Unterschiedliche Regelungen in der Region

Allerheiligen trotz Corona? Das ist der aktuelle Stand

Landkreis – Die Zahl der Corona-Neuinfektionen steigen auch in unserer Region. Dabei werden zudem strengere Maßnahmen in den Landkreisen beschlossen. Doch inwieweit betrifft das auch Allerheiligen am kommenden Sonntag? 

Vielerorts schalten die Corona-Ampel auf rot oder sogar „dunkelrot“. Im Grunde bedeutet diese Entwicklung steigende Corona-Neuinfektionen und Einschränkungen für die Bevölkerung. Eine Feier in gewohnter Form ist an Allerheiligen daher in diesem Jahr nicht überall möglich. Je nach regionaler Entwicklung des Infektionsgeschehens und den staatlichen Vorgaben sind entsprechende Schutzmaßnahmen zu treffen.

Allerheiligen trotz Corona? Unterschiedliche Regelungen in der Region

„Wir befinden uns weiter in sehr herausfordernden Zeiten. Es ist klar, dass wir hier als Kirche für die Menschen da sein wollen. Dafür setzen wir uns ein.“, betont Christoph Klingan, Generalvikar des Erzbischofs von München und Freising, gegenüber innsalzach24.de. Gerade an den besonders geprägten Tagen wie Allerheiligen sei es Auftrag, den Menschen Trost und Hoffnung zu spenden mit der Botschaft des Glaubens.

Vieles sei möglich, wenn die allgemeinen Grundregeln und Bestimmungen des Infektionsschutzes beachtet würden. Gräbersegnungen und Andachten auf den Friedhöfen könnten zu Allerheiligen stattfinden, so nicht aufgrund der Entwicklung der Infektionszahlen vor Ort kommunale Regelungen entgegenstehen. Auch Weihwasser und Weihrauch könnten eingesetzt werden.

Keine Beschränkung der Teilnehmerzahl für Gottesdienste

Wie das Erzbistum München erklärt, ist die generelle Beschränkung der Teilnehmerzahl für Gottesdienste im Freien nach Gesprächen mit der Bayerischen Staatsregierung mit Blick auf Allerheiligen aufgehoben worden. Wenn es aufgrund der örtlichen Gegebenheiten nicht möglich ist, dass die allgemeinen Abstandsregeln eingehalten werden können, müssen Masken getragen werden. Auf breiten Wegen dürfte ein Umgang zur Gräbersegnung unter Einhaltung des Mindestabstands aber möglich sein, gegebenenfalls kann die Situation auch durch mehrere kürzere Andachten statt einer längeren entzerrt werden.

„Uns ist wichtig, aufzuzeigen, was möglich ist, damit die Pfarreien das kirchliche Leben auch an den bevorstehenden Feiertagen in guter, den Umständen entsprechend verantwortungsvoller Weise gestalten können. Im Detail wird vieles natürlich von den örtlichen Gegebenheiten abhängen“, erklärt Generalvikar Klingan. Auch habe man für die Pfarreien eine Vorlage mit einem Segensgebet vorbereitet, das die Gläubigen selbst am Grab ihrer Verstorbenen sprechen könnten.

Gedenkfeier mit Gebet, Predigt und Musik entfällt in Berchtesgaden

In Berchtesgaden etwa wird die Segnung der Gräber im Rahmen einer liturgischen Feier stattfinden, jedoch zu einem nicht veröffentlichten Zeitpunkt, um größere Menschenansammlungen zu vermeiden. Die übliche Gedenkfeier mit Gebet, Predigt und Musik entfällt.

Für viele Familien und Angehörige ist es wichtig, das Grab in diesen Tagen aufzusuchen und ihrer Verstorbenen zu gedenken. Der Pfarrverband bietet dazu eine Gottesdienstvorlage für eine Andacht am Grab an. Die Vorlage steht als Download auf der Homepage zur Verfügung, ist aber auch in gedruckter Form an den Schriftenständen der Kirchen vor Ort zur Mitnahme ausgelegt.

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Aktuelle Entwicklung muss abgewartet werden - Gottesdienst per Livestream

Sollte das Infektionsgeschehen in bestimmten Gegenden zunehmen, kann in ähnlicher Weise verfahren werden. Die Erzdiözese München und Freising orientiert sich bei der Gestaltung von Schutzkonzepten an den aktuellen Absprachen mit der Bayerischen Staatsregierung und rechtlichen Vorgaben der zuständigen Stellen des Freistaats. Infektionen zu vermeiden habe höchste Priorität.

Für alle, denen ein Gang ans Grab zu unsicher ist, gibt es digitale Angebote wie die täglich stattfindenden Gottesdienst-Streams aus dem Münchner Liebfrauendom geben. An Allerseelen, Montag, 2. November, feiert Kardinal Reinhard Marx um 17.30 Uhr ein Pontifikalrequiem für die verstorbenen Erzbischöfe und Bischöfe. Dabei wird die Gräbersegnung aus der Domkrypta übertragen.

Für die Gläubigen heißt es wohl zunächst die aktuelle Entwicklung abzuwarten. Eine genaue Aussage, wie Allerheiligen in diesem Jahr in den einzelnen Landkreisen gestalten werden kann, wird man wohl erst sehr kurzfristig entscheiden können.

jz

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