Er saß schon 13 seiner 34 Lebensjahre ein

Freilassinger "Dauerhäftling" wieder verurteilt: "Kann so nicht weitermachen"

Laufen/Ainring - Genau an jenem Tag, als er seine sechste Haftstrafe absaß und wieder frei kam wurde ein erst 34-jähriger Freilassinger schon wieder straffällig - am Montag folgte das nächste verheerende Urteil.

Allein die Liste der jüngsten Taten, die am Montag am Laufener Amtsgericht verhandelt wurden, war schon wieder lang: Ein 34-jähriger Freilassinger wurde verurteilt wegen Körperverletzung, versuchter gefährlicher Körperverletzung, einem tätlichen Angriff auf Vollstreckungsbeamte, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Beleidigung und Bedrohung - und all das "schaffte" der Angeklagte genau am ersten Tag in Freiheit nach seiner jüngsten Haft, dem 20. März 2019.


Der Freilassinger mit deutsch-österreichischer Staatsangehörigkeit muss nun für weitere zwei Jahre und neun Monate im Gefängnis bleiben. Es wird die siebte Haftstrafe des 34-Jährigen. In seinem verhältnismäßig jungen Leben saß der Mann bis dato schon 13 Jahre hinter Gittern - die fünf Monate mitgerechnet, in denen er sich während seines jüngsten Gefängnisaufenthalts im oberösterreichischen Ried auf der Flucht befand.

Reihenweise Straftaten gleich am Tag der Haftentlassung

Was war passiert an jenem 20. März? Zuerst schlug er mit einer fast leeren Whiskeyflasche in Freilassing nach einem erst 13-jährigen Buben. Eine halbe Stunde später, gegen 16.30 Uhr, wollte ihn die Polizei in Ainring festnehmen - dort habe er sich von Anfang an nicht nur unkooperativ verhalten, sondern habe in einem ruhigen Moment auch Polizisten gestoßen und wurde danach gefesselt. "Mein Mandant hat davor einen halben Liter Whiskey getrunken, war aber durch den Gefängnisaufenthalt keinen Alkohol mehr gewöhnt", so seine Anwältin.


Auf der Wache der Freilassinger Polizei schlug der 34-Jährige dann mit dem Kopf so lange gegen das Zellengitter, bis man ihn ins Wasserburger Inn-Salzach-Klinikum fuhr. Dort angekommen beschimpfte der Mann eine Reihe von Mitarbeiterinnen als "Fotze", "Hure" und "Schlampe" - später bekamen auch noch die Polizeibeamten aus Freilassing seinen Zorn zu spüren: "Bullenschweine!" Gegen die Fixierung wehrte sich der Mann heftig, spuckte dabei mehrfach gezielt in die Gesichter der Umstehenden und trat um sich. Dem Klinikpersonal drohte er außerdem mit dem Umbringen und Vergewaltigen. 

Seine Drogenkarriere begann schon im Alter von elf Jahren

"So kann ich nicht weitermachen", bewertete der Angeklagte vor Gericht seine eigene Situation. Mit elf Jahren kam der Freilassinger das erste Mal in Berührung mit Marihuana, mit 13 dann Amphetamine und Kokain, mit 19 Heroin. Er ist drogenabhängig, das Gericht ordnete eine Therapie in einer Entziehungsanstalt an. Mit 15 Jahren wurde der Angeklagte zum ersten Mal beim Klauen erwischt - in seiner "Karriere" folgten dann Verurteilungen wegen Einbruchs, Vergewaltigung, Drogenbesitz, schwerer räuberischer Erpressung, Körperverletzung oder Waffenbesitz

Angeklagt war der Freilassinger auch wegen Drogenhandels - doch die Beweislage vor Gericht war zu dünn: "Ja, sie sind selbst Konsument und wurden in Österreich auch schon wegen Rauschgifthandels verurteilt, aber die DNA-Spuren auf den Drogenpäckchen waren nicht eindeutig genug und in Chat-Verläufen konnten wir Ihnen auch nichts nachweisen", so das Gericht in der Urteilsbegründung. Die Aussagen einer Reihe von Zeugen brachten aber Einblicke, wie in Freilassing mit Drogen gehandelt wird - einen eigenen Artikel darüber lesen Sie am Dienstag auf BGLand24.de.

xe

Quelle: BGland24.de

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