Ausbau des AKW Temelin offenbar gestoppt

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Das umstrittene tschechische Atomkraftwerk Temelin nahe der Grenze zu Bayern und Österreich (Archivbild).

Prag - Der Ausbau des umstrittenen tschechischen Atomkraftwerks Temelin in der Nähe der Grenze zu Bayern und Österreich soll nach Medienberichten vorläufig gestoppt werden.

Dies berichtete am Mittwoch die tschechische Tageszeitung “Hospodarske Noviny“ unter Berufung auf den Prager Industrieminister Martin Kocourek. Laut dem Blatt wird der Ausbau von derzeit zwei auf vier Reaktorblöcke in Temelin vom staatlichen Energiekonzern CEZ möglicherweise für mehrere Jahre auf Eis gelegt. Ursprünglich sollten die beiden neuen Blöcke bis 2020 ans Netz gehen.

Tschechiens Ministerpräsident Petr Necas dementierte allerdings, dass bereits eine Entscheidung gefallen sei. Nur die Regierung könne einen Ausbaustopp beschließen, sagte der konservative Politiker. “Zwei Drittel an der Temelin-Betreibergesellschaft CEZ gehören dem Staat, es kann also niemand sonst entscheiden.“ Die oppositionellen Sozialdemokraten (CSSD) sprachen sich gegen einen Ausbaustopp aus. Als Lieferant von “billiger und ökologischer Energie“ sei Temelin unverzichtbar, unterstrich der frühere Industrieminister Milos Urban (CSSD). Er räumte aber ein, dass die mögliche Inbetriebnahme neuer Meiler später als bisher geplant erfolgen könnte.

Das südböhmische Kernkraftwerk befindet sich weniger als 100 Kilometer von den Grenzen zu Bayern und Österreich entfernt. In der Vergangenheit hatte es in den Nachbarländern heftige Kritik an dem Atommeiler gegeben, Gegner des Projekts fordern die Stilllegung Temelins. Seit Inbetriebnahme der Anlage im Jahr 2000 hat es dort zahlreiche Zwischenfälle gegeben.

dpa

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