Nach Corona-Fällen an Grundschulen

Mein Kind hatte Kontakt mit einer positiv auf Corona getesteten Person - Was passiert nun und warum?

Nach den bestätigten Corona-Fällen an Grundschulen im Rosenheimer Raum stellen sich viele Eltern zwei Fragen besonders häufig.
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Nach den bestätigten Corona-Fällen an Grundschulen im Rosenheimer Raum stellen sich viele Eltern zwei Fragen besonders häufig.

Bayern - Die Thematik der Corona-Pandemie und der damit einhergehenden Einschränkungen begleiten die bayerischen Bürger nach wie vor jeden Tag. Nach den bestätigten Corona-Fällen an Grundschulen im Rosenheimer Raum stellen sich viele Eltern zwei Fragen besonders häufig.

Anm. der Red.: Das Vorgehen der Gesundheitsämter kann nach Landkreis und Bundesland variieren. Die beschriebenen Vorgehensweisen beziehen sich auf den Landkreis Rosenheim zum 1. Oktober 2020.

Mit dem Schulstart und dem dazugehörigen Alltag samt Aufenthalt im Klassenzimmer war es nur eine Frage der Zeit, bis erste Corona-Fälle bei Kindern im neuen Schuljahr auftreten. Und wenn das eigene Kind von der Pandemie betroffen ist, ist das ein Grund für Unsicherheit. Das ist für nahezu Jeden nachvollziehbar und oft Grund für genaueres Nachfragen.

In Folge der verordneten Quarantäne für insgesamt 60 Schülerinnen und Schüler aus dem Landkreis Rosenheim, erreichten die Redaktion von rosenheim24.de besonders oft zwei bestimmte Fragen:

Warum muss mein Kind weiterhin in Quarantäne bleiben, obwohl ein negativer Test vorliegt und kein zweiter Test angeordnet ist?

Auf die Anfrage der Redaktion beantwortete das Gesundheitsamt Rosenheim die Frage wie folgt:

„Das Kind muss auch bei einer negativen Testung in Quarantäne bleiben, da die Inkubationszeit nach einer möglichen Infektion mit SARS-CoV-2 14 Tage beträgt. Die Testung erfolgt lediglich, um bereits Infizierte ohne Symptome ausfindig zu machen.“

Gesundheitsamt Rosenheim

Für das Vorgehen wird auf den Management-Leitfaden des Robert-Koch-Instituts verwiesen. In diesem heißt es zum Umgang mit Kontaktpersonen bestätigter COVID-19-Fälle: „Das infektiöse Zeitintervall ist variabel und hängt davon ab, ob die Fallperson im Rahmen der SARS-CoV-2-Infektion symptomatisch wurde oder nicht.“

Später folgt im Leitfaden unter dem Punkt zum Vorgehen für das Management von Kontaktpersonen der Kategorie 1, dass auch ein zweiter Test nach fünf bis sieben Tagen empfohlen wird.

Der empfohlene zweite Test nach fünf bis sieben Tagen, welcher im aktuellen Vorgehen im Landkreis nicht durchgeführt wird, würde die betroffene Person im Übrigen auch bei einem weiteren negativen Ergebnis nicht von der Quarantäne befreien, da das infektiöse Zeitintervall wie oben bereits zitiert variabel ist. Beide Tests dienen laut RKI der Erkennung asymptomatischer Infizierter zur eventuell notwendigen Nachverfolgung weiterer Infektionsketten.

Kurz zusammengefasst:

Die Corona-Tests dienen der Erkennung weiterer Infizierter, um eventuelle neue Infektionsketten nachverfolgen zu können. Um sicher zu gehen, gilt die Quarantänezeit trotz eines negativen Testergebnisses.

Wieso müssen die Eltern als direkte Kontaktperson eines potentiell erkrankten Kindes (bevor ein Testergebnis vorliegt) nicht auch in Quarantäne?

Auch diese Frage erreichte die Redaktion in zahlreichen Varianten. Das Rosenheimer Gesundheitsamt beantwortete die Frage:

„Erst wenn ein Test bei einer Kontaktperson positiv ausfällt oder eine Kontaktperson Symptome entwickelt, handelt es sich um einen Erkrankungsfall beziehungsweise dringenden Verdachtsfall, bei dem dann die engen Kontaktpersonen (in dem genannten Fall die Eltern) ermittelt und in Quarantäne abgesondert werden.“

Gesundheitsamt Rosenheim

Wie die Pressesprecherin des Landratsamtes Rosenheim Ina Krug im Gespräch mit rosenheim24.de mitteilte, helfe dieses Vorgehen auch, um die Zahl der in Quarantäne geschickten Personen gering zu halten. Solange kein direkter Kontakt zu Infizierten stattgefunden hat, sei dies vertretbar. Entwickelt das Kind während der Quarantäne jedoch Symptome und wird in Folge positiv getestet, werden auch die Eltern zu Kontaktpersonen der Kategorie 1. Dann benötigen auch sie einen Test und müssen in Quarantäne.

Kurz zusammengefasst:

Nach aktuellem Vorgehen, wird eine Quarantäne erst dann verpflichtend, wenn ein positiver Test des eigenen Kindes vorliegt und die Eltern zu Kontaktpersonen der Kategorie 1 werden.

mda

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