Anschlag auf Passauer Polizeichef: War es die Neonazi-Gruppe?

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Nach dem Anschlag wieder im Dienst: Alois Mannichl.

Passau - Eigentlich war der Fall zu den Akten gelegt. Doch nun könnte der Anschlag auf den Passauer Polizeichef Alois Mannichl neu aufgerollt werden: Die Möglichkeit besteht, dass auch hier die Neonazi-Gruppe aktiv war.

Im Zusammenhang mit der Mordserie einer Neonazi-Gruppe wird der Anschlag auf den früheren Passauer Polizeichef Alois Mannichl 2008 möglicherweise bald neu untersucht. Das Landeskriminalamt (LKA) stelle sich darauf ein, eventuelle Bezüge des Falles zu der Mordserie an Ausländern zu prüfen, sagte ein LKA-Sprecher am Montag in München. Zuvor hatte der Bayerische Rundfunk darüber berichtet. Ob der Fall dann neu aufgerollt werden müsse, stehe noch nicht fest. “Momentan ist das überhaupt noch nicht abzuschätzen.“ Das LKA warte auf weitere Informationen des Bundeskriminalamtes.

Mannichl sagte am Montag, er wolle nicht spekulieren. “Damit würde ich nur die Arbeit der Kollegen erschweren.“ Das Landeskriminalamt hatte den Fall vorläufig zu den Akten gelegt. Der Täter wurde bis heute nicht gefasst.

Im Dezember 2008 war Mannichl an seiner Wohnhaustür in Fürstenzell nahe Passau niedergestochen und schwer verletzt worden.

Um den Fall gab es viele Spekulationen. Hinter der Tat wurde der Racheakt eines Neonazis vermutet, weil Mannichl mit seinen Beamten mehrfach gegen Aufmärsche von Rechtsextremisten vorgegangen war. Heute arbeitet er in leitender Funktion im Polizeipräsidium Niederbayern in Straubing.

dpa

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