Ex-THW-Ortschef gesteht Drogendeal

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Die beiden Angeklagten kurz vor Beginn des Prozesses am Montag.

Altötting - Mit der Uniform zum Drogendeal: Seit heute stehen zwei ehemalige Funktionäre des THW Altötting vor Gericht. Jetzt ist ein erstes Urteil gefallen.

Zwei ehemalige Funktionäre des Technischen Hilfswerks (THW) müssen sich ab dem heutigen Montag vor dem Schöffengericht in Altötting verantworten. Ihnen wird Drogenschmuggel und -verkauf vorgeworfen.

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Bei den Angeklagten handelt es sich um den ehemaligen Ortsgruppenleiter, dem elf Fälle vorgehalten werden, und seinen Stellvertreter, der sich in 41 Fällen verantworten muss. Besonders skandalös: Zum Drogendealen sollen die beiden Angeklagten mitunter mit den THW-Dienstfahrzeugen zu den vereinbarten Treffpunkten gekommen sein.

Die ganze Sache flog im Juli 2012 auf, als ein 22-jähriger Tüßlinger die beiden in einem anderen Prozess schwer mit seinen Aussagen belastete. Er sagte damals aus, dass die beiden angeklagten THW-Funktionäre mit Dienstfahrzeug und Uniform zur Drogenübergabe erschienen waren.

Urteil gegen ehemaligen Ortsgruppenleiter

Am späten Vormittag ist ein erstes Urteil gefallen: Der ehemalige Ortsgruppenleiter legte ein umfassendes Geständnis ab. Weil seine Taten als minderschwer gewertet wurden, wurde er zu eineinhalb Jahren Gefängnis auf Bewährung verurteilt. Die Bewährungszeit wurde auf drei Jahre festgesetzt. Der Angeklagte muss den Betrag von 1200 Euro als Geldstrafe an die Fachambulanz für Suchtkranke in Altötting zahlen. Außerdem muss er sich Drogenscreenings unterziehen. 

Sein Verteidiger sagte: "Mein Mandant bedauert zutiefst, dass das Ansehen des THW in Mitleidenschaft gezogen wurde. Ihm ist klar geworden, dass Uniform und Fahrzeug nicht mit derartigen Taten in Zusammenhang stehen dürfen."

Der Angeklagte wurde beschuldigt, zusammen mit seinem Kollegen 500 Gramm Marihuana gehandelt zu haben. Die Drogen wurden zum Teil mit Dienstfahrzeugen von Österreich nach Deutschland gebracht, wobei die Angeklagten auch THW-Uniformen trugen. Außerdem soll er in zehn weiteren Fällen Amphetamine für den Eigenkonsum erworben haben.

Das Schöffengericht stufte den Fall als minderschwer ein, da der Mann noch keine Vorstrafen hatte, es sich um weiche Drogen handelte und er seit einiger Zeit nachweislich drogenfrei lebt.

Das Verfahren gegen den Hauptangeklagten wurde zunächst vertagt. Sein Anwalt hatte kurzfristig sein Mandat niedergelegt, sein neuer Anwalt braucht nun erst Zeit, sich in den Fall einzuarbeiten.

red is24

Quelle: innsalzach24.de

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