Zeitumstellung eine Stunde nach vorn *Mit Voting*

Jetzt gilt wieder Sommerzeit: Smarte Idee für mehr Sonnenstunden oder veraltetes Relikt?

Zeitumstellung (Symbolbild)
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Zeitumstellung (Symbolbild).

Berlin/Landkreis - Es war wieder so weit: In der Nacht auf Sonntag (28. März) wurden die Uhren eine Stunde vorgestellt. Zumindest was die Uhrzeit angeht, ist damit seit den frühen Morgenstunden Sommer.

Update, 28. März:

Um 2 Uhr war es wieder einmal so weit: Zu diesem Zeitpunkt in der Nacht wurden die Uhren um eine Stunde auf 3 Uhr nach vorne gestellt. Die Menschen „verloren“ quasi eine Stunde. Die Sommerzeit gilt in Deutschland nun bis Ende Oktober. Dann folgt dasselbe Spiel wieder - allerdings in die andere Richtung.

Die Erstmeldung:

Längere Tage und kürzere Nächte: In der wärmeren Jahreshälfte geht die Sonne in den hiesigen Breitengraden früher auf und später unter. Für das Sommerhalbjahr werden die Uhren in Deutschland eine Stunde vorgestellt.

Am letzten Sonntag im März beginnt die Sommerzeit im mitteleuropäischen Raum. Sie gilt bis zum letzten Sonntag im Oktober. Jeweils wird um 2 Uhr im Frühjahr eine Stunde auf 3 Uhr gestellt und im Herbst von 3 Uhr auf 2 Uhr. In Deutschland gilt diese Regelung seit 1980. Einfach ausgedrückt ging es darum, abends erst eine Stunde später das Licht einschalten zu müssen. Das Tageslicht sollte länger genutzt werden können.

Vor- und Nachteile der Regelung

Wie auch das englischsprachige Pendant der Sommerzeit - die „daylight saving time“ - nahelegt, ist also eine der grundlegenden Ideen dieser Regulierung, die Nutzung des Lichts. Geht die Sonne beispielsweise nach Winterzeit um 21 Uhr unter, ist der Sonnenuntergang mit der Sommerzeit erst um 22 Uhr. Für den Morgen gerechnet bedeutet das: Da die Sonne früher aufgeht, soll die Zeitverschiebung um eine Stunde nach hinten einen längeren Schlaf, ohne von der Sonne geweckt zu werden, ermöglichen.

Der mit dem Tageslicht zusammenhängende Biorhythmus des Menschen wird gerne sowohl als Vor- als auch als Nachteil angeführt. Einerseits wird oft argumentiert, mehr verfügbare Freizeit am Abend während des Tageslichts, würde die Produktivität und Motivation steigern. Andererseits wird auch gemahnt, dass die Umstellung von Winter- auf Sommerzeit und umgekehrt, den Biorhythmus stark aus dem Gleichgewicht bringen soll. Als Folge werden im Negativbeispiel schwindende Produktivität, erhöhtes Herzinfarktrisiko und schwankende Hormonspiegel über einen Zeitraum von bis zu viereinhalb Monaten angeführt.

Dass die Uhrzeit vom einen auf den anderen Tag umgestellt wird, wirkt sich auf viele Bereiche des Lebens aus. So reichen die Effekte von verspäteten Zügen und Kühen, die aufgrund neuer Melkzeiten weniger Milch geben, bis hin zu Arbeitenden in der Nachtschicht, die mit einer Stunde weniger rechnen müssen.

Warum keine einheitliche ganzjährige Zeit?

Die Sommerzeit hat geschichtlich gesehen nicht den bestmöglichen Ruf. Sie wurde vor ihrer erneuten Einführung 1980 bereits beginnend mit den Jahren 1916 und 1940 zwischenzeitlich während der beiden Weltkriege verordnet. Die Begründung war dabei immer dieselbe: Energiesparen durch kürzere Beleuchtungsdauer.

Die Entscheidung, wieder auf die Sommerzeitregelung zu wechseln kam in Westdeutschland im Übrigen erst, als Ostdeutschland bereit war, die Zeitrechnung ebenfalls umzusetzen. Unterschiedliche Zeitzonen innerhalb des Landes wollte man nicht. Aus einem ähnlichen Grund gestaltet sich eine Abschaffung der Sommerzeit oder der Winterzeit schwierig: Der Wechsel muss mit benachbarten Ländern abgesprochen werden, um von Land zu Land variierende Zeiten innerhalb der Zeitzonen zu vermeiden.

Nach einem Bericht der tagesschau stimmten bei einer europaweiten Online-Umfrage 80 Prozent der 4,5 Millionen Teilnehmern für die Abschaffung Zeitumstellung. Dabei soll es sich aber eben primär um Teilnehmer aus Deutschland gehandelt haben. Um einen „Flickenteppich“ der Uhrzeiten zu vermeiden, der besonders für Grenzpendler problematisch werden kann, müssten alle Länder an einem Strang ziehen. Derzeit scheint das allerdings nicht der Fall zu sein. Der Antrag am EU-Parlament scheiterte an der Uneinigkeit der EU-Länder in diesem Zusammenhang.

Ursprünglich war eine Abschaffung der Sommerzeit für den Oktober 2021 geplant. Die Planungen diesbezüglich liegen laut Medienberichten aber aktuell auf Eis. Im EU-Parlament schiebe man sich die Verantwortung über die geplanten Änderungen gegenseitig zu. Voraussichtlich wird die Regel deshalb noch länger bestehen bleiben bis man sich einig wird wird.

mda

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