Sensationelle Naturbeobachtung

Bartgeier im Allgäu gesichtet

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Bartgeier waren in den Alpen bereits ausgerottet. Jetzt sind sie in seltenen Fällen wieder in der freien Natur zu beobachten.

Hilpoltstein - Ein Vogelschützer hat in den Allgäuer Alpen eine Beobachtung mit Seltenheitswert gemacht: Er sichtete bei einer Wanderung einen extrem seltenen Bartgeier.

In den Alpen gibt es derzeit nur etwa 200 Exemplare von Bartgeiern, teilte der Landesbund für Vogelschutz (LBV) am Dienstag im mittelfränkischen Hilpoltstein mit. Der Bartgeier sei kein heimischer Brutvogel. Er könne deswegen in Bayern nur in Ausnahmefällen nachgewiesen werden.

„Da in den Allgäuer Alpen gerade erhebliche Lawinengefahr herrscht, suchen Bartgeier jetzt gezielt Lawinenfelder ab, um als Kadaverfresser mögliche Beute zu machen“, erläuterte Gebietsbetreuer Henning Werth. Er entdeckte und fotografierte den farbenprächtigen Greifvogel. Mit knapp drei Metern Spannweite zählt der Bartgeier zu den größten flugfähigen Vögeln der Welt.

Der Bartgeier scheint sich allmählich wieder in den Alpen zu etablieren

In den Alpen wurde er nach Angaben des LBV allerdings vor vielen Jahren ausgerottet. In einem internationalen Gemeinschaftsprojekt werde seit 30 Jahren versucht, ihn wieder einzubürgern. Das ist allerdings schwierig: Bartgeier werden erst nach sechs Jahren geschlechtsreif, die Eltern ziehen nur einen Jungvogel groß. Die Bestände vermehren sich dadurch nur langsam.

Bei dem in Allgäu gesichteten Bartgeier handelt es sich nach Einschätzung der Vogelexperten um ein 2013 geborenes Tier. „Die Sichtung eines Jungvogels, der in freier Wildbahn zur Welt kam, ist etwas ganz Besonderes“, sagte Henning Werth. Er wertete dies als Zeichen dafür, dass sich der Bartgeier langsam wieder in den Alpen etabliere.

dpa

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