Rosenheims Klaus Stöttner plaudert aus dem Nähkästchen

Wie arbeiten heimische Landtagsabgeordnete in Zeiten von Corona?

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Klaus Stöttner, Rosenheims Landtagsabgeordneter der CSU, zur Parlamentsarbeit in Zeiten der Corona-Krise. 

Rosenheim/München - Ein Millionenpaket, um die bayerische Wirtschaft zu stützen oder Ausgangsbeschränkungen. In der Corona-Krise handelt die Landesregierung im Eiltempo. Doch wie verändert das die Arbeit des Landtags? Der Rosenheimer Abgeordnete Klaus Stöttner erzählt wie seine Arbeit derzeit abläuft.

Nur ein Fünftel der Abgeordneten im Plenum, die meisten Parlamentarier und Mitarbeiter im Home-Office: Auch der Landtag befindet sich wegen der Corona-Pandemie im Krisenmodus. "Die persönlichen Begegnungen fehlen natürlich", sagt der Rosenheimer CSU-Abgeordnete Klaus Stöttner. rosenheim24.de hat ihn zu der Arbeit im Landtag befragt.


Klaus Stöttner im rosenheim24.de-Interview:

rosenheim24.de: Wie bekommt man die Krise im Landtag zu spüren?

Stöttner: Die Landtagsarbeit hat sich grundlegend verändert. Thematisch stehen natürlich aktuelle Fragen im Zusammenhang mit Corona im Vordergrund, es wird aber auch an anderen Themen weitergearbeitet. Es finden zwar keine Veranstaltungen etc. statt, die Arbeit ist allerdings eher mehr, da wir für viele Unternehmen und Selbständige Lösungen finden müssen.


rosenheim24.de: Wie läuft die Fraktionsarbeit?

Stöttner: Zwischen den Fraktionen im Landtag wurde wegen des Katastrophenfalls vereinbart, die Präsenzverpflichtung für die Plenarsitzungen auf ein Fünftel der Abgeordnetenzahl zu reduzieren. Es nehmen jeweils nur diejenigen Abgeordneten unserer Fraktion teil, die fachlich mit den Beratungsgegenständen befasst sind. Unsere Fraktion tagt derzeit nicht im eigenen Fraktionssaal, sondern im großen Plenarsaal des Landtages, sodass für ausreichend große Abstände gesorgt ist. Die Teilnahme an Fraktionssitzungen ist derzeit freiwillig. Weitere Sitzungen finden ebenfalls in großen Sälen mit ausreichend Mindestabstand für die Teilnehmer statt, meist gibt es die Möglichkeit, sich per Video zuschalten zu lassen.

rosenheim24.de: Gibt es in Ihrer Fraktion Corona-Fälle?

Stöttner: Im Landtag gibt es einzelne Fälle, in meinem direkten Umfeld allerdings nicht.

rosenheim24.de: Wie arbeiten Sie und Ihre Kollegen in Zeiten von Corona? Wird viel im Homeoffice gearbeitet? 

Stöttner: Ich verbringe die meiste Zeit alleine in meinem Stimmkreisbüro in Rosenheim. Täglich finden zahlreiche Telefonkonferenzen oder digitale Sitzungen statt. Als Tourismuspolitischer Sprecher der CSU-Landtagsfraktion und als Wirtschaftspolitiker bin ich derzeit sehr beschäftigt.

rosenheim24.de: Ist Homeoffice als Abgeordneter überhaupt möglich? Wenn ja, wie gut funktioniert das für Sie? 

Stöttner: Als Abgeordneter bin ich normalerweise täglich, auch am Wochenende und in den Ferien, sehr viel unterwegs. Alle Veranstaltungen, Termine und persönliche Gespräche mit den Bürgerinnen und Bürgern in meinem Stimmkreis sind derzeit abgesagt. Dennoch wird viel gearbeitet. Sitzungen und Gespräche finden online statt. Es wird wesentlich mehr telefoniert und per Email erledigt. Die persönlichen Begegnungen fehlen natürlich, aber es bleibt noch längere Zeit sehr wichtig, soziale Kontakte soweit wie möglich einzuschränken.

rosenheim24.de: Wie laufen Mitarbeitergespräche ab?

Stöttner: Mit meinen Mitarbeitern kommuniziere ich telefonisch oder per Email. Da ich ansonsten sehr viel auf Terminen und Sitzungen auswärts bin, ist das keine allzu große Umstellung. Ein Teil meiner Mitarbeiter hat bereits vor der Krise tageweise im Homeoffice gearbeitet.

rosenheim24.de: Wie gut funktioniert das mit der jetzt "erzwungenen" digitalen Arbeit unter Politikern generell?

Stöttner: Die Politik ist normalerweise geprägt von persönlichen Begegnungen, Diskussionen und Reden. Was derzeit passiert ist natürlich eine große Umstellung, aber es zeigt sich, dass das meiste auch so funktioniert. Ich freue mich auf die Zeit nach Corona, wenn wir wieder ein Stück weit Normalität haben, sich das Gesundheitssystem und die Wirtschaft hoffentlich wieder erholen konnten. Die derzeitige Phase ist aber auch ein stückweit lehrreich und schweißt unsere Gesellschaft zusammen. Ich bin dankbar und stolz, dass die Bürgerinnen und Bürger in Stadt und Landkreis Rosenheim so diszipliniert an die Vorgaben der Staatsregierung halten. Mein ausdrücklicher Dank gilt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Gesundheitswesen, in den Apotheken, Rettungskräften, Supermärkten, der Polizei und allen weiteren, die das Leben am Laufen halten.

jb

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