Belastung durch Chemikalien

PFOA für Kinder gefährlicher als bisher gedacht

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Landkreis Altötting - Die Chemikalien PFOA und PFOS sind für Kinder und alte Menschen gefährlicher als bisher angenommen. Das ergab nun eine Stellungnahme des Bayerischen Umweltministeriums. 

Die Chemikalien PFOA und PFOS sind seit geraumer Zeit ein Thema in der Region. Sie gelten als gesundheitsgefährdend, unter anderem als krebserregend. Vor allem im Landkreis Altötting macht man sich um die Belastung in Wasser und Boden Sorgen. 

Gerade für Kinder sind die Chemikalien wohl gefährlicher, als man bisher angenommen hat, berichtet der Bayerische Rundfunk. Der SPD-Landtagsabgeordnete Florian von Brunn stellte kürzlich eine Anfrage an das Bayerische Umweltministerium, dessen Antwort nun öffentlich gemacht wurde. 

Der Stoff PFOA war im Rahmen der Herstellung im Raum Altötting in Trinkwasser und Boden geraten. Seit ungefähr einem Jahr werden nun die gesundheitlichen Konsequenzen von PFOA und PFOS als höher eingestuft als noch in den Jahren davor. Womöglich sind sie krebserregend, auch könnten sie die Fruchtbarkeit von Menschen beeinträchtigen. Insbesondere Kinder und ältere Menschen seien betroffen, falls sie überdurchschnittlich viele belastete Lebensmittel konsumieren, so die Antwort des Umweltministeriums. Dennoch sei es kurzfristig tolerierbar, wenn man die empfohlene Menge überschreite - solange der Wert rasch wieder zurückgehe. 

Erst im August hatte die Generalstaatsanwaltschaft die Einstellung der Ermittlung im Zusammenhang mit der Nutzung von PFOA durch die Industrie bei Altötting bestätigt. Der Einsatz war verwaltungsrechtlich genehmigt gewesen, weshalb keine Strafbarkeit der Entscheidungsträger des Chemieunternehmens vorlag, begründete die Staatsanwaltschaft ihre Entscheidung damals. 

Was ist PFOA?

Die Chemikalie PFOA (Perfluoroctansäure) ist eine fluorierte synthetische Säure, die zahlreiche Anwendungen in der Industrie findet. Sie gehört zu der Stoffgruppe der perfluorierten Carbonsäuren innerhalb der perfluorierten Tenside.

Die Brunnen von Kastl und die von Alt- und Neuötting und Winhöring im Öttinger Forst waren Ende 2016 von Netz genommen worden, weil sie das Trinkwasser verunreinigt hatte. 

Ende Juli dann begannen die Arbeiten für eine Wasseraktivkohleanlage für Burgkirchen und Kast, sowie Altötting und Neuötting.

jv

Quelle: innsalzach24.de

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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