Ärzte in Bayern streiken weiter

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Mit dem Ärztestreik will der Marburger Bund seine Forderung nach fünf Prozent mehr Gehalt und mehr Geld für Bereitschaftsdienste der Ärzte durchsetzen.

München - Patienten müssen auch weiterhin Geduld haben: Die Ärzte an städtischen Krankenhäusern in Bayern streiken weiter für mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen.

Mehrere tausend Mediziner legten auch am Dienstag die Arbeit nieder, wie der Geschäftsführer des Marburger Bundes Bayern, Klaus-Martin Bauer, berichtete. Die Notfallversorgung in den mehr als 200 kommunalen Kliniken im Freistaat sei sichergestellt. Termine von Patienten, bei denen keine medizinische Dringlichkeit bestehe, würden jedoch verschoben. “Es ist tatsächlich im Moment auf Notfallbehandlung reduziert. Die Krankenhäuser laufen mit reduziertem Programm.“

Die Streikenden bereiten sich derzeit auf die nächste bundesweite Demonstration am Donnerstag in Stuttgart vor. “Wir bestellen schon fleißig Busse“, sagte Bauer. Am Montag waren Mediziner aus ganz Deutschland in München auf die Straße gegangen. Die Gewerkschaft verlangt 5 Prozent mehr Gehalt. Die Arbeitgeber hatten zuletzt 2,9 Prozent mehr Geld für 33 Monate bei höheren Vergütungen für Bereitschaftsdienste vorgeschlagen. Das seien 0,73 Prozent im Jahr, rechnete Bauer vor. Das sei nicht einmal ein Inflationsausgleich. Es gehe aber nicht nur um Geld. Der Schwerpunkt der Forderungen liege auf den Bereitschaftsdiensten und den ungünstigen Zeiten, betonte Bauer.

Die Tarifverhandlungen für die bundesweit etwa 55 000 Ärzte an den kommunalen Krankenhäusern waren Anfang April gescheitert. In einer Urabstimmung hatten daraufhin 93 Prozent der Mitglieder des Marburger Bundes für den Ausstand gestimmt. Am Freitag will die Gewerkschaft über eine Fortsetzung des Arbeitskampfes entscheiden. “Ich kann im Moment noch nichts sagen“, betonte Bauer. In einzelnen Kliniken gebe es Signale, auf die Gewerkschaft zuzugehen, nicht jedoch seitens der Vereinigung kommunaler Arbeitgeber (VKA). “Auf der organisierten Ebene ist derzeit noch Funkstille.“

dpa

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