Verspätungen, Ausfälle, Bahnverkürzungen

So schneiden Meridian und BOB im Bahn-Ranking ab

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Bayern - Die Bayerische Oberlandbahn und der Meridian sollen sich laut der BEG dringend verbessern. Sie schneiden seit längerem bei Rankings nicht gut ab.

Meridian und Bayerische Oberlandbahn kämpfen seit Längerem mit unzufriedenen Fahrgästen und negativer Presse. Zuletzt machten sie Schlagzeilen, weil die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) sie und die Ostallgäu-Lechfeld-Bahn zum Krisengespräch einlud. Anlass der Sitzung waren die mangelnden Qualitätsstandards, die ständige Verspätungen, Defekte, Zugkürzungen und Zugausfälle verursachten. Für die Fahrgäste seien solche Probleme untragbar. 

Genau wegen dieser Missstände wurde das Qualitäts-Monitoring der BEG im Februar nochmal intensiviert. „Die Tatsache, dass es bei einem Verkehrsunternehmen in gleich mehreren Netzen zu so massiven Problemen verschiedenster Ursachen kommt, ist absolut ungewöhnlich. Zu den Transdev-Netzen BOB, Meridian und Ostallgäu-Lechfeld-Bahn sind bei der BEG seit Fahrplanwechsel im Dezember 2018 die mit Abstand meisten Fahrgastbeschwerden aller bayerischen Verkehrsunternehmen eingegangen. Wir erwarten nun einen klaren und für die BEG nachvollziehbaren Maßnahmenplan zur dauerhaften Stabilisierung des Betriebs in allen drei Netzen“, erklärte der Geschäftsführer der BEG, Thomas Prechtl.

Die BOB kämpfte vor allem mit den Witterungsbedingungen des heftigen Winters, wodurch sich zeigte, dass das Störfallmanagment der Bayerischen Oberlandbahn unzureichend ist. Es waren zwar bereits Maßnahmen zur Verbesserung vorgenommen worden, doch diese reichten offenbar nicht aus. 

Der Meridian hatte vor allem mit der Fahrzeugsituation, die dazu führte, dass zahlreiche Züge gekürzt und in der Folge überfüllt waren, wurden zu kämpfen. Prechtl kritisierte scharf, dass die unzuverlässige Bereitstellung der geforderten Kapazitäten so nicht sein könne. Von den betroffenen Bahnen wurde daher ein Verbesserungskatalog gefordert, der dabei helfen solle, die Qualität des Angebotes erheblich anzuheben und so Fahrgäste an die Verkehrsträger zu binden und neue zu gewinnen. 

Teilweise scheinen sich bereits Verbesserungen anzudeuten. In einer Pressemeldung der BEG wurde das Qualitäts-Ranking mit den Jahreswerten 2018 veröffentlicht. Hierbei wurden Qualitätsstandards wie die Sauberkeit der Fahrzeuge, die Fahrgastinformation in Störungsfällen, die Funktionsfähigkeit der Ausstattung, die Serviceorientierung der Zugbegleiter und die Kundenorientierung bei Beschwerden ausgewertet. 

Der Meridian kann sich über eine leichte Verbesserung dieser Werte freuen. Zwar bleibt seine Position im Ranking unverändert bei Platz neun, doch im Vergleich mit dem letzten Vergleichszeitpunkt, verbesserten sich die Qualitätswerte mit einer steigenden Tendenz. Die Bayerische Oberlandbahn bleibt ebenfalls unverändert auf dem 20. Platz, doch ihre Aufwärtstendenz ist im im Vergleich mit der letzten Messung gesunken. 

Die Berchtesgadener Land Bahn ist vom sechsten sogar auf den fünften Platz des Rankings geklettert, ihre Qualitätsverbesserung hat eine sehr positive Tendenz. Der Linienstern Mühldorf dagegen ist vom zehnten auf den 13. Platz abgestürzt.

Schwierig ist die Auswertung der Störungsfälle. Meridian und BOB nutzen nämlich die Strecken der Deutschen Bahn. Gibt es also technische Schwierigkeiten auf den Gleisen, oder im Stellwerk, können die beiden Anbieter kaum etwas dafür. Dennoch bekommen sie in solchen Fällen den berechtigten Unmut ihrer Fahrgäste zu spüren. Verbessern können sie nur ihren eigenen Service und ihre eigenen Technologien.  Ob die Qualitätsoffensive der BEG fruchtet bleibt abzuwarten. 

jv

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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