waren, ihre Angaben. Die Sachbearbeiterin sagte aus, dass die Polizei zunächst von einem Sexualdelikt ausgegangen sei. "Die Kleidung des Opfers war deutlich verrutscht. Allerdings konnten wir schnell feststellen, dass dies vom Schleifen des Körpers in den Wald verursacht worden sein musste", so die Beamtin. Die Polizei habe anschließend in Erfahrung gebracht, dass der Angeklagte sich bei einigen Verwandten Geld geliehen hatte, um in die Türkei zu fliehen. "Daraufhin wurde dann ein internationaler Haftbefehl gegen den Mann erlassen. Und kurz darauf wurde er dann in Rom verhaftet", erklärte die Sachbearbeiterin. Zudem sei bei der Vernehmung einer Nachbarin des Paares herausgekommen, dass der 47-Jährige seine Lebensgefährtin schon früher misshandelt haben soll. Der Angeklagte reagierte auf die Vorwürfe nur mit einem hämischen Grinsen.

Im Anschluss präsentierte die Sachverständige Dr. Katja Anslinger ihr Gutachten zu den DNA- und Blutspuren, die am Tatort und im Auto des Österreichers gefunden worden waren. Demnach konnten alle Spuren entweder dem Opfer oder dem Angeklagten zugeordnet werden.

+++ UPDATE 10.35 Uhr +++

Gleich am ersten Verhandlungstag hat der 47-jährige Angeklagte, ein Österreicher mit türkischen Wurzeln, ein weitreichendes Teilgeständins abgelegt. Lediglich den Vorsatz zur Tat räumte er nicht ein. Er sei mit dem Opfer am späten Abend des 8. Juli 2012 unterwegs vom Zillertal nach Salzburg gewesen. Grund für den Ausflug sei gewesen, dass die 35-Jährige ihrem angeblichen Cousin, einem rumänischen Lkw-Fahrer, Spielzeuge für ihren Sohn bringen wollte.

Doch nachdem sich der Angeklagte, zusammen mit seiner Lebensgefährtin, mehrmals verfahren hatte, sei die Situation eskaliert. Es kam zu einem Streitgespräch, in dessen Verlauf das Opfer dem 47-Jährigen gesagt habe, dass es gar nicht ihr Cousin sei, sondern ihr Geliebter, den sie im Urlaub kennengelernt habe. "Sie hat zu mir gesagt, dass sie nur mit mir gespielt hat," so der Angeklagte. Im weiteren Verlauf der Auseinandersetzung habe sie sich dann das Messer gegriffen, dass in der Ablage des Autos lag. Daraufhin habe er sie getreten und ihr anschließend das Messer abgenommen, als sie am Boden lag.

"Danach erinnere ich mich nicht mehr genau, was dann passiert ist. Ich weiß noch, dass ich mehrmals auf sie eingestochen habe", so der Angeklagte. Er wisse aber weder, dass es 17 Mal waren, noch dass er das Opfer anschließend in den Wald gezerrt habe. Er sei davon ausgegangen, dass er sie verletzt und nicht getötet habe. Erst bei seiner Festnahme habe er von ihrem Tod erfahren. "Ich wollte sie zu keinem Zeitpunkt töten", so der Angeklagte zum Schluss seiner Aussage.

Bilder und Video vom Tatort

Wimpasing: Fundort der Leiche

Polizeieinsatz zur Spurensicherung

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Quelle: chiemgau24.de

Rubriklistenbild: © ps

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