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Schwerpunktaktion am Sudelfeld

Kontrollgruppe Motorrad zieht zahlreiche getunte und unsichere Fahrzeuge aus dem Verkehr

Bayerischzell / Sudelfeld - Die Kontrollgruppe Motorrad des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd nutzte das schöne Wochenendwetter vor dem Lockdown am Montag aus - so wie einige Motorradfahrer ...

Die Pressemitteilung im Wortlaut

Am Samstag den 31.10.2020 waren zwei Kollegen der Kontrollgruppe Motorrad des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd am Sudelfeld unterwegs. Viele Biker nutzten den letzten schönen Tag des Monats um noch einen Ausflug zu machen.

Gegen 13:0 Uhr bemerkten die Beamten ein Kleinkraftrad der Marke Beta welches mit hoher Geschwindigkeit das Sudelfeld in Richtung Parkplatz Arzmoos befuhr. Von Weitem war schon das laute Kreischen des kleinen Motors zu hören.

Bei Anhaltung des Fahrzeuges wurde schnell klar warum das Fahrzeug so laut war, es war bis zur Höchstleistung getunt. Statt der erlaubten 45 km/h holte der Hobbytuner eine Höchstgeschwindigkeit von ca. 70 – 80 km/h aus seiner 50 ccm Maschine heraus. Zu den vielen technischen Mängel, wie fehlender Tacho, starkem Ölverlust, abgebrochene Bremshebel und teils defekter Beleuchtung kam erschwerend hinzu, dass der Fahrer die erforderliche Fahrerlaubnis nicht hatte. Eine Überprüfung des 17 jährigen Augsburgers ergab, dass er bereits 2019 mit einem getunten Mofa mit 60 km/h erwischt wurde. Gelernt hat er aus dieser Erfahrung anscheinend nicht. Das Kleinkraftrad wurde nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft sichergestellt und wird nun einem Gutachter vorgestellt. Seinen Führerschein wird der Tuner wohl nicht so schnell bekommen.

Kurze Zeit später donnerte es wieder laut auf die Beamten zu, diesmal waren es zwei umgebaute Harley Davidson, die das Interesse der Motorradpolizisten weckten. Auch hier wurde die Ursache der Lärmentwicklung schnell festgestellt. An einem der Motorräder war eine Auspuffanlage komplett ohne Dämpfung montiert, an der zweiten Maschine war eine Zubehörauspuffanlage montiert, welche in diesem Zustand nicht auf öffentlichen Straßen benutzt werden darf. Zu der Lärmentwicklung wurden weitere Mängel an den Fahrzeugen festgestellt. Unter anderem fehlte das vordere Schutzblech, der Tacho war außerhalb des Sichtbereichs des Fahrers angebracht, Luftfilteranlage nicht in den Papieren eingetragen, Sissybar ohne Zulassung montiert, falsche Reifen eingetragen, bzw. montiert, Blinkerabstände falsch, Rückspiegel fehlt usw. Das Duo aus dem Inntal bzw. Saarland musste sich abholen lassen und sich von ihren Motorrädern verabschieden, beide wurden sichergestellt und werden ebenfalls von einem Sachverständigen begutachtet. Die Fahrer erwartet ein empfindliches Bußgeld, zu dem kommen noch die Kosten für Abschleppung und den Sachverständigen. Nachdem eines der Motorräder vor kurzem „ohne Mängel“ begutachtet wurde wird auch gegen den Prüfer ermittelt, da der Fahrer angab, das Fahrzeug in diesem Zustand dort vorgestellt zu haben. 

Dies war jedoch alles was die Beamten an diesem Tag feststellen mussten, zu den herausragenden Fällen kamen noch zwei Motorräder mit abgefahrenen Reifen, ein Motorrad mit fehlendem Rückspiegel und zwei Kräder mit fehlenden Rückstrahlern hinzu.

Nachdem der „laute“ Samstag nicht reichte röhrte am Sonntag an den Beamten gegen 15:30 Uhr auf der BAB A 8 auf Höhe Holzkirchen ein Audi A 5 aus Fürstenfeldbruck vorbei. Der Audi wurde angehalten und kontrolliert, der 36 jährige Puchheimer gab sofort zu, dass sein Auspuff „etwas“ lauter sei. Eine Messung ergab eine Überschreitung von 10 db(A) was die Geräuschkulisse verdoppelt. Auch dieses Fahrzeug wurde sichergestellt und zur APS Holzkirchen verbracht. Dort stellt ein Sachverständiger fest, dass die Auspuffanlage manipuliert wurde, es wurden größere Endkappen angeschweißt, zudem wurde der Endtopf ausgeräumt und neu verschweißt. Auch bei diesem Fahrzeug blieb es nicht bei dem „einen“ Mangel. Das Fahrwerk wurde zwar vor Jahren vom TÜV geprüft aber die Änderungen wurden bis heute nicht in den Fahrzeugpapieren berichtigt. Schwerwiegender waren aber die Mängel an den Reifen. Der vordere Reifen war bis zur Karkasse abgefahren, das Fahrzeug war somit verkehrsunsicher. An eine Heimfahrt war in diesem Zustand nicht zu denken. Auf den Puchheimer kommt nun ein Bußgeldbescheid in Höhe von ca. 700 Euro zu. Hinzu kommen die Kosten für Neuerteilung der Betriebserlaubnis.

Pressemitteilung Autobahnpolizeistation Holzkirchen

Rubriklistenbild: © Bernd Wüstneck / dpa

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