Bahnstreik: Regionalverkehr blieb verschont

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Landkreis - Seit den frühen Morgenstunden sorgte der Lokführer-Streik für erhebliche Behinderungen im Personenverkehr. Die Region blieb weitestgehend von den Streiks verschont.

Die Streikmaßnahmen der Lokführergewerkschaft GDL beeinträchtigten heute morgen erneut den Bahnverkehr in Bayern. Bundesweit erwartet die DB Nachwirkungen auch am Nachmittag. Bei der S-Bahn in München fielen rund zwei Drittel der Züge aus. Im Nürnberger S-Bahn-Netz wurde vor allem die S 3 Richtung Neumarkt bestreikt, wo mehr als die Hälfte der Züge nicht fahren konnten. Im Fernverkehr gab es nur vereinzelte streikbedingte Ausfälle auf den bayerischen Bahnhöfen. Im Regionalverkehr fielen bayernweit zahlreiche Züge aus. Auf den Strecken in der Region, Mühldorf - München sowie Salzburg - München, kam es laut Deutscher Bahn zu keinen Ausfällen.

Hinweis für Bahnreisende:

Kostenlose Service-Telefonnummer: 08000/ 996633

Internet: www.bahn.de

"Die Kollegen treten bundesweit und flächendeckend in den Arbeitskampf ein“, sagte der stellvertretende GDL-Bundesvorsitzende Norbert Quitter der Deutschen Presse-Agentur bei Beginn des Streiks im Personenverkehr um 4 Uhr morgens. Die auf sechs Stunden angelegten Arbeitsniederlegungen erstreckten sich über ganz Deutschland. Auch die zuletzt noch von Warnstreiks verschonte S-Bahn Berlin wurde einbezogen. Besonders betroffen waren laut Quitter Knotenpunkte im Fernverkehr - etwa Frankfurt, Köln, Berlin oder München. Auch im kompletten Osten fuhren nach DB-Angaben nur noch wenige Züge. Der Konzern teilte mit, die “erneuten, drastischen Einschränkungen für ihre Kunden“ zu bedauern.

DB: „Streik ist Widersinnig"

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Der Personen- und Schienengüterverkehr der DB wurde durch Streiks der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) bundesweit stark eingeschränkt. Ulrich Homburg, Vorstand Personenverkehr der Deutschen Bahn, erklärte dazu am Donnerstag in Berlin: „Der Streik ist gänzlich widersinnig: Die DB bietet den Lokführern die besten Bedingungen in der Branche und unterstützt die Kernforderungen der GDL - und wird dafür bestreikt. Das versteht kein Mensch mehr und ist absolut nicht akzeptabel.“ Millionen Pendler und Schüler waren heute von den Streikmaßnahmen betroffen. Der Personenverkehr wurde von Betriebsbeginn am frühen Morgen bis 10 Uhr bestreikt. Im Fernverkehr standen rund ein Drittel der Züge. Hier kann es auch nach Streikende noch bis zum Abend Behinderungen geben, da die jeweiligen Züge erst nach einigen Stunden wieder an den vorgesehenen Stellen zur Verfügung stehen. Stark betroffen waren bundesweit auch der Regionalverkehr und die S-Bahnen in Berlin, Hannover, München, Frankfurt am Main, Nürnberg und Stuttgart sowie die S-Bahn Rhein/Neckar. Der Nah- und Regionalverkehr ist jetzt wieder weitgehend nach Fahrplan unterwegs.

Im Schienengüterverkehr wurden insgesamt zwei Drittel der Züge gefahren. DB Schenker Rail setzt alles daran, einen Rückstau von 300 Güterzügen bis zum Wochenende aufzulösen. Schwerpunkte des GDL-Streiks im Schienengüterverkehr der DB lagen in Mitteldeutschland, vor allem in Bahnanlagen in Sachsen-Anhalt (Halle/Saale), in Südwestdeutschland und im Norden, insbesondere dem Großraum Hamburg. Mehrere hundert zusätzliche Mitarbeiter waren an den Bahnhöfen, bei der telefonischen Reisendeninformation und in den Betriebszentralen im Einsatz. Die Deutsche Bahn empfiehlt Reisenden, sich vor allem bei Fahrten im Fernverkehr über die Nachwirkungen der Streiks zu informieren. Hierfür ist unter 08000 99 66 33 eine kostenlose Servicenummer geschaltet. Fahrgästen, die wegen streikbedingter Zugausfälle, Verspätungen oder Anschlussverluste ihre Reise nicht antreten können, bietet die DB die Möglichkeit, ihre Fahrkarte und Reservierung im DB Reisezentrum oder in den DB Agenturen kostenlos erstatten zu lassen. Alternativ können Reisende den nächsten, gegebenenfalls auch höherwertigen Zug nutzen.

Aber nicht nur die Pendler und Bahnreisende haben mit den Streiks zu kämpfen. Die Gemeinschaft deutscher Großmessen (GDG) warnt angesichts der Lokführer-Streiks vor massiven Schäden für den Messestandort Deutschland. „Der Lokführer-Streik entzieht dem Wachstum wichtigen Sauerstoff“, sagte der GDG-Vorsitzende und Vorstandsvorsitzende der Deutschen Messe AG, Dr. Wolfram von Fritsch, am Donnerstag in Hannover.

Stellungnahme der GDL

Beim ersten Streik der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) nach der Urabstimmung sind im Güter- und Personenverkehr bundesweit über 80 Prozent der Züge ausgefallen oder haben sich massiv verspätet. Der Schwerpunkt des Arbeitskampfes lag im Güterverkehr, bei dem die Ausfall- oder Verspätungsrate bei rund 600 Zügen lag. Eine hohe Streikwirkung erzielten die GDL-Mitglieder unter anderem auch bei der metronom, Ostseeland Verkehr GmbH (OLA), Eurobahn, den Unternehmen der Hessischen Landesbahn (HLB), Veolia Verkehr Sachsen-Anhalt, Albtal Verkehrsgesellschaft (AVG), AKN und vielen weiteren Unternehmen. „Damit haben die Lokomotivführer deutlich gemacht, dass sie bereit sind, auch weiterhin für einen Flächentarifvertrag für alle Lokomotivführer in Deutschland, sowohl im Nah- als auch im Güter- und Fernverkehr zu kämpfen“, sagte der GDL-Bundesvorsitzende Claus Weselsky. „Es liegt nun an den Arbeitgebern, ein verhandlungsfähiges Angebot auf den Tisch zu packen und nicht ständig zu lamentieren und immer nur Unverständnis in der Öffentlichkeit zu äußern.“

Nach drei erfolgreichen Warnstreiks hat die GDL mit den aktuellen Arbeitskampfmaßnahmen erneut bewiesen, wie ernst es ihren Mitglieder wirklich ist. „Es gibt genügend Gründe, weiterhin für unsere gemeinsam entwickelten Ziele zu kämpfen, auch mit längeren Streiks. Wenn die Arbeitgeber die Auseinandersetzung weiterhin suchen, so werden wir sie nicht enttäuschen. Die Lokomotivführer in der GDL, also im ganzen Land, machen jetzt ein für allemal Schluss mit der Angst um den Arbeitsplatz und Lohndumping im Eisenbahnverkehr“, so Weselsky.

Pressemitteilung Deutsche Bahn/dpa  

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