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FFP2-Maskenpflicht in Supermärkten und Nahverkehr in Bayern ab Montag

FFP2-Maskenpflicht in Bayern
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FFP2-Maskenpflicht in Bayern

Bayerns Bürger sollen sich noch besser vor Corona schützen - unter anderem mit Masken der Schutzklasse FFP2. Der Maskentyp wird nun in Bussen und Bahnen vorgeschrieben. Er soll auch den Träger selbst schützen.

München - Wer in Bayern zum Einkaufen geht oder den öffentlichen Nahverkehr benutzt, muss von nächster Woche an eine FFP2-Schutzmaske tragen. Diese Masken schützen nicht nur das Umfeld, sondern auch den Träger selbst vor Viren. Damit bieten sie im Kampf gegen Corona deutlich mehr Schutz als die herkömmlichen Stoffmasken, die bislang vorgeschrieben sind. Einen entsprechenden Beschluss fasste das Kabinett unter Vorsitz von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Dienstag in München. Die neue Regelung tritt am kommenden Montag in Kraft. Andere Bundesländer überlegen, ob sie nachziehen.

Söder sagte, die „normalen Community-Masken“ seien in der Corona-Pandemie zum Schutz der anderen. FFP2-Masken schützten auch den Träger selbst. „Die Verfügbarkeit im Handel ist ausreichend gewährleistet, also es gibt keine Mangelware FFP2“, betonte der Ministerpräsident.

Neuerung stößt auf viel Zustimmung

Die Neuerung stieß auf viel Zustimmung. „Alle bisherigen Studien haben nachgewiesen, dass der ÖPNV sicher ist“, sagte Burkhard Hüttl vom Verband Deutscher Verkehrsunternehmen Bayern der Deutschen Presse-Agentur. „Von daher wird eine hohe Sicherheit jetzt noch weiter erhöht - dem verschließen wir uns natürlich nicht.“ Auch der Handel sieht die Pflicht zu FFP2-Masken positiv. „Es ist ein logischer Schritt, denn die Fallzahlen gehen bisher nicht zurück“, sagte der Geschäftsführer des Handelsverbands Bayern, Bernd Ohlmann.

Insgesamt sprach Söder angesichts etwas zurückgehender Corona-Zahlen von einer „verhalten positiven Tendenz“. „Ein Großteil der Maßnahmen beginnt zu wirken.“ In Bayern lag die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen am Dienstag laut Robert Koch-Institut bei 158,8. Insgesamt 26 der 96 Landkreise und kreisfreie Städte liegen über einer Inzidenz von 200, fünf davon über 300.

Was sind überhaupt FFP2-Masken?

Dabei handelt es sich um sogenannte partikelfiltrierende Gesichtsmasken. Die Bezeichnung FFP stammt aus dem Englischen (Filtering Face Piece). Diese Masken werden in drei Kategorien eingeteilt - 1 bis 3. Ursprünglich sind sie insbesondere aus dem Handwerk bekannt. Die Arbeiter schützen sich damit dagegen, Staub oder andere giftige Stoffe einzuatmen. Die unterschiedliche Bezeichnung geht darauf zurück, wie viele Aerosole die Masken filtern können. „FFP2-Masken müssen mindestens 94 Prozent und FFP3-Masken mindestens 99 Prozent der Testaerosole filtern“, erläutert das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte.

Warum sind FFP2-Masken besser als die sogenannten Alltagsmasken?

Der Unterschied liegt insbesondere darin, ob sie eher die anderen oder auch die Maskenträger selbst schützen. Bei korrekt sitzenden FFP2-Masken würden beide Seiten vor Partikeln, Tröpfchen und Aerosolen geschützt, erklärt das Institut. Wie die Gesellschaft für Aerosolforschung erläutert, halten einfache Mund-Nasen-Bedeckungen kleinere Partikel nicht so gut ab. Daher seien sie für den Selbstschutz nicht geeignet.

Bei der Mund-Nase-Bedeckung, für die es keine Norm gibt, gibt es auch keine wissenschaftlich nachgewiesene Schutzfunktion. Dennoch gehen Experten davon aus, dass auch einfache Masken einen Beitrag zur Eindämmung der Pandemie leisten. „International gibt es zahlreiche wissenschaftliche Veröffentlichungen, die die gewonnenen Erfahrungen über die Wirksamkeit der Mund-Nasen-Bedeckungen im Sinne eines allgemeinen Bevölkerungsschutzes bestätigen“, betont das Bundesinstitut.

Außerdem gibt es noch FFP2-Masken mit einem Ventil. Diese filtern nicht die ausgeatmete Luft so gut: Der Schutz für andere ist gering. Diese Masken widersprächen somit „dem Solidaritätskonzept, dass Mitmenschen durch kollektives Maskentragen geschützt werden“, betont die Forschungsgesellschaft

Wie lange dürfen FFP2-Masken getragen werden?

Während die Mund-Nase-Bedeckungen aus Stoff gewaschen und wiederverwendet werden können, sind FFP2-Masken Einmalprodukte. Der Tüv Nord weist darauf hin, dass das Schutzniveau sinkt, wenn sie gewaschen werden. Diese Masken könnten einen Tag lang getragen werden - dann sollten sie in den Müll.

Zudem rät der Tüv, bei den Masken auf Prüfnorm (DIN EN 149:2009-08), CE-Kennzeichen sowie eine vierstellige Nummer zu achten, die Rückschlüsse auf das Prüf-Institut zulasse. Dies gelte auch für die sogenannten KN95-Masken, die oft an Stelle von FFP2-Masken verkauft werden. Der Tüv warnt außerdem vor Billigprodukten aus dem Internet.

Bereits 140.000 Menschen in Bayern geimpft

Binnen 24 Stunden gab es in Bayern 1740 Neuinfektionen - fast 500 weniger als vor einer Woche. Mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 158,8 liege der Freistaat bundesweit auf Platz sieben. Inzwischen sind nach Angaben von Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) im Freistaat 140.000 Menschen gegen Corona geimpft (Stand 12. Januar). Bayern liegt damit an der Spitze aller Bundesländer nach absoluten Zahlen - und laut RKI auf Platz vier hinter Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Sachsen-Anhalt in Relation zur Zahl der Einwohner.

Söder forderte zu mehr Impfbereitschaft auf, auch angesichts der Gefahr durch mutierte Viren aus Großbritannien und Irland. Beim Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit sei nun eine Stelle angesiedelt worden, bei der der Nachweis dieser Viren möglich sei. Bisher waren zwei Fälle in Bayern bekanntgeworden, beide bei Reiserückkehrern aus Großbritannien.

Söder bezeichnete die Entwicklung als besorgniserregend. „Das Positive könnte sein, der Wirkstoff wird wohl da auch wirken. Das ist glaub ich die Hoffnung, die damit verbunden ist“, sagte der CSU-Politiker. „Das Negative: Aggressivere Virenverbreitung setzt sich in der Dominanz eines Virus durch.“ Die bisherigen Abstandsregeln könnten deutlich zu wenig sein. „Es könnte alle Bemühungen der letzten Wochen gefährden, sollte sich diese Form durchsetzen.“

Debatte um Impfpflicht in Pflegeberufen

Auch eine Debatte über eine Impfpflicht für Angehörige von Pflegeberufen solle geführt werden. Der gelieferte Impfstoff werde gegenwärtig in Bayern vollständig verabreicht. Die Impfbereitschaft sei aber Anlass zur Sorge. „Wir sind ganz klar gegen eine allgemeine Impfpflicht - da muss keiner Sorge haben“, sagte Söder. Für ganz bestimmte Berufsgruppen könne man aber eine Debatte über eine Verpflichtung führen - das habe auch der Deutsche Ethikrat bereits angestoßen.

Von den Pflegeverbänden kam prompt ein Veto: „Die Impfung gegen Corona muss eine freiwillige Entscheidung jedes einzelnen Menschen bleiben, und das muss auch für die Pflegenden gelten“, betonte die Geschäftsführerin des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe Südost, Marliese Biederbeck.

Söder will Corona-Testpflicht für Pendler aus dem Ausland wieder einführen

Auch eine wöchentliche Corona-Testpflicht für Berufspendler aus dem Ausland will Söder wieder einführen. Mit einer neuen Einreise-Quarantäneverordnung des Bundes werde dafür voraussichtlich noch in dieser Woche die Möglichkeit geschaffen, sagte er. Auf dieser Grundlage werde man das schon einmal praktizierte Modell wiederbeleben.

Ende Oktober hatte Bayern schon einmal eine Testpflicht für Pendler aus dem Ausland eingeführt. Wer regelmäßig mindestens einmal wöchentlich einreiste, entweder zu Berufs- oder zu Ausbildungszwecken, musste den Behörden regelmäßig einmal pro Woche einen negativen Corona-Test vorlegen. Ende November hatte der Bayerische Verwaltungsgerichtshof die Regelung allerdings gekippt.

dpa

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