Tourismus in Bayern soll wieder anlaufen

Hotels, Busse, Schlösser und Bergbahnen - Diese Lockerungen kommen ab Pfingsten

Bayern - In den Pfingstferien soll in Bayern der Tourismus wieder anlaufen. Unter den inzwischen üblichen Sicherheitsbestimmungen dürfen Beherbergungsbetriebe vom Hotel bis zum Campingplatz wieder öffnen. Auch für Bergbahnen, andere touristische Angebote und Reisebusunternehmen und Bildungseinrichtungen endet die Corona-Zwangspause. Und die nächsten Lockerungen stehen bereits bevor. Ein Überblick.

TOURISMUS

Was darf wann öffnen?

Ab dem 30. Mai, pünktlich zum Pfingstwochenende, dürfen in Beherbergungsbetrieben wie Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen wieder Touristen empfangen werden. Dabei gelten die üblichen Hygienevorschriften wie Mindestabstand und teilweise Mundschutzpflicht.

Ebenfalls ab dem 30. Mai dürfen Freizeitparks ihre Außenbereiche öffnen, Stadt- und Gästeführungen werden erlaubt, Seilbahnen dürfen den Betrieb aufnehmen, der touristische Busverkehr startet - allerdings sind Gruppenreisen explizit ausgenommen. Die Fluss- und Seenschifffahrt darf wieder Gäste befördern. Auch die Schlösserverwaltung sperrt ihre Objekte zu Pfingsten wieder auf. Nur einige Besuchermagnete wie Neuschwanstein, Linderhof oder die Residenzen in Würzburg und München müssen bis nach dem verlängerten Wochenende warten und sind erst ab dem 2. Juni wieder zugänglich.

Zum 8. Juni folgen dann Freibäder und Außenanlagen von Badeanstalten, also etwa Außenbereiche von Schwimmbädern, Kureinrichtungen und Hotels. Innenbereiche von Schwimmbädern bleiben dagegen geschlossen.

Was bedeutet die Öffnung für die bayerischen Touristenorte?

Sie wird sehnsüchtig erwartet. "Wir freuen uns erst einmal sehr", sagt Brigitte Schlögl, Geschäftsführerin der Berchtesgadener Land Tourismus GmbH. Besonders Ferienwohnungen sind stark nachgefragt, wie auch die Allgäu GmbH bestätigt. Traditionell kommen viele Übernachtungsgäste aus dem Inland in die Region: Im Allgäu liegt ihr Anteil bei 87, im Berchtesgadener Land bei 92 Prozent. Auch mit Blick auf den Sommer ist man optimistisch: "Die Buchungslage ist sehr gut und wird von Woche zu Woche – auch Richtung August, September - besser", sagt Stephan Semmelmayr, Geschäftsführer des Vereins Chiemgau Tourismus.

Sorgen machen dagegen der Autoverkehr und die Einhaltung der Abstandsregeln. "Es wird eng, munter und voll", prognostiziert der Vorstand von Füssen Tourismus und Marketing, Stefan Fredlmeier. "Und weil die Menschen überproportional viel mit dem Auto fahren, ist zu befürchten, dass wir verkehrstechnisch ziemlich leiden werden." Bei schönem Wetter rechnet das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West an den Pfingsttagen auch bei den Tagestouristen mit "Spitzenwerten". Doch der Andrang wird nicht nur mit Sorge gesehen: "Ich hoffe sogar auf einen Ansturm, weil unsere Touristiker dringend Gäste brauchen", sagt Stephan Semmelmayr.

Wie wollen die Orte damit umgehen?

Das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West spricht mit den betroffenen Orten über bereichsbezogene Parkverbote und Ersatzparkplätze. In Oberstdorf (Landkreis Oberallgäu) gilt nach den Erfahrungen mit Tagestouristen an den vergangenen Wochenenden an einigen Straßen ein zeitlich begrenztes Halteverbot. "Momentan haben die Kommunen keine andere Möglichkeit der Besucherlenkung", heißt es vonseiten der Allgäu GmbH. Normalerweise sei das auch über Tickets im öffentlichen Nahverkehr möglich. "Aber das greift momentan ja nicht", so eine Sprecherin. "Keiner nutzt den ÖPNV." Zur Überwachung der Abstandsregeln an beliebten Berggipfeln plant die Polizei Aufklärungsflüge mit Hubschraubern. Bisher sei die Einhaltung der Vorschriften an Seen und Bergen "bis auf wenige Ausnahmen" aber unproblematisch gewesen, so ein Polizeisprecher.

GASTRONOMIE

Gibt es auch in der Gastronomie weitere Lockerungen?

Ja, und diese sogar schneller als zunächst von der Regierung geplant: Nach einer Entscheidung des Verwaltungsgerichts Augsburg wurde die ursprünglich für den 2. Juni geplante Verlängerung der Öffnungszeiten für Außenbereiche von 20.00 Uhr auf 22.00 Uhr vorgezogen. Auch wenn das erst ab Samstag offiziell in der Verordnung steht, soll es nach Angaben der Staatskanzlei schon ab Freitag in ganz Bayern gelten.

KULTUR

Wie sieht hier der Zeitplan aus?

Bereits ab dem 30. Mai dürfen verschiedene Bildungsangebote wieder mit Präsenzkursen starten. Ab dem 15. Juni kommt dann der nächste Öffnungsschritt: Konzerte, Theater und andere Kulturveranstaltungen sind dann in geschlossenen Räumen mit bis zu 50 Personen erlaubt, im Freien mit bis zu 100 Personen. Die Zuschauer müssen dabei die ganze Zeit Masken tragen. Auch Kinos sollen dann wieder öffnen dürfen, hier muss aber noch ein Hygienekonzept erarbeitet werden. Wahrscheinlich wird es sich an das für andere Kulturveranstaltungen anlehnen.

SPORT

Wann stehen hier weitere Lockerungen an?

In der zweiten Woche der Pfingstferien. Neben den bereits erwähnten Freibädern dürfen auch Fitnessstudios und Tanzschulen vom 8. Juni an wieder öffnen. Getanzt wird allerdings nur mit festem Partner oder kontaktlos. Teamsportarten dürfen ebenfalls ab dem 8. Juni draußen wieder mit bis zu 20 Personen trainiert werden. Auch Indoor-Sportstätten dürfen dann wieder öffnen.

dpa

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