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Gegen das Vatikan-Verbot

Aktion #liebegewinnt: Katholische Pfarrer segnen Liebesbeziehungen aller Art

Das Paar Christine Walter (l) und Almut Münster küssen sich nach einem Katholischen Gottesdienst mit Segnung homosexueller Paare im Rahmen einer bundesweiten Aktion vor der Kirche St. Benedikt.
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Das Paar Christine Walter (l) und Almut Münster küssen sich nach einem Katholischen Gottesdienst mit Segnung homosexueller Paare im Rahmen einer bundesweiten Aktion vor der Kirche St. Benedikt.

Im März hat der Vatikan die Segnungen homosexueller Paare verboten. Doch viele katholische Gläubige in Deutschland verweigern den Gehorsam: mit „Segnungsgottesdiensten für Liebende“.

München - Bundesweit finden rund um den Montag (10. Mai) in katholischen Kirchen „Segnungsgottesdienste für Liebende“ statt - auch für homosexuelle Paare, obwohl der Vatikan dies kürzlich ausdrücklich verboten hat (Plus-Artikel).

Im März hatte die Glaubenskongregation des Vatikans klargestellt, dass es „nicht erlaubt” sei, homosexuelle Partnerschaften zu segnen, da solche Verbindungen „nicht als objektiv auf die geoffenbarten Pläne Gottes hingeordnet anerkannt werden” könnten. Im deutschsprachigen Raum protestierten zahlreiche katholische Verbände und über 280 Theologieprofessoren dagegen.

Aktion #liebegewinnt lädt zu Segnungsgottesdiensten für Liebende ein

Pfarrvikar Wolfgang Rothe segnet in München zwei Männer. Unter dem Motto #liebegewinnt laden Pfarrer in ganz Deutschland um den 10. Mai herum zu Gottesdiensten ein, in denen homosexuelle Paare gesegnet werden können.

Bei der Aktion #liebegewinnt geht es um rund 100 Gottesdienste in ganz Deutschland, von denen einige schon am Sonntag (9. Mai) abgehalten worden sind. Katholische Priester wollen die Segnungsgottesdienste für alle liebenden Paare anbieten - egal ob schwul, lesbisch oder heterosexuell. Eine Aktion dieser Art und Größenordnung hat es in der Kirche bisher noch nicht gegeben. „Liebe gewinnt. Liebe ist ein Segen. Menschen, die sich lieben, werden gesegnet“, heißt es passenderweise auf der Website liebegewinnt.de.

In Bayern gab es aber nur vier offizielle Segnungsmessen, drei in Würzburg und eine in der Kirche St. Benedikt in München. (Hier findet Ihr eine Liste mit allen Gottesdiensten) Hier widersetzte sich Pfarrer Dr. Dr. Wolfgang Rothe dem Verbot. Er wollte mit dem Gottesdienst am Sonntag ein Zeihen für homosexuelle Paare setzen. „Mein Anliegen ist, das aus den kirchlichen Hinterhöfen rauszuholen - dahin, wo es hingehört: mitten in das kirchliche Leben“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz äußert Kritik an Initiative

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, ist zwar nicht grundlegend gegen solche Segnungen, hat die Initiative aber kritisiert: Segnungsgottesdienste seien „nicht als Instrument für kirchenpolitische Manifestationen oder Protestaktionen geeignet”.

Auch interessant: Segnet die Kirche lieber Panzer als Homosexuelle? Rosenheimer Seelsorger beziehen Stellung (Plus-Artikel)

Einer der Initiatoren, Pfarrer Bernd Mönkebüscher aus Hamm, widersprach dem. Natürlich dürften Gottesdienste nicht instrumentalisiert werden. „Andererseits ist jeder Gottesdienst politisch”, sagte Mönkebüscher der dpa. „Jetzt in diesem Zusammenhang finde ich, dass die Gottesdienste ein Schulterschluss sind mit all denjenigen, die sich von diesem Nein aus Rom verletzt fühlen. Das Wort „Protest” ist von den Initiatoren an keiner Stelle verwendet worden.” Das sei erst in der Erklärung von Bätzing aufgetaucht.

Regenbogenfahnen an Kirchen ein Zeichen gegen das Verbot des Vatikans

Der Bund der Katholischen Jugend (BDKJ) solidarisierte sich am Sonntag ausdrücklich mit Pfarrern, „die aus Gewissensgründen gleichgeschlechtlichen Paaren den Segen nicht verweigern”. Darüber hinaus forderte die BDKJ-Hauptversammlung die Bischöfe in Deutschland auf, „einen Segensritus für gleichgeschlechtliche Beziehungen in ihren Diözesen einzuführen”.

Auch interessant: Kommentar zur Ablehnung eines Segens für homosexuelle Paare: Gottes Gnade gilt allen (Plus-Artikel OVB-Online)

Mönkebüscher sagte, die Segnungsgottesdienste, aber auch die vielen Regenbogenfahnen an den Kirchen und der Protest mit Unterschriftenlisten seien sichtbare Zeichen eines breiten Widerstands gegen das Verbot des Vatikans. „Das, was Rom jetzt gesagt hat, war nicht neu. Man hatte aber gehofft, dass es nicht mehr gesagt werden würde. Und man hatte gehofft, wenn sich Rom überhaupt noch einmal zu einem solchen Thema äußert, dann moderater und offener.” Darin sei man leider enttäuscht worden.

jg

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