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Von Bären und Königen - „Rock im Park“ 2013

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Rund 70.000 Leute sind bei dem Festival.

Nürnberg - Pünktlich zum Festivalstart kommt die Sonne raus: Das Wetter meint es in diesem Jahr gut mit den „Parkrockern“. Herrschte in den vergangenen Wochen noch eher Novemberstimmung, startet „Rock im Park“ nun mit besten Bedingungen für Tänzer und Trinker.

Der Wettergott meint es gut mit den Nürnberger „Parkrockern“ - zumindest zunächst. Nach dem Dauerregen der vergangenen Wochen bleibt es zum Start des Festivals „Rock im Park“, das traditionell oft in Regen und Schlamm versinkt, trocken. Und pünktlich zu den ersten Gitarrenklängen kommt sogar die Sonne raus. Perfektes Festivalwetter - und das in diesem doch eher bescheidenen Frühsommer.

Das freut viele Rockfans so sehr, dass sie einfach auf dem erstbesten Gras- oder Betonfleck liegen bleiben, die Sonne genießen - und einschlafen. „Komm doch mal lieber raus aus der Sonne“, sagt ein Polizist sanft zu einem jungen Mann, der mitten auf dem Weg ein Nickerchen macht. Der schreckt auf, nickt verwirrt und zieht weiter zu seinem nächsten Schlafplatz.

Die Polizei spricht von einem überraschend ruhigen und entspannten Start in das Festival, zu dem in diesem Jahr insgesamt rund 70 000 Leute erwartet werden. „Wir sind sehr zufrieden - bislang“, sagt ein Polizeisprecher am Samstagmittag. Mit einer Ausnahme: Bereits am Freitagmorgen werden zwei Engländer festgenommen, die in großem Stil Handys aus Zelten geklaut haben. Fast zeitgleich gehen der Polizei beim Schwester-Festival „Rock am Ring“ Slowaken ins Netz, die ebenfalls gestohlen haben sollen. Die Polizei vermutet einen Zusammenhang, weil alle Festgenommenen große Mengen schwedischer Kronen bei sich hatten. Es könnte sich um einen organisierten Diebstahl-Ring handeln.

Auch die Rettungskräfte können nicht groß klagen. „Nichts besonders Schlimmes, keine besonders Betrunkenen“, sagt Thomas Klein, der den Einsatz des Malteser-Hilfsdienstes auf dem und rund um das Zeppelinfeld leitet. Ein Mann verlor allerdings sieben Zähne, wie die Polizei mitteilt - möglicherweise bei einer Auseinandersetzung.

Ansonsten liegen die Rockfans freudig strahlend im Gras, quatschen, trinken Bier oder undefinierbare Mischgetränke aus Tetrapaks und lassen sich die Sonne auf entblößte Oberkörper und Strohhüte scheinen. Einige haben sich trotz der Hitze in alte Bademäntel gehüllt, als bunte Bären verkleidet oder - vielleicht als Tribut zur Traumhochzeit in Schweden - als König oder Prinzessin.

Ach ja: Und nebenbei läuft auch noch Musik. Den Anfang machen unter anderem die „The Voice“-Juroren von The Bosshoss, Englands Britpop-Hoffnung Jake Bugg und die Franzosen von Phoenix. Die ganz großen Kracher, das muss man sagen, sind am ersten Festivaltag nicht dabei, auch wenn sich The Killers mit einem Feuerwerk und The Prodigy mit einer Vollgas-Show alle Mühe geben. Auf den ganz großen Festival-Moment wie den Auftritt der Rock-Giganten von Metallica 2012 müssen die Fans noch warten - vielleicht auch bis 2014.

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Rock im Park und Rock am Ring 2013: Bilder der Festivals

Möglicherweise sind die „Parkrocker“ aber auch verwöhnt vom letzten Jahr, als das nach Meinung vieler beste Line-Up seit langem dem Nürnberger Festival, das ja immer nur die „kleine Schwester“ vom „Rock am Ring“ mit 85 000 Besuchern am Nürburgring ist, Rekord-Besucherzahlen bescherte. Die ganz großen Namen sind in diesem Jahr nicht dabei - mit Ausnahme vielleicht der US-Punkrocker von Green Day, die für Samstagabend auf dem Programm stehen.

Dafür gibt es viele schöne etwas kleinere Musik-Momente in Nürnberg. Da holt die britische Sängerin Kate Nash („Foundations“) ihre Fans zu sich auf die Bühne, weil sie, wie sie sagt, nur noch sie hat, nachdem ihre Plattenfirma sie rausgeworfen hat. Und der Sänger (Axel) Bosse („Frankfurt Oder“) ist ganz ergriffen, weil in der sternenklaren Nacht so viele Leute zu ihm in die Clubstage-Halle gekommen sind, anstatt vor den großen Bühnen die Headliner zu feiern.

dpa

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