Notarzt platzt auf Twitter der Kragen

"Wenn man als Sanitäter um seine Gesundheit Angst haben muss" - schockierender Vorfall in Kelheim

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Kelheim - Regelmäßig werden Ersthelfer, Polizisten oder Mitarbeiter des Rettungsdienstes verbal und auch körperlich angegriffen. Ein erschreckender Vorfall in Kehlheim zeigt, wie niedrig die Hemmschwelle mittlerweile liegt. Einem Notarzt platzte deshalb auf Twitter der Kragen. 

Es war kurz nach 2 Uhr, als ein Notarzt und ein Rettungswagen im Landkreis Kelheim zu einer Silvesterparty gerufen wurde. Dort hatte ein stark alkoholisierter 28-Jähriger sowohl seine Ehefrau als auch den Hausherren attackiert und geschlagen. Als Rettungsdienst und Notarzt am Einsatzort waren, sollte der mittlerweile wieder teilweise ansprechbare Täter laut dem Leiter des BRK-Rettungsdienstes, Stephan Zieglmeier, auf eine Trage umgelagert werden, berichtet mittelbayerische.de

Dann eskalierte die Situation erneut. Der vermeintliche Patient griff die Rettungsdienstmitarbeiter und den Notarzt an. Schlug wild um sich - traf einen Helfer im Gesicht. In der Folge flüchteten die Ersthelfer in ihre Fahrzeuge. Der Täter verfolgte diese. Wollte eine Rettungssanitäterin aus dem Notarztwagen zerren. Schlug sogar mit einer Eisenstange die Heckscheibe des Wagens ein. Auch als die alarmierte Polizei am Ort des Geschehens eintraf, wollte sich der Mann nicht beruhigen und trat nach den Beamten. Diese konnten schlussendlich den Täter fixieren und in eine Klinik bringen. 

"Wenn ihr aber anfangt Einsatzkräfte anzugreifen reißt mir endgültig der Geduldsfaden"

Einem Notarzt ist genau deswegen auf Twitter der Kragen geplatzt, berichtet stern.de. Der Mitte 30-Jährige, der seit knapp zehn Jahren im Rettungsdienst arbeitet, kennt diese gefährlichen Situationen im Job und ist fassungslos. In einem bewegenden Post spricht er aus, was viele denken. 

Hier ein kleiner Auszug:

"Liebe Betrunkene (und sonstige) Gewalttätige, Langsam hab ich wegen euch echt die Schnauze voll!

Man fährt Nachts bei Wind und Wetter raus um euch zu helfen. Egal wem und aus welchem Grund. Wir sind die, die euch aus dem Dreck ziehen egal wie besoffen und vollgekotzt ihr seid.....

Dass ihr gegen medizinischen Rat aus Notaufnahmen und Krankenhäusern verschwindet, nur um wenig später wieder aufzuschlagen. Dass ihr uns beleidigt, ist eigentlich schon an der Tagesordnung.

Wenn ihr aber anfangt Einsatzkräfte anzugreifen reißt mir endgültig der Geduldsfaden.

Wenn man als Arzt, Pfleger, Sanitäter oder Feuerwehrmann Angst um seine eigene Gesundheit haben muss, nur weil man versucht euch zu helfen, dann läuft irgendetwas gewaltig schief. Ob die Gründe an der Verrohung der Gesellschaft oder anderswo liegen, weiß ich nicht....."

Den kompletten Tweet können Sie hier nachlesen:

Der Post ging innerhalb kürzester Zeit viral und findet viel Zuspruch. Menschen sind schockiert und drücken gleichzeitig ihre Dankbarkeit aus. So schreib ein User: "Es ist so traurig...mit welcher Absicht man ausrückt...und mit welchen Taten man begrüßt wird. Respektlos. Teilweise schon verachtend wird man beschimpft, angegriffen oder behindert. Gewalt gegen Einsatzkräfte kann nicht toleriert werden."

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