Lärmschutz an der A8 nimmt Form an

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Lärmschutz für Frasdorf soll weiter verbessert werden, unter anderem durch Straßengalerien und eine Einhausung.

Landkreis - Der landkreisübergreifende Planungsdialog, der Vorschläge für den sechsspurigen Ausbau der Autobahn von Rosenheim zur Landesgrenze erarbeitet, hat die Forderungen an Lärmschutz weiter vertieft.

In der Abschlusssitzung, die gestern im Landratsamt Rosenheim stattfand, sprachen sich die Mitglieder unter anderem dafür aus, auf der ganzen Ausbaulänge einen den Lärm um drei bis vier Dezibel dämpfenden Fahrbahnbelag aufzubringen. Außerdem sind zahlreiche Einhausungen, Galerien und Lärmschutzwände geplant. 

Zwei Jahre Beratungen, 24 Sitzungen der drei Arbeitskreise in den drei betroffenen Landkreisen Rosenheim, Traunstein und Berchtesgadener Land, fünf Tagungen der übergreifenden Planungslenkungsgruppe, 29 Planungsvarianten. - Der offene Dialog in den die Kommunen an der Ausbaustrecke, Anlieger, Bürgerinitiativen, Verbände wie der Bund Naturschutz und alle beteiligten Behörden eingebunden waren, ist zwar noch nicht zu Ende, gestern jedoch in ein kleines Finale gemündet. Die übergreifende Planungsgruppe, der Vertreter der obersten Baubehörde des Freistaates, des Bundesverkehrsministeriums sowie die Landräte Josef Neiderhell für Rosenheim, Hermann Steinmaßl für Traunstein und Georg Grabner für das Berchtesgadener Land angehören, hat Empfehlungen an den Kosten- und Maßnahmenträger erarbeitet. Im Mittelpunkt steht ein weiter verbessertes Lärmschutzkonzept für den Autobahnausbau.

Dass er sechsspurig erfolgen wird, daran ist nach Angaben von Josef Poxleitner von der obersten Baubehörde nicht mehr zu rütteln. Einigkeit herrsche auch bei allen Beteiligten des Planungsdialoges darüber, dass die über 75 Jahre alte Vorkiegsautobahn dringend saniert und ausgebaut werden müsse. Diese Notwendigkeit unterstrich auch Landrat Josef Neiderhell, der an die tägliche Frequenz von bis zu 90.000 Fahrzeugen und die hohen Belastungen durch den Frachtverkehr erinnerte. Die begleitende Planungsgruppe habe sich der schwierigen Aufgabe gestellt, den Spagat zwischen dem notwendigen Ausbau und der Schaffung realisierbarer, finanzierbarer Lösungen zu finden, unterstrich sein Landratskollege Hermann Steinmaßl. Landrat Georg Grabner nannte als weitere Herausforderung die Notwendigkeit, einen sparsamen Landschaftsverbrauch zu erreichen.

Die A8 ist eine der meist befahrenen Verkehrsadern Europas.

Einen Schwerpunkt in den Empfehlungen, die gestern festgezurrt wurden, bildet außerdem Lärmschutz. Hier sind nach Überzeugung von Josef Neiderhell in einigen Bereichen deutliche Verbesserungen erarbeitet worden, die jetzt beim Maßnahmenträger, dem Bundesverkehrsministerium, durchgesetzt werden sollen. Im Bereich Achenmühle soll eine etwa 400 Meter lange Galerielösung den Lärmschutz verbessern. Im besonders ortsnahen Bereich von Frasdorf sollen an der südlichen Fahrbahn 110 bis 240 Meter lange Galerien im Anschluss an eine etwa 590 Meter lange Einhausung entstehen. Für den ortsnahen Bereich von Siegsdorf wird eine 600 Meter lange Einhausung gefordert. Die exponierte Lage von Neukirchen soll durch eine Absenkung der Autobahn um bis zu zehn Meter und in einem Teilbereich durch eine zusätzliche Überdeckung geschützt werden. Im Bereich Anger soll die Trasse auf rund drei Kilometern Länge um drei bis fünf Meter abgesenkt werden, so eine weitere Empfehlung. Damit soll sichergestellt werden, dass die Autobahn von Anger aus nicht mehr eingesehen werden kann. Im Bereich Aufham wird eine 400 Meter lange Überdeckung gefordert. Landrat Georg Grabner, in dessen Verwaltungsbereich der schwierigste Streckenteil liegt, sieht hier allerdings noch Bedarf, "einiges deutlich nachzubessern." Mit den erarbeiteten Empfehlungen könne der Landkreis noch nicht leben, betonte er. In der Tat sind noch viele weitere Beratungen notwendig. Die Autobahndirektion Südbayern, deren Präsident Paul Lichtenwald ebenfalls der übergreifenden Planungsgruppe beisaß, hat von den Mitgliedern noch zahlreiche Hausaufgaben für weitere mögliche Lärmschutzvarianten aufbekommen.

"Noch ist alles optimierbar", zeigte Josef Neiderhell auf, dass der begleitende Planungsprozess noch nicht zu Ende ist. Josef Poxleitner wertete das Dialogverfahren zum Autobahnausbau, das bereits zur Planung Bürger und Verbände eng eingebunden habe, als Erfolg. Die Empfehlungen an das Bundesverkehrsministerium sollen in den Planvorentwurf als Basis des Planfeststellungsverfahrens einfließen.

Heike Duczek

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