Urteil am Traunsteiner Landgericht

Abgasskandal: Tuntenhausenerin gewinnt gegen VW

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Traunstein/Tuntenhausen - Sie hat geklagt und recht bekommen: Eine VW-Fahrerin erhält vom Konzern Schadenersatz, weil sie sich bei den Abgaswerten betrogen sieht.

Ein Schadenersatz in Höhe von über 5821 Euro, außerdem wird die Tuntenhausenerin von ihrer Darlehensverpflichtung von über 10.500 Euro befreit - so lautet das Urteil des Landgerichts Traunstein, wie uns das Anwaltsbüro Dr. Jürgen Klass mitteilt. Die Anschuldigung gegen den VW-Konzern lautete auf "Schadensersatzanspruch wegen eines manipulierten Dieselfahrzeugs". "Die richterliche Entscheidung war für VW ein Desaster", so der Anwalt gegenüber unserer Redaktion.

Die Klägerin aus Tuntenhausen kaufte ihren VW Tiguan im April 2017 für 18.500 Euro. Doch der Wagen war mit einer illegalen Abschalteinrichtung in der Motorsteuerung ausgerüstet, die Frau sah sich betrogen. Außerdem gab es nach dem Software-Update weitere massive Probleme, so Klass weiter. Im Urteil wurde auch festgehalten, dass die Tuntenhausenerin im Gegenzug ihr Auto an VW zurückgeben und eine Nutzungsgebühr für die gefahrenen Kilometer zahlen muss. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. 

"Aus meiner Sicht hat das vorliegende Urteil eine hohe Signalwirkung – nämlich, dass es sich lohnt, sein Recht einzuklagen. Aktuell sind vor den Landgerichten in Traunstein, Passau und München mehrere Dutzend Diesel-Verfahren anhängig", so Anwalt Jürgen Klass. Die Richter hätten inzwischen eingesehen, dass die Bürger stärker geschützt werden müssten. 

xe

Quelle: chiemgau24.de

Rubriklistenbild: © dpa Montage

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