Ein wenig Weihnachten für Familie Ritter

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Bettina Ritter mit Eberhard Burggraf, der jeden Tag bei der Familie hilft. Den Weihnachtsbaum haben die Ritters von Freunden geschenkt bekommen.

Mettenheim - Vor einer Woche hat Familie Ritter alles beim Brand ihres Hauses in Stenging verloren. Trotzdem kann sich die fünfköpfige Familie auf Weihnachten freuen.

Er ist nur sehr klein und auf den ersten Blick bemerkt man ihn auch gar nicht. Trotzdem ist er ein Zeichen für die Welle der Hilfbereitschaft und den guten Willen der Menschen vor allem zur Weihnachtszeit: der kleine Christbaum im Reiterstüberl von Familie Ritter. "Den haben uns Freunde geschenkt", freut sich Bettina Ritter.

Nachdem die 35-Jährige und ihre Familie vergangene Woche mitansehen mussten, wie all ihr Hab und Gut Opfer der Flammen wurde, können sie sich jetzt doch ein wenig auf Weihnachten freuen. "Vom Obi-Baumarkt haben wir einen großen Weihnachtsgeschenkkorb bekommen. Unsere Freunde haben uns eine Tüte mit verpackten Geschenken für die Kinder überreicht, die wir unter den Weihnachtsbaum legen sollen", erzählt die Ehefrau und Mutter.

Wie sie die Feiertage genau verbringen werden, wissen die Ritters noch nicht. "Sonst haben wir immer am Heiligen Abend Feuerzangenbowle gemacht und alle unsere Freunde eingeladen. Sie haben schon gefragt, ob wir es heuer wieder machen, aber das wird sich erst noch entscheiden."

Am meisten freut sich die Familie aus Stenging derzeit über die Hilfsbereitschaft und den guten Willen ihrer Mitmenschen. "Das ist phänomenal", staunt Bettina Ritter. Mittlerweile hätten sie so viel Kleidung erhalten, dass im Reiterstüberl kein Platz mehr dafür ist. "Ich habe jetzt schon mehr Klamotten als vorher", scherzt Sohn Andreas. "Wir sind so froh über die Sachen. Vor allem sind auch richtig schöne dabei, fast neue, die die Kinder zur Schule anziehen können", meint seine Mutter.

Familie Ritter - eine Woche nach dem Brand

Neben Kleidung haben die Ritters auch Decken und Inventar fürs Haus, zum Beispiel Gläser, bekommen. Sogar einen Computer hat eine Firma gespendet. Jeden Tag werden sie von Freunden mit warmem Essen versorgt. "Das ist so lieb, denn ich kann hier drin nicht kochen", berichtet Bettina Ritter.

Erstaunt ist die 35-Jährige auch über die Gutmütigkeit der Behörden. "Am Amtsgericht in Mühldorf haben wir Grundbuchauszüge geholt. Das kostet normal etwas", erzählt sie. Der Beamte habe aber mit dem Satz "Ihr habt genug Probleme" kein Geld von der Familie verlangt. "Ich war ganz überrascht, denn normalerweise sind Behörden recht streng. Aber es gibt noch Beamte mit Herz", lacht die Stengingerin. Auch Mettenheims Bürgermeister habe die Familie schon öfter besucht und ihr zugesichert, sie könne sich jederzeit bei ihm melden, falls sie etwas brauche.

Aus dem Archiv: "Wir haben alles verloren!"

Der genaue Schaden konnte derweil noch nicht beziffert werden. Die Ritters haben sich einen Wohnwagen angeschafft. "Das kommt uns auf Dauer billiger als irgendwo Miete zu bezahlen", erklärt Bettina Ritter. Ihr Haus hat die Familie jetzt komplett ausgeräumt. Viel ist nicht übrig geblieben: ein 120-Jahre alter Tisch, dem nicht die Flammen, aber das Löschwasser zugesetzt hat. Ein Restaurator soll jetzt prüfen, ob er noch zu retten ist. Und zwei weitere Dinge wurden bei dem Unglück verschont: ein Metallpferd, das die Kinder ihren Eltern im vergangenen Jahr zu Weihnachten geschenkt haben, und ein Hochzeitsbild von Bettina und Olaf Ritter.

Mit diesen wenigen Erinnerungen und der Hilfsbereitschaft aller gutmütigen Helfer will Familie Ritter einen Neuanfang starten. Ihre Geschichte zeigt, wieviel Nächstenliebe wert ist, besonders jetzt zur Weihnachtszeit.

Die Gemeinde Mettenheim hat folgendes Spendenkonto eingerichtet:

Empfänger: Gemeinde Mettenheim

Kontonummer: 31019276

Bankleitzahl: 71151020

Sparkasse Altötting-Mühldorf

Verwendungszweck: Spende für Familie Ritter

Anette Mrugala

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