Nach schwerem Aquaplaning-Unfall bei Anger

Keine Rettungsgasse auf A8: Retter müssen zu Fuß zu Opfern laufen

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Anger - Am Donnerstagabend sind bei einem Aquaplaning-Unfall mit vier beteiligten Fahrzeugen auf der regennassen A8 insgesamt fünf Männer verletzt worden - drei davon sogar schwer. Ärger gab es auch (mal wieder) wegen der Rettungsgasse:

Der Unfall ereignete sich kurz nach 18.30 Uhr in Fahrtrichtung Salzburg bergab auf Höhe des Angerer Bergs an der Unterführung zum Stoißberg. Den bisherigen Ermittlungen der Autobahnpolizei zufolge fuhr der Fahrer eines schwarzen VW-Passats aus Slowenien trotz der starken Regenfälle zu schnell bergab, verlor die Kontrolle über sein Fahrzeug, schleuderte über beide Fahrspuren und kollidierte letztendlich mit einem auf der rechten Fahrspur fahrenden silbernen Ford aus der Steiermark. Durch die Wucht des Aufpralls wurde dieses Fahrzeug nach vorne geschleudert und auf einen davor fahrenden weißen Dacia SUV aufgeschoben, der wiederum auf einen davor fahrenden Sattelzug geschleudert wurde.

Retter müssen zu Fuß zu Unfallstelle laufen

Die Leitstelle Traunstein schickte die Freiwillige Feuerwehr Teisendorf und den Löschzug Freidling sowie das Rote Kreuz mit insgesamt vier Rettungswagen aus Bad Reichenhall, Freilassing, Fridolfing und Teisendorf, zwei Notärzten aus Bad Reichenhall und Traunstein, dem Einsatzleiter und dem Traunsteiner Rettungshubschrauber „Christoph 14“ zum Unfallort, wobei der Pilot auf der A8 landen und die Fahrzeuge zum Teil über die Anschlussstelle Anger entgegen der Fahrtrichtung anfahren konnten, da die Autobahn in Richtung Salzburg komplett blockiert war. In Fahrtrichtung Salzburg standen die Fahrzeuge im Stau teilweise so eng, dass die Retter nicht bis zu den Patienten vorfahren und zu Fuß weitergehen mussten.

Insgesamt wurden bei dem Unfall fünf Menschen verletzt, drei davon schwerer. Auch bei der Abfahrt der Rettungsfahrzeuge, mit Patienten an Bord, gab es wieder massive Probleme. Die Feuerwehr musste die Unfallfahrzeuge so zur Seite schieben, dass die im Stau gefangenen Rettungswagen mit den Patienten durchfahren konnten

Schweres Durchkommen für Einsatzkräfte bei Unfall auf der A8 bei Anger

Beamte der Verkehrspolizeiinspektion Traunstein nahmen den genauen Hergang auf. Der Gesamtsachschaden beläuft sich ersten Schätzungen zufolge auf rund 32.000 Euro. Während der Rettungs- und Bergearbeiten war die A8 in Fahrtrichtung Salzburg rund eine Stunde lang komplett gesperrt, wodurch sich der restliche Verkehr etwa vier Kilometer weit zurückstaute.

Skandalöser Fall auch in Brandenburg

Skandalös war das Verhalten einiger Autofahrer auch vor einigen Tagen auf einer Autobahn in Brandenburg. Dort mussten die Rettungskräfte kilometerweit laufen, um den Einsatzort zu erreichen und zwei Schwerverletzte zu versorgen. Eine Rettungsgasse war völlig Fehlanzeige.

Bei Freising gab es nach einem Unfall auf der A92 jüngst auch ein sehr positives Beispiel in Sachen Rettungsgasse. Das THW postete anschließend ein entsprechendes Video und gab zu, völlig "baff" über diese vorbildliche Rettungsgasse gewesen zu sein

mw/BRK BGL

Quelle: BGland24.de

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