Betrugsvorwurf

Anklage bei Coburger Fleischskandal

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Coburg - 20.000 Kilo Fleisch, das für den menschlichen Verzehr nicht geeignet war, soll im Coburger Schlachthof  verkauft worden sein. Jetzt wurde Anklage erhoben.

Die Dimensionen im Coburger Fleischskandal sind riesig: Eine 4.800 Seiten lange Anklageschrift, 20.000 illegal verkauftes Fleisch und ein Schaden von fast einer Million Euro zeigen den Ausmaß des Skandals, der im Sommer vergangenen Jahres ans Licht gekommen ist. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen einen früheren Betriebsleiter erhoben. Ihm wird Betrug in 17 208 Fällen vorgeworfen. Dabei entstand ein Schaden von rund 930 000 Euro, wie der leitende Oberstaatsanwalt Anton Lohneis am Mittwoch mitteilte.

Mitangeklagt sind der ehemalige Schlachthofleiter und seine damals als amtliche Tierärztin am Schlachthof tätige Ehefrau wegen Beihilfe.

Keine Gesundheitsgefährdung

Den Ermittlungen zufolge soll der Ex-Betriebsleiter der Firma von 2008 bis 2012 seine Mitarbeiter beauftragt haben, für den menschlichen Verzehr ungeeignetes Rindfleisch an Metzger und Gastwirte zu verkaufen - mehr als 20 000 Kilo gelangten so auf die Teller der Verbraucher. Das Fleisch sei genussuntauglich, aber nicht gesundheitsgefährdend gewesen.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Hauptangeschuldigten auch vor, Landwirte und Viehhändler betrogen zu haben. Ihre Vergütung war abhängig vom Gewicht der geschlachteten Rinder. Um den Kaufpreis zu drücken, habe der Ex-Betriebsleiter angeordnet, noch vor dem Wiegen Fleisch zu entfernen.

Nach Bekanntwerden der Vorwürfe hatte die Stadt Coburg ihren Schlachthof im Sommer 2013 geschlossen.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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