500 Asylbewerber bis Jahresende?

Bringt Burghauser Unterkunft Entlastung?

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Auf dieser Kiesfläche am Holzfelder Weg in Burghausen, unmittelbar neben dem Bolzplatz, soll eine Unterkunft für 120-130 Asylbewerber errichtet werden.
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Burghausen - Die Asylbewerberzahlen steigen, entsprechend schwierig gestaltet sich die Suche nach geeigneten Unterkünften. Nun springt die Stadt Burghausen in die Bresche.

Im Juni dieses Jahres rechnete das Landratsamt Altötting damit, dass bis Jahresende 440 Asylbewerber im Landkreis untergebracht werden müssen. Inzwischen ist von weit höheren Zahlen auszugehen, Burghausens Bürgermeister Hans Steindl sprach unlängst von 500 Asylbewerbern. Auf Anfrage unserer Redaktion erklärte das Landratsamt, man gehe - im Vergleich zur Prognose von 440 Asylbewerbern - "von einer weitaus größeren Anzahl von unterzubringenden Personen bis zum Jahresende aus". Eine konkrete Zahl nannte die Behörde jedoch nicht. "Eine genaue Prognose ist derzeit nicht möglich und wäre rein spekulativ", so die Erläuterung des Landratsamts. Aufgrund der "weltweit herrschenden Krisen", rechnet das Landratsamt aber auch für das kommende Jahr "mit einer unverminderten Steigerung der Flüchtlingszahlen".

Unterkunft für bis zu 130 Flüchtlinge

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Für die Behörde ist und bleibt die Suche nach geeigneten Unterkünfte also eine Herausforderung. Ein Vorstoß der Stadt Burghausen könnte nun für ein wenig Entlastung sorgen. Auf einer Kiesfläche am Holzfelder Weg könnte schon bald eine Unterkunft entstehen - für 120 bis 130 Asylbewerber. "Wegen des derzeit und aufgrund der (wahrscheinlichen) Entwicklung der Flüchtlingszahlen weiterhin herrschenden Drucks auf den Landkreis, Unterbringungsmöglichkeiten für Leistungsberechtigte nach dem Asylbewerberleistungsgesetzes zur Verfügung zu stellen, begrüßen wir es sehr, dass eine größere Unterkunft in der größten Stadt des Landkreises geschaffen werden soll", so das Landratsamt zum Burghauser Vorhaben.

Dem Landratsamt zufolge sind die Städte Neuötting und Töging, sowie die Gemeinden Burgkirchen und Winhöring gegenwärtig stark in Anspruch genommen. Hatte der Landkreis dort bis vor einiger Zeit aufgrund des vergleichsweise entspannten Wohnungsmarktes Unterkünfte angemietet, stoßen die örtlichen Kindergärten und Schulen inzwischen an die Grenzen ihrer Kapazität. Seit mehreren Monaten hat der Landkreis in Neuötting, Töging, Burgkirchen und Winhöring deshalb keine dezentralen Unterkünfte mehr angemietet.

Burghausen entlastet kleinere Städte und Gemeinden

Wie das Landratsamt betont, suche man in allen anderen Städten und Gemeinden weiterhin nach "bezahlbarem Wohnraum zur Flüchtlingsunterbringung". Die neue Unterkunft in Burghausen wäre da ein wichtiger Baustein. Damit kann der Landkreis auch in Zukunft auf Notlösungen, wie die Unterbringung von Asylbewerbern in den landkreiseigenen Turnhallen, verzichten. "Wir hoffen, dass im ersten Halbjahr 2015 die neue Gemeinschaftsunterkunft zur Verfügung steht. Die Schaffung dieser größeren Unterbringungsmöglichkeit ist notwendig, um noch ungünstigeren Entwicklungen der Flüchtlingszahlen aufgrund der weltweiten Krisen mit menschenwürdigen Unterbringungsmöglichkeiten zu begegnen und keine Situationen zu schaffen, die eine Unterbringung in Zelten oder Turnhallen bedingt."

Das genaue Konzept für die neue Unterkunft am Holzfelder Weg steht derzeit noch nicht fest. Denkbar wäre etwa, dass die Stadt das Areal der Regierung von Oberbayern überlässt, damit diese dort ein Haus baut oder Wohncontainer aufstellt. Mögliche wäre aber auch, dass die Burghauser Wohnbaugesellschaft selbst provisorische Unterkünfte errichten lässt und an die Regierung von Oberbayern verpachtet. So oder so könnte Burghausen mit der neuen Unterkunft weit mehr Asylbewerber beherbergen als bislang. Aktuell sind in Burghausen rund 80 Asylbewerber untergebracht.

Quelle: innsalzach24.de

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