Bauunternehmer fährt vier Jahre ein

München / Rosenheim - Vier Jahre und drei Monate Haft: Ein 38-jähriger Bauunternehmer aus München hatte über 800.000 Euro Steuern hinterzogen und zwei Millionen Euro Sozialversicherungsabgaben geprellt.

Zum Verhängnis wurde dem Unternehmer ein anonymer Hinweis an die Zöllner der Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Hauptzollamts Rosenheim. Der Vorwurf: Die Arbeiter auf seiner Baustelle bekommen keinen Lohn und zur Sozialversicherung sind sie auch nicht angemeldet.

Umfangreiche Ermittlungen des Rosenheimer Zolls und der Münchener Steuerfahndung bestätigten nicht nur diesen Hinweis, sondern sie brachten auch noch weitere Straftaten ans Licht.

So hatte der Angeklagte in den Jahren 2002 bis 2005 Einnahmen in Höhe von 2,5 Millionen Euro nicht über das Geschäftskonto seines Bauunternehmens laufen lassen, sondern schwarz kassiert. Mit dem Schwarzgeld bezahlte er dann die Löhne an seine Arbeiter. Lohnsteuer und Sozialversicherungsabgaben sparte er sich komplett.

Auch als er 2005 sein Unternehmen verkaufte und eine neue Baufirma übernahm, setzte er diese Strategie fort. Um jetzt die Schwarzlohnzahlungen auszugleichen, ließ er zusätzlich über die Buchhaltung Scheinrechnungen - sog. Abdeckrechnungen - von vier verschiedenen Firmen laufen. Die Ermittler fanden heraus, dass diese Firmen, von denen zwei ihren Sitz in Berlin haben, das Unternehmen des Angeklagten überhaupt nicht kannten, geschweige denn, dass sie Leistungen für ihn erbracht hätten. Insgesamt stellte er sich so zwischen 2005 und 2008 Scheinrechnungen in Höhe von 2, 4 Millionen Euro aus.

Vermutlich wäre dies auch noch eine ganze Weile gut gegangen, wenn er nur seinen Arbeitern pünktlich den Lohn gezahlt hätte. Denn einer von ihnen wollte sich das vermutlich nicht länger gefallen lassen und zeigte ihn an.

Wegen Vorenthaltens und Veruntreuens von Arbeitsentgelt sowie Steuerhinterziehung wurde der Angeklagte jetzt zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und drei Monaten verurteilt. Sein vollumfängliches Geständnis hat sich in der Strafzumessung entsprechend niedergeschlagen. Den verursachten Schaden muss er zusätzlich wieder gut machen. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.

Pressemitteilung Hauptzollamt Rosenheim

Rubriklistenbild: © Hauptzollamt Rosenheim

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