Wirbel um SPD-Wahlkampfaktion 

AKK in Reihe mit Hitler und Mussolini - Junge Union Rosenheim fordert Distanzierung

+
Eine Aktion der Jusos in Kombination mit dem Post der SPD-Europaabgeordnete Maria Noichl sorgte für ordentlich Diskussionsbedarf.
  • schließen
  • Isabelle Skubatz
    Isabelle Skubatz
    schließen

Ansbach - Mit einer Wahlkampfaktion wollten die jungen Sozialdemokraten am Samstag Wähler animieren, bei der Europawahl in zwei Wochen auf die SPD zu setzen. Eine vermutlich lustig gemeinte Wahlkampf-Spielerei ging jedoch gewaltig nach hinten los. Die Junge Union fordert deshalb von SPD- Europaabgeordneten Maria Noichl eine deutliche Distanzierung.

Über eine durchaus fragwürdige Wahlkampfaktion der jungen Sozialdemokraten im bayerischen Ansbach wird heftig diskutiert. An einem Stand wurde Dosenwerfen angeboten. Soweit so gut. Jedoch war jede Dose mit dem Gesicht eines bekannten Politikers beklebt. So war neben den Diktatoren Hitler und Mussolini unter anderem Manfred Weber und Annegret Kramp-Karrenbauer abgebildet. Die CDU-Chefin AKK stand dabei nur zwei Dosen von Adolf Hitler entfernt.

SPD-Europaabgeordnete Maria Noichl hatte mehrere Bilder der, von der jungen Union als geschmacklos bezeichneten Wahlkampfaktion der Jusos auf ihrer eigenen Facebook-Seite gepostet und mit der Überschrift „Ein super Infostand der JUSO Ansbach. Danke! Ihr seid Spitze!“ versehen. (Der Facebook-Beitrag wurde mittlerweile gelöscht.)

Die Reaktionen vonseiten der Union ließen nicht lange auf sich warten. Unter anderem erklärte CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak der Deutschen Presse-Agentur: "Ich fordere die SPD-Führung auf, sich von solchen Aktionen sofort und klar zu distanzieren."

Junge Union fordert klare Distanzierung

Und auch die Junge Union Rosenheim Land fordert "von der SPD-Europaabgeordneten Maria Noichl eine klare Distanzierung sowie eine Entschuldigung für ihre Aussagen". 

Sie kritisieren diese Aktion und den entsprechenden Facebook-Post von Frau Noichl in einer Pressemeldung scharf.

Dort heißt es:

"Anstatt die geschichtsvergessene Aktion zu unterbinden, hat Noichl den makabren Auftritt freudig gelobt und wollte durch ihren Facebook-Post zu weiterer Aufmerksamkeit verhelfen. Nach einem regelrechten Shitstorm auf Facebook mit zahlreichen negativen Kommentaren hat Noichl das Bild mit den Dosen inzwischen gelöscht und kundgetan, dass sie „die Aktion falsch eingeschätzt habe“. 

Dem Kreisvorsitzenden der Jungen Union im Landkreis Rosenheim Matthias Eggerl geht das allerdings nicht weit genug. „Schlimm genug, dass Frau Noichl sich darüber freut, wenn Politiker mit menschenverachtenden Diktatoren auf eine Stufe gestellt werden. Noch schlimmer ist, dass sie nicht einmal die Größe besitzt, sich aufrichtig zu entschuldigen.“ Eggerl empfiehlt der SPD-Politikerin das nächste Mal nachzudenken, ob sie „Werfen auf Politiker und Diktatoren“ wirklich „Spitze“ findet.

"An Geschmacklosigkeit nicht zu überbieten"

Auch JU-Landesvorstandsmitglied Annette Resch hat kein Verständnis für solche Wahlkampfmanöver: „Wahlkampf bedeutet für uns inhaltliche Diskussion und sachliche Auseinandersetzung, um die besten Lösungen zu finden. Politiker mit Diktatoren in eine Reihe zu setzen, die für den Tod und das Verderben unzähliger Menschen verantwortlich sind, ist an Geschmacklosigkeit nicht zu überbieten!“ Eggerl und Resch hätten von einer Europaabgeordneten mehr erwartet: „Frau Noichl sollte sich für Europa einsetzen und nicht durch das Verbreiten einer solchen Aktion deren Botschaft unterstützen. Solche Hetze führt nur zu Politikverdrossenheit.“

Dem CDU-Bundestagsabgeordneten Matthias Hauer veröffentlichte dazu folgenden Tweet:

Noichl entschuldigt sich

Inzwischen hat sich die SPD-Europaabgeordnete Maria Noichl allerdings entschuldigt . „Ich habe das zu Recht viel kritisierte Bild nun gelöscht und entschuldige mich für die Aktion, die Menschen verletzt hat“ und weiter: „Der Titel über meinem Post bezog sich ausschließlich auf den unermüdlichen Einsatz der Jusos Ansbach bei Wind und Wetter im Europawahlkampf.“

Zurück zur Übersicht: Bayern

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT