"Auf den zweiten Blick"

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Zwölf Holzrohre offenbaren im Gartenschaubeitrag des Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten auf den "zweiten Blick" interessante Details, wie etwa einen Holz-Specht hoch oben im Baum. Ein anderes Modell führt vor, welcher Boden den besten Hochwasserschutz bietet.

Rosenheim - "Landesgartenschau Querbeet": Das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten setzt mit seinem Beitrag zur Landesgartenschau auf "den zweiten Blick".

Es reicht eigentlich nicht, "mal eben so" an dem Pavillon am Innspitz vorbeizuschlendern. Wer sich aber etwas Zeit nimmt, erfahrt viel Interessantes über die heimischen Wälder und stellt dabei fest, dass allein der Stand an sich schon viel zu bieten hat - er besteht nämlich aus 19 verschiedenen heimischen Holzarten.

Wer die Bretterwand des Holz-Pavillons genau in Augenschein nimmt, wird darauf unzählige Fingerabdrücke erkennen. "Viele Besucher fassen die Wände einfach gerne an. Jedes Holz fühlt sich anders an", sagt dazu Dagmar Rothe. Die 48-jährige Försterin hat mitgeholfen, das Angebot der Bayerischen Forstverwaltung für die Gartenschau zusammenzustellen.

Heimisches Holz spielt dabei eine große Rolle. Darum besteht der Pavillon aus einzelnen Holzbrettern verschiedenster Baumarten. Erst auf den "zweiten Blick" wird sichtbar, wie sehr sich die einzelnen Bretter in ihrer Struktur und Färbung unterscheiden. "Das bringt oft ein Aha-Erlebnis bei den Besuchern", stellt auch Dr. Georg Kasberger, Abteilungsleiter des Bereichs Forst des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Rosenheim immer wieder fest.

Die Unterscheidung der einzelnen Holzarten fiele den wenigsten Besuchern einfach. "Das verleite zum lustigen Rätselraten." Helfen würde da dann oft nur der Blick auf die Hinweisschilder auf den einzelnen Brettern

Im monatlichen Wechsel werden den Besuchern beim Stand des Staatsministeriums verschiedene Themenbereiche nahegebracht. Die Elemente Feuer, Wasser, Luft und Erde stehen dabei im Mittelpunkt. Die heimische Holzwirtschaft wird dabei ebenso behandelt wie der Klimawandel.

Besonders beliebt ist diese LGS-Station auch bei den Kindern. Für viele Schulklassen gehörte der Besuch des Forst-Pavillions vor den Ferien schon fast zum "Pflichtprogramm". Aber auch in der Ferienzeit ist der Stand meist von vielen Kindern umgeben.

Kein Wunder, gerade für sie haben sich die Organisatoren viel einfallen lassen. Zwölf Holzrohre, verteilt auf dem Gelände der Gartenschau, dienen als "Fernglas" und offenbaren ebenfalls auf den "zweiten Blick" interessante Details, wie etwa einen Holz-Specht, hoch oben in einem Baum.

Beliebt ist auch das Modell, mit dem vorgeführt werden soll, welcher Boden den besten Hochwasserschutz bietet. Dabei kommen kleine Gießkannen zum Einsatz. Besonders einige der kleinen Gäste werden nicht müde, immer wieder Wasser in die drei Rohe zu schütten und dann abzuwarten, wann das Nass unten ankommt.

Ein "Vorzeigestück" ist auf fast "mysteriöse" Weise verschwunden. Die Holz-Gams war eines Tages nicht mehr da. "Wahrscheinlich wurde sie gestohlen", mutmaßen Kasberger und Rothe. Wie dieser Diebstahl allerdings möglich war, können sich beide nur schwer vorstellen. Das lebensgroße, hölzerne Tier war sogar mit einer Eisenkette gesichert. "Da muss schon jemand genau geplant haben, dass er die Figur mitnehmen will und extra eine Zange mitgebracht haben", sagen die beiden. Solche Vorfälle seien aber die absolute Ausnahme. Überwiegend gäbe es Erfreuliches zu berichten.

"Die Leute wissen oft gar nicht, für was unser Amt alles da ist. Das können wir so gut nahe bringen", freut sich Dr. Kasberger.

Besonders liebevolle Pflege verlange der "Wald-Kindergarten". Verschiedene junge Bäumchen wachsen in Pflanzkübeln. Nach Ende der Gartenschau sollen diese in einem heimischen Wald ausgepflanzt werden.

Aufmerksamkeit erregt aber auch immer wieder die hölzerne Barke des Künstlers Christian Huba. Erschaffen wurde sie aus einem einzigen Baum. Das Kunstwerk soll den Kreislauf der Natur symbolisieren. Das Holz dafür stammt aus dem Kampenwandgebiet und wurde in einer abenteuerlichen Aktion bei Eis und Schnee von Waldarbeitern des Forstbetriebs Ruhpolding vom Berg hinunter befördert. Wohin die Barke nach der Landesgartenschau kommt, steht noch nicht endgültig fest.

wu/Oberbayerisches Volksblatt

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