Arzt betrügt Kassen um 1,4 Millionen

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München - Wegen millionenschweren Betrugs von Krankenkassen muss sich seit Montag ein Arzt vor dem Münchner Landgericht verantworten.

Die Staatsanwaltschaft wirftdem Mann vor, in 2136 Fällen die Krankenkassen seiner Patienten durch falsche Angaben über deren Behandlung um mehr als 1,4 Millionen Euro geschädigt zu haben. Wegen millionenschweren Betrugs von Krankenkassen muss sich seit Montag ein Arzt vor dem Münchner Landgericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, in 2136 Fällen die Krankenkassen seiner Patienten durch falsche Angaben über deren Behandlung um mehr als 1,4 Millionen Euro geschädigt zu haben. Der 60-jährige Arzt mit Privatpraxis für bioenergetische Medizin und Naturheilverfahren bestritt die Vorwürfe bei Prozessauftakt. Laut Anklage hat der Arzt von 2000 bis 2005 seine Patienten mit der sogenannten Bioresonanztherapie behandelt, die von den Kassen nicht erstattet wird. Die Kosten habe er als Maßnahmen wie Akupunktur, Infiltration und Symptomuntersuchung abgerechnet. Letzteres bestritt der Mediziner nicht.

 Er habe in den Rechnungen “Analog-Nummern“ aus dem Katalog der erstattungsfähigen Therapien angegeben. “Das ist üblich“, sagte der Angeklagte. Den Patienten habe er einen “grünen Zettel mitgegeben, der auf die Bioresonanz hinwies“. Er sei davon ausgegangen, dass die Kassen Bescheid wüssten. Die Bioresonanz zählte nach Angaben der Staatsanwaltschaft “nicht zum Methodenspektrum der wissenschaftlichen Medizin“. Bei der Therapie werden den Patienten Elektroden angelegt. Die Behandlung wird unter anderem gegen Allergien und Entzündungen eingesetzt. Wissenschaftlichen Studien zufolge tritt bestenfalls ein Placeboeffekt ein. Echte Behandlungserfolge seien nicht zu beobachten. Die von dem Mediziner behandelten Kranken haben laut Anklage ahnungslos die Rechnungen zur Erstattung bei 51 Kassen und 13 Beihilfestellen eingereicht. Deren Mitarbeiter seien davon ausgegangen, dass die angegebenen Leistungen erbracht wurden und hätten die Auszahlung veranlasst.

Schließlich kam doch Argwohn auf. Privatdetektive wurden als Patienten in die Praxis des Angeklagten geschickt. Nach deren Angaben sagte der Arzt ihnen, dass die Kasse die Bioresonanz unter dieser Bezeichnung nicht erstatte und er deshalb eine analoge Behandlung in Rechnung stelle.

Rubriklistenbild: © dpa

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