Staatliches Bauamt Traunstein präsentiert den Status Quo 

B20 Ortsumfahrung Burghausen: Trasse, Zeitplan und Kosten  

Der Lageplan der B20 Ortsumfahrung in Burghausen zeigt die derzeitige Variante.
+
Der Lageplan der B20 Ortsumfahrung in Burghausen zeigt die derzeitige Variante.

Burghausen – Das Staatliche Bauamt Traunstein hat dem Burghauser Gremium vor der letzten Stadtratssitzung am Mittwoch, 14. Oktober, den aktuellen Stand der B20 Ortsumfahrung präsentiert.

Burghausens Bürgermeister Florian Schneider begrüßte die Präsentation, die inzwischen auch online einsehbar ist, vom Staatlichen Bauamt Traunstein in Person von Christian Rehm (Amtsleitung) und Bernadette Wallner (Planung). „Es ist gut zu wissen, wo wir aktuell stehen. Es ist zwar nicht unsere Verantwortung, aber vielleicht können wir dennoch etwas beschleunigen“, so Schneider zur Vorstellung des aktuellen Standes der B20 Ortsumfahrung in Burghausen.

B20 Ortsumfahrung in Burghausen: Trasse, Zeitplan und Kosten 

Aktuell befindet sich das Projekt im Vorentwurf. „Dieser ist weitestgehend abgeschlossen. Im Januar werden die Unterlagen zur Genehmigung beim Bund eingereicht“, erklärt Rehm. Bereits 1997 wurde im Auftrag der Stadt Burghausen eine Raumempfindlichkeitsanalyse durchgeführt. Trotz des vordringlichen Bedarfs, der höchsten Stufe der Priorisierung, ziehe sich das Thema. Es gebe viele Projekte, die laut Rehm nicht alle gleichzeitig bewerkstelligt werden könnten.

Das Problematisch war auch, dass im Vorentwurf, der vom Landkreis Altötting ausgearbeitet wurde, die Trasse durch ein Schwarzspecht-Höhlenzentrum geführt hätte. Aus artenschutzrechtlichen Gründen habe man sich daher für eine andere Trasse entschieden. „Nur eine von drei Varianten wurde von uns positiv gewertet“, erklärt Rehm.

Sollte es günstig verlaufen, könnte in vier bis fünf Jahren gebaut werden, sollten keine Klagen eingereicht werden. Ansonsten könnten weitere vier Jahre hinzukommen. Anschließend rechne das Amt mit einer Bauzeit von drei Jahren. „Bei der Ortsumfahrung in Obing, die relativ einfach anzusehen ist, hat das Projekt fast 15 Jahre gedauert“, schildert Rehm die Schwierigkeiten beim zeitlichen Ablauf. Die 21,7 Millionen Euro, die im Jahr 2014 für das Projekt veranschlagt wurden, werden laut Rehm zudem „deutlich überschritten“.

Konfliktärmste Trasse

„Es muss die konfliktärmste Trasse gewählt werden“, betont auch Wallner zu Beginn ihrer Ausführungen. Diese führe aktuell mit einer Talbrücke durch das Lengthal und mache einen Bogen um Gumpersberg. Auf der Staatsstraße 2108 zwischen und Mehring und Burghausen soll ein Overfly zur Anbindung entstehen. Durch die Brücke würde der Lebensraum für Tiere erhalten bleiben. Dieser Punkt wurde bereits mit der Naturschutzbehörde geklärt.

Sollte die Umfahrung in Betrieb sein, wäre die Burgkirchner Straße in Burghausen wieder eine Ortsstraße und nicht mehr die B20. Verkehrszählungen aus dem Jahr 2018 hätten ein Aufkommen von über 13.000 Fahrzeugen festgestellt, darunter mehr als tausend Lastwägen. Für 2035 erwarte man knapp 15.000 Fahrzeuge. „Rund 9.000 davon könnten dann auf die Ortsumfahrung ausweichen“, so Wallner.

Umfrage

Geringerer Lärmpegel kaum wahrnehmbar - schwieriges Verfahren

Auf Nachfrage von Gunther Strebel (Grünen) erklärte Wallner, dass auf der Burgkirchener Straße mit einem reduzierten Lärmpegel zwischen ein und zwei Dezibel gerechnet wird: „Dieser ist kaum wahrnehmbar, aber es wird deutlich weniger Schwerverkehr auf dieser Straße sein.“ Allein dieser Punkt sei für die Anwohner positiv zu werten.

Stefan Niedermeier (UWB) schlug vor, diesen Vortrag auch in der Nachbargemeinde Mehring zu präsentieren. Wallner berichtete in diesem Zuge, dass in Kürze auch ein Termin mit dem Mehringer Gremium stattfinden wird, die der Ortsumfahrung skeptisch gegenüber stehen. „Feststeht, dass es kein leichtes Verfahren wird“, so Wallner abschließend.

jz

Kommentare