A8-Ausbau: Bundesministerium zu Tempolimit auf A8

"Für die A8 ist kein generelles Tempolimit vorgesehen"

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Landkreis - Der Vorschlag, sich den sechsspurigen Ausbau zu sparen und den wachsenden Verkehrsstrom über ein Tempolimit zu regeln, stößt beim Bundesministerium für Verkehr auf Ablehnung.

Braucht es auf der A8 ein Tempolimit? Diesen Vorschlag hat zum Beispiel die Grünen-Landtagsabgeordnete Gisela Sengl jüngst gemacht. Sie ist der Meinung, dass dies und der Anbau von Standspuren an die bestehende Autobahn auch genügen würde, um die Probleme auf der vielgenutzten Autobahn in den Griff zu bekommen. Einen sechsspurigen Ausbau plus Standstreifen, wie er momentan geplant wird, lehnt sie ab.

Diese Aussagen haben für Diskussionen gesorgt. Zuständig für den Ausbau ist federführend das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur in Berlin. Und das stellt klar: "Für die A8 München–Bundesgrenze ist weder im Bestand noch nach einem geplanten Ausbau ein generelles Tempolimit vorgesehen."

Sollte der Ausbau kommen, würden Anwohner sogar profitieren. "Um Anwohner von Straßen vor Verkehrslärm zu schützen, werden in den Planungen für den Ausbau umfangreiche Lärmschutzmaßnahmen vorgesehen", heißt es. Derzeit sind viele Bereiche entlang der Trasse von München bis zur österreichischen Landesgrenze nahezu ungeschützt dem Lärm der Fahrzeuge ausgesetzt.

Richtgeschwindigkeit auf deutschen Autobahnen ist 130 km/h

Des weiteren stellt das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur fest, dass Autobahnen in Deutschland zu den sichersten Straßen der Welt zählen. Obwohl auf ihnen etwa 33 Prozent der Gesamtfahrleistungen erbracht werden, ereignen sich dort lediglich knapp sieben Prozent der Unfälle mit Personenschaden. "Eine generelle Geschwindigkeitsbeschränkung auf deutschen Autobahnen wird seitens des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur daher nicht verfolgt", heißt es.

Deutschland ist jedoch eines von fünf Ländern auf der Erde, die kein Tempolimit auf der Autobahn haben. Die anderen Länder sind Afghanistan, Burundi, Nepal, Nordkorea und Somalia. Dort ist die Infrastruktur jedoch meist derart miserabel, dass hohe Geschwindigkeiten sowieso nicht möglich sind.

Weitere Informationen

In Deutschland gibt es lediglich eine empfohlene Richtgeschwindigkeit. Diese ist in der Verordnung über eine allgemeine Richtgeschwindigkeit auf Autobahnen und ähnlichen Straßen verankert und beträgt 130 km/h. Laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung wird dieses Tempo im Durchschnitt auch nur geringfügig überschritten. Zum einen fährt nur etwa ein Drittel aller Autofahrer schneller als 130 km/h. Zum anderen ist fast die Hälfte der deutschen Autobahntrassen ohnehin bereits durch ein Tempolimit reguliert.

Länder können Tempolimits einführen

Diese Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen können situativ - entweder dauerhaft, zum Beispiel an Gefahrenstellen, oder temporär, zum Beispiel bei schlechten Wetterverhältnissen, Unfällen oder ähnlichem - angeordnet werden. Bei der Anordnung dieser straßenverkehrsrechtlichen Maßnahmen handelt es sich um die Durchführung der Straßenverkehrsordnung. Die Zuständigkeit dafür liegt bei den Straßenverkehrsbehörden der Länder, erklärt das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur.

ksl

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