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Ärzte-Protest: Patienten müssen Geduld zeigen

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Vor verschlossenen Türen stehen die Patienten bei den Bayerischen Hausärztenbei der Streikaktion zwei Tage lang.

München - “Wir schließen unsere Praxis zur Warnung am 26./27. August 2010“ - so steht es derzeit an tausenden Praxistüren im Freistaat geschrieben. Die Hausärzte kämpfen für den Erhalt zusätzlicher Einnahmen - ihre Patenten müssen Geduld beweisen.

Viele Patienten in Bayern stehen für zwei Tage vor verschlossenen Arztpraxen: Tausende Hausärzte protestieren seit Donnerstag mit Praxisschließungen gegen die Sparpolitik von Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP). Der Vorsitzende des Bayerischen Hausärzteverbandes, Wolfgang Hoppenthaller, ging am Donnerstag davon aus, dass sich zwischen 5000 und 6000 Hausärzte an dem Protest beteiligen und bis Freitag ihre Praxen zu machen.

Rösler kritisierte die Aktion und betonte, er habe dafür kein Verständnis. Die Mediziner kritisieren Röslers Plan, Sondervergütungen für Hausarztverträge zu kürzen. Viele Ärzte im Freistaat sehen deshalb sogar ihre Existenz bedroht.

Die CSU steht hinter den Ärzten. Rösler sagte dagegen in der ARD: “Ich habe kein Verständnis dafür, wenn die Forderungen der Funktionäre auf dem Rücken der Patientinnen und Patienten ausgetragen werden.“ Zudem seien gerade die bayerischen Hausarztverträge von den Maßnahmen und Planungen der Bundesregierung gar nicht betroffen. “Es geht darum, die zusätzlichen Honorarsteigerungen ein Stück weit zu begrenzen“, erklärte Rösler. “Wir gehen davon aus, dass trotzdem noch mehr Geld für die hausarztzentrierte Vergütung zur Verfügung stehen wird. Aber eben nicht mehr eine Milliarde Euro, sondern vielleicht nur 500 Millionen Euro zusätzlich ­ also trotzdem Honorarsteigerungen“, betonte er.

Hoppenthaller verteidigte die zweitägigen Praxisschließungen. Er warf Rösler eine “Vernebelungstaktik“ vor, wenn dieser behaupte, bestehende Hausarztverträge seien gesichert. Es werde wohl keine Krankenkasse solche Verträge verlängern und die Leistung der Hausärzte damit höher honorieren, wenn die Verpflichtung dazu wegfalle, sagte Hoppenthaller der Nachrichtenagentur dpa. Der Vertrag mit der AOK Bayern beispielsweise laufe Ende 2011 aus. Er rief Rösler auf, auf die geplante Kürzung der finanziellen Mittel für die Hausarztverträge zu verzichten. Zudem verlangte er eine Garantie, dass die Verträge auf absehbare Zeit nicht angetastet werden. Rösler betonte aber, in Zeiten, in denen im Gesundheitssystem von allen Beteiligten viel abverlangt werde, könne man keine spezielle Arztgruppe von den Einsparungen ausnehmen.

“Ich bin für die Patientinnen und Patienten in Deutschland verantwortlich und das Geld der Versicherten“, sagte der Bundesgesundheitsminister. “Und da muss ich eben darauf achten, dass es sinnvoll ausgegeben wird. Und zwar nicht nur für einen Verband, sondern für die Versorgung aller.“ Kritik an den zweitägigen Praxisschließungen kam auch von den Krankenkassen. Die SPD stellte sich dagegen hinter die Hausärzte.

dpa

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