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Oppositionsparteien mit Appell

Gärtnereien in verzweifelter Situation: Unzählige Pflanzen gehen bald ein

Bayern - Landtagsabgeordnete Gisela Sengl (Grüne) sowie Andreas Winhart (AfD) richten einen Appell an Staatsministerin Michaela Kaniber. Auch die AfD fordert Lockerungen.

Die Lage der Gärtnereien in der Corona-Krise ist verzweifelt: Während etwa Lebensmittelgeschäfte weiterhin Ware verkaufen dürfen, ist der Fachhandel die einzige Branche, die mit Frischware arbeitet, diese aber nicht verkaufen kann. 

Auf diesen Umstand macht nun auch Gisela Sengl, ihres Zeichens Landtagsabgeordnete und stellvertretende Fraktionsvorsitzende für Bündnis 90/Die Grünen im Bayerischen Landtag, aufmerksam. Sie richtet einen Appell an Staatsministerin Michaela Kaniber, etwas an der Situation zu ändern.

Die Pressemitteilung im Wortlaut:

Die selbstproduzierenden Gärtnereien gehören zu den Betrieben, die durch die aktuellen Ausgangsbeschränkungen und Betriebsschließungen besonders in ihrer Existenz bedroht sind. Der Verkauf von Pflanzen, Saatgut und Gemüsesetzlingen ist ein Saisongeschäft, das mit Frühlingsbeginn starten muss und einen großen Teil des Umsatzes in den Gärtnereien ausmacht.

Während beispielsweise Tankstellen ungehindert alle möglichen Waren verkaufen dürfen und auf Wochenmärkten und in Lebensmittelgeschäften weiterhin Balkonblumen, Zierpflanzen und Gemüsesetzlinge angeboten werden, müssen die Gärtnereien um ihr Kerngeschäft bangen. Im Sinne der Gleichbehandlung muss das geändert werden.

Zwar ist auf den Seiten des Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten zu den Gärtnereien zu lesen, dass „Betriebe, bei denen das Angebot zur Lebensmittelversorgung (Obst, Gemüse, Salatpflanzen, Tomatenpflanze, usw.) überwiegt“, öffnen dürfen, doch hilft dies den Gärtnereien letztendlich wenig. Die Auflage, „überwiegend“ ein Angebot zur Lebensmittelversorgung anzubieten, schrammt in vielen Fällen an der Realität der Gärtnereien vorbei. Sie alle halten ein breites Angebot an Zierpflanzen, Obstgehölzen, Gemüsesetzlingen, Kräutern, Gehölzen und Stauden vor, oft noch in Kombination mit Schnittblumen.

Gärtnerinnen und Gärtner gehören wie Landwirtinnen und Landwirte zu den grünen Berufen der Lebensmittelerzeugung. In Bayern produzieren 6.500 Betriebe auf einer Nutzfläche von 23.600 ha gärtnerische Kulturen zum Verkauf. Daneben gibt es eine ungezählte Vielfalt von gärtnerischen Kleinbetrieben. Jedem Betrieb ist es möglich, genau wie in Supermärkten, den Sicherheitsabstand zwischen den Kunden*innen zu ermöglichen, ja sogar noch besser, da sich etliche Verkaufsflächen auch im Freien befinden.

Die selbstproduzierenden Gärtnereien leisten zusammen mit den privaten Selbstversorgerinnen und Selbstversorgern einen wichtigen Beitrag in einer Zeit, in der wir jeden Salatkopf und jede Gurke brauchen können, falls es aufgrund der Corona-Pandemie zu Engpässen in den Versorgungsketten kommen sollte.

Das Überleben der vielen großen und kleinen Gärtnereien, die oft auch auf besondere Obst-, Gemüse und Kräutersorten spezialisiert sind, darf nicht aufs Spiel gesetzt werden.Um zu verhindern, dass neben den Pflanzen auch die Arbeitsplätze und die Betriebe selbst kaputt gehen, fordern wir Sie auf, den Gärtnereien unter Beachtung der Sicherheits- und Hygieneregeln die Öffnung ihrer Ladengeschäfte vollumfänglich zu erlauben.

Wir werden die regionale Vielfalt dieser Betriebe in Zukunft weiterhin brauchen und wollen sie erhalten.

Pressemitteilung DIE GRÜNEN im Bayerischen Landtag

AfD: Baumärkte und Gärtnereien wiedereröffnen 

Die AfD hat sich ebenfalls mit einem ähnlichen Ansinnen an die Staatsregierung gewandt. Sie fordert, dass Baumärkte und Gärtnereien wiedereröffnet werden.

Die Pressemitteilung im Wortlaut:

Der AfD-Landtagsabgeordnete Andreas Winhart fordert die bayerische Staatsregierung auf, im Rahmen der Ausgangs- und Geschäftsbeschränkungen zum Schutz der Gesundheit, Baumärkte sowie Gärtnereien ab sofort von den Corona-Maßnahmen zu befreien und den Bürgern, nach den Maßregeln der Infektionssicherheit den Einkauf zu den üblichen Geschäftszeiten dort zu ermöglichen. Gerade mit Blick auf die beginnenden Gartensaison sowie dem zu erwartenden schönen Frühlingswetter dürfte es gerade im Sinn der Anti-Corona-Maßnahmen sein, wenn die Menschen sich im heimischen Garten oder auf dem Balkon in Isolation beschäftigen statt sich wie die letzten Wochenenden zahlreich an öffentlichen Orten aufzuhalten. Zudem klagen besonders einheimische Gärtnereien über mangelnde Absatzmöglichkeiten und existenzbedrohende Umsatzverluste, da gerade jetzt in der Hauptsaison viel Geschäft auf Grund der Corona-Maßnahmen wegbricht. Analog zu Supermärkten sollte das Infektionsrisiko aber auch in Baumärkten und Gärtnereien durch Abstandregelungen und Schutzmaßnahmen, wie die freiwillige Verwendung von Mundmasken oder Plexiglasscheiben für die Verkäufer, niedrig gehalten werden. Was im Lebensmittelhandel funktioniert, kann auch in Baumärkten und Gärtnereien funktionieren.

Der AfD-Landtagsabgeordnete Andreas Winhart stellt hierzu fest: „Es gibt deutliche Vorteile, wenn sich die Menschen zu Hause beschäftigen können. Ferner ist das Infektionsrisiko genauso gering wie im Lebensmittelhandel, weshalb eine Diskriminierung von Gärtnereien und Baumärkten nach dem Grundsatz der Gleichbehandlung nicht aufrecht zu halten ist. Auch andere Bundesländer erlauben - trotz Corona-Maßnahmen – den Einkauf in Baumärkten und Gärtnereien.“

Pressemitteilung der AfD

Rubriklistenbild: © Pixabay (Symbolbild)

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