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Mutter äußert sich zur aktuellen Schulsituation: „Was Kindern damit angetan wird, ist einfach nur ekelhaft“

Unsere Leserin Franziska Arndt äußert ihre Meinung zu der aktuellen Schulsituation.
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Unsere Leserin Franziska Arndt äußert ihre Meinung zu der aktuellen Schulsituation.

Einmal Wechselunterricht, einmal Präsenzunterricht und einmal Distanzunterricht - im Freistaat herrscht derzeit Unterrichts-Wirrwarr. Auch die geplante Testpflicht sorgt bei einigen Eltern für Kopfschütteln. Ihr habt uns Eure Meinungen zur aktuellen Schulsituation in Bayern geschildert:

Landkreis - Nach rund einem Vierteljahr Corona-Zwangspause dürfen seit Montag, 15. März, auch die weiterführenden Schulen in Bayern wieder öffnen - aber nur im Wechselunterricht und nur in Regionen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz unter 100.

In der Pressekonferenz nach der Kabinettssitzung am Dienstag, 16. März, gab Ministerpräsident Markus Söder zudem den Anstoß, unter bestimmten Voraussetzungen eine Corona-Testpflicht an Schulen einzuführen. Dies müsse allerdings erst noch geprüft werden. Wenn die Zahl der Infektionen steige, müsse engmaschiger getestet werden.

Welche Schulklassen aktuell Präsenz-, Wechsel- oder Distanzunterricht erhalten, hängt vom jeweiligen 7-Tage-Inzidenzwert ab. Bei vielen Eltern und Schülern stößt das Vorgehen jedoch auf Unverständnis. Die OVB24-Redaktion hat Euch gefragt, wie Ihr über die aktuelle Schulsituation denkt.

Unterrichts-Wirrwarr und geplante Testpflicht: Eure Leserbriefe zur aktuellen Schulsituation

Anm. der Red.: Der Inhalt der Leserbriefe gibt ausschließlich die Meinung der Einsender wieder und muss nicht den Ansicht(en) der Redaktion widerspiegeln.

Claudia Ilmauer aus Teisendorf

Als Mutter von drei Schulkindern möchte ich mich heute auch mal zur Schulsituation äußern. Wir haben unseren Kindern durch den Wegfall sämtlicher Freizeitaktivitäten sehr viel zugemutet. Leider wird im schulischen Umfeld (hauptsächlich durch Vorschriften und weniger durch die Lehrer*innen) und durch die Politik relativ wenig Rücksicht auf die Schulausfälle und die besondere Situation genommen. Die Leistungsanforderungen wurden nämlich kaum gesenkt.

Jetzt findet wenigstens Onlineunterricht statt, der den normalen Unterricht aber nur bedingt ersetzt. Im letzten Jahr wurde die Bildung fast komplett auf Eis gelegt. Am meisten Unterrichtsmaterial bekam und bekommt immer noch unsere Grundschülerin. Alle drei Kinder und auch uns Eltern belastet diese Unsicherheit und dieses heute auf und morgen wieder zu zunehmend. Ob die Schulöffnung und der dadurch bedingte Transport im ÖPNV bei bereits wieder steigenden Inzidenzen 14 Tage vor den Osterferien eine gute Idee war, wage ich zu bezweifeln, aber wenigstens waren sie ein Lichtblick für meine Kinder. Ich hoffe jetzt einfach, dass uns das keine Quarantäne über die Osterferien einbringt.

Durch unsere besondere Situation an der Landkreisgrenze BGL (Wohnlandkreis) und TS (Schullandkreis) hatte mein Sohn (8. Klasse) seit Mitte Oktober zwei Tage Unterricht. Es ist weder für uns Eltern noch für die Lehrer*innen einfach, die Jugendlichen bei der Stange zu halten. Besonders schwer haben es meiner Meinung nach - durch den Ausfall vieler Unterrichtsstunden und gleichzeitigem Leistungsdruck durch die anstehenden Prüfungen - die diesjährigen Abschlussschüler*innen aller Schularten.

Ich wäre für Durchschnittsabschlüsse für alle diesjährigen Absolvent*innen, da die Abschlüsse aufgrund der unterschiedlichen Voraussetzungen dieses Jahr sowieso nicht vergleichbar sind und es viel psychischen Stress von unseren Jugendlichen nehmen würde. Alle Absolvent*innen, die sich noch verbessern wollen oder müssen, sollen die Möglichkeit dazu (durch zusätzliche freiwillige Leistungsnachweise) bekommen. Um eine aussagekräftigere Bewertung zu erhalten, könnte man die Noten des Schuljahres 2019/2020 zusätzlich heranziehen.

Von unseren Politiker*innen fühle ich mich mittlerweile etwas veräppelt. Schule auf geht nicht, aber wenigstens können wir mit unseren Kindern in den Baumarkt oder in den Gottesdienst gehen. *Ironie off*

Schnelltests in den Schulen würde ich begrüßen, da es für Eltern, Großeltern, Lehrer*innen und auch alle vorerkrankten Schüler*innen etwas mehr Sicherheit gäbe. Da die Haus- und Kinderärzt*innen sowieso dazu angehalten sind, alle Atemwegsinfekte auf Covid 19 zu testen, finde ich es auch sinnvoll, alle Kinder bei Infekten und vor einem neuerlichen Schulbesuch zu testen.

Zuletzt möchte ich allen Lehrern und Lehrerinnen herzlich danken, denen die Bildung und das seelische Wohl unserer Kinder und Jugendlichen am Herzen liegen und die sich dafür überdurchschnittlich engagieren. Ebenso allen Kindern und Jugendlichen, die weiter durchhalten und trotz erschwerten Bedingungen weiter fleißig lernen. Ein riesiges Dankeschön auch an alle großen Geschwister, die während der Schulschließungen wiederholt ihre kleinen Geschwister betreut haben und ihnen damit eine Verwahrung in der Notbetreuung erspart haben!

Auch interessant: Diverse Unterrichtsformen, Verstärkerbusse, Selbsttests - Was hat sich nach einem Jahr Corona verbessert? (Plus-Artikel)

Franziska Arndt aus Bayern

Unsere Leserin Franziska Arndt äußert ihre Meinung zu der aktuellen Schulsituation.

Ganz ehrlich, diese ganze Testerei geht mir auf die Nerven! Ich würde es verstehen, wenn es wirklich Symptome gäbe, die dafür sprechen. Aber einem Schulkind oder noch schlimmer einem Kindergartenkind so was antun zu müssen, nur damit es sein Recht auf Bildung und seine sozialen Kontakte aufrechterhalten kann, finde ich echt bedenklich. Man denke nur daran, wie viel Angst Kinder vor Unbekanntem haben.

Meine Große wird heuer acht Jahre alt und musste schon ein Mal einen Schnelltest machen. Sie hat geschrien und geweint und hatte starke Angst. Und wofür? Damit sie wieder in die Schule wieder konnte! Denkt eigentlich mal nur einer da oben nach und nutzt sein Hirn? Was Kindern damit angetan wird, ist einfach nur ekelhaft und krank in meinen Augen. Du darfst nur in die Schule oder in den Kindergarten, wenn du ein Stück Papier vorweisen kannst, auf dem steht, dass der Corona-Test negativ ist. Ich finde das einfach nur traurig.

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Susanne Truckenbrodt-Merk aus Bayern

Wir werden lernen müssen, mit dem Virus zu leben und wir werden nicht ein Leben lang testen und impfen können. Das gilt für alle Altersgruppen. Für Kinder ist dieses Hin- und Her besonders schwer, da ihnen der Halt der Beständigkeit fehlt. Kinder brauchen Halt, da er ihnen Sicherheit gibt.

Außerdem müssen sich Kinder auspowern können, was derzeit ja ebenfalls nicht erlaubt ist und somit kein Ausgleich zur Schule und zum Lernen möglich ist. Der (Schul-)Sport ist wichtig für die Kinder - und ich meine den Teamsport. Gerade über den Sport wird im Gehirn verarbeitet. Die Kinder lernen Teamfähigkeit, mit Niederlagen umzugehen und sich für Ziele anzustrengen. Fazit - alle Schulen aufmachen - vollen Präsenzunterricht und als Unterrichtsfach Alltagshygiene reinbringen. Das Virus lässt sich nicht komplett ausrotten und durch die ganze Distanzierung werden wir nur noch empfindlicher auf das Virus.

Wie denkt Ihr über die aktuelle Schulsituation in Bayern? Schickt uns Eure Leserbriefe

Doch was haltet Ihr von der aktuellen Schulsituation - habt Ihr hier noch den Durchblick? Sollten die Öffnungen unabhängig von den Inzidenzzahlen erfolgen und haltet Ihr es für sinnvoll, dass jeder erkältete Schüler einen negativen Corona-Test braucht, sobald er in die Schule will?

Wie erlebt Ihr als Eltern die aktuelle „Achterbahnfahrt“ der Schulöffnungen? Seid Ihr Schüler und möchtet uns von Eurem derzeitigen Schulalltag berichten? Was sagt Ihr zur geplanten Corona-Testpflicht an Schulen in Hotspots? Gerne könnt Ihr uns von Euren Erfahrungen berichten. OVB24 ist auf Eure Meinungen gespannt. Schickt uns Euren Leserbrief zum Thema per Mail an termine@ovb24.de (Kennwort: „Schulsituation in Bayern“ im Betreff).

Bitte sendet uns neben Euren Zeilen auch unbedingt Euren Namen und Euren Wohnort - auch ein Foto von Euch könnt Ihr gerne mitschicken. Die Redaktion veröffentlicht Eure Leserbriefe samt kompletten Namen und Wohnort anschließend in einem Artikel.

Anm. der Red.: Die Redaktion behält sich vor, Zuschriften entsprechend zu kürzen oder die Veröffentlichung gegebenenfalls ohne Angabe von Gründen zu verweigern.

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Erkältete Schüler brauchen negativen-Corona-Test

In der Schule bleibt es bei der Maskenpflicht (mit Ausnahmen etwa während Stoßlüftungen) sowie den Abstands- und Hygieneregeln. Seit Montag, 15. März, müssen Kinder und Jugendliche mit einer Erkältung vor dem Schulbesuch zudem auch einen negativen Corona-Test vorweisen. Ein Selbsttest ist nicht gültig. Nötig sei ein PCR- oder POC-Antigen-Schnelltest, der im Testzentrum, in Apotheken oder bei Ärzten durchgeführt werde, teilte das Kultusministerium am Freitag, 12. März, in München mit.

Nur bei Schnupfen oder Husten mit allergischer Ursache wie Heuschnupfen ist ein Schulbesuch weiter ohne Test möglich. Eine Ausnahme gilt auch bei einer verstopften Nase ohne Fieber, gelegentlichem Husten, Halskratzen oder Räuspern.

Schulbetrieb: Freitag ist Stichtag für die Folgewoche

Damit Schulen und Kitas nicht alle paar Tage öffnen und wieder schließen, wurde der Freitag der jeweiligen Vorwoche als Inzidenz-Stichtag festgelegt. Liegt ein Landkreis oder eine kreisfreie Stadt am Freitag unter der Inzidenz von 100 werden Schulen und Kitas in der kommenden Woche geöffnet - auch wenn der Wert in dem Zeitraum überschritten wird. Maßgeblich sind die Zahlen des Robert Koch-Instituts.

jg

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