Aufräumen nach der Abi-Feier - wer zahlt?

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Traunstein - Völlig ausgeartet ist eine Abi-Feier am Freitag. Die Schüler hinterließen dabei Müll und viele Glasscherben, die die Stadt entfernen musste. Wer zahlt jetzt?

Das Abi ist vorbei und natürlich wollen es die Schüler da mal richtig krachen lassen, am liebsten mit einer großen Party. Die Traunsteiner Abiturienten feierten auf einer Kiesbank hinter den Schrebergärten an der Traun und verursachten dabei neben einer Menge Lärm auch eine Menge Müll. Beinahe die gesamte Kiesbank war mit den Hinterlassenschaften der feierwütigen Meute übersäht, darunter auch viele zerbrochene Flaschen.

 Die Polizei musste eingreifen und die Party beenden. Die angetroffenen Schüler mussten aufräumen. Damit war jedoch die Sache längst nicht erledigt. Denn obwohl die Abiturienten einen Teil des Mülls entfernten, blieb einiges liegen, insbesondere die Glasscherben.

Die Stadt Traunstein beauftragte darum den Bauhof, die Schweinerei zu beseitigen. "Fünf Männer haben teilweise händisch die Scherben aus dem Kies geklaubt, damit sich in Zukunft niemand daran verletzen kann", berichtet die Pressesprecherin der Stadt, Carola Westermeier. Die Fünf seien gemeinsam elfeinhalb Stunden im Einsatz gewesen. Bei den Reinigungsarbeiten entstanden Kosten von 600 bis 700 Euro – für die Arbeitsleistung und die Müllentsorgung.

Darum leitet die Stadt als Konsequenz jetzt ein Ordnungswidrigkeitsverfahren ein, um nicht auf den Kosten sitzenzubleiben. Das Geld einzutreiben wird aber nicht ganz einfach. "Zwar hat die Polizei von einigen Schülern die Personalien aufgenommen, aber die haben da ja nicht allein gefeiert", erklärt Westermeier. Sie für den Müll der 200 bis 300 feiernden Schüler verantwortlich zu machen, sei daher nicht fair. "Wir werden daher an die Schulen herantreten und versuchen, auf die Schüler einzuwirken. Wir wollen ihnen erklären, welch hohe Kosten durch die Party entstanden sind", so die Pressesprecherin.

Trotzdem dürfen die Schüler auch künftig auf der Kiesbank feiern. "Die Stadt kann und will das nicht verbieten", betont Westermeier. Einerseits würden die Flüsse dem Freistaat gehören, da habe die Stadt nur Einflussmöglichkeiten, wenn eine Gefährdung bestehe. Andererseits sei ja nichts dagegen einzuwenden, dass die Schüler dort feiern "solange das Ganze im Rahmen bleibt". Bereits vor einem Jahr hatte die Stadt darum das Gespräch mit den Vertrauenslehrern und den Schülermitverwaltungen der einzelnen Schulen gesucht. Die Botschaft: feiern ja, aber mit entsprechenden Regeln. Das bedeutet nicht zu laut, keine Glasscherben und den Müll wieder mit nach Hause nehmen. Heuer hat das leider nicht geklappt, darum will die Stadt erneut an die Schulen herantreten und ein Gespräch zu dem Thema führen – in der Hoffnung, dass die nächste Feier besser verläuft.

ra

Quelle: chiemgau24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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