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Streitthema "Motorrad": Fahrverbote an Sonn- und Feiertagen oder österreichisches Modell?

Leipzig: Motorraddemo gegen Fahrverbote
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Leipzig: Motorradfahrer nehmen an einer Demonstration gegen mögliche Fahrverbote teil und halten ein Banner mit der Aufschrift "Fahrverbote - nein danke!". Rund 16 500 Motorradfahrer haben am Sonntag in Leipzig gegen mögliche Fahrverbote protestiert. Damit war die Bikerdemo nach Polizeiangaben deutlich größer als gedacht.

München/ Landkreise - Seit Anfang Juli sorgt das Thema "Motorrad und mögliche Fahrverbote" für viel Wirbel und Aufregung. Der Bundesrat fordert zeitlich beschränkte Verkehrsverbote in Deutschland an Sonn- und Feiertagen aus Lärmschutzgründen. In Österreich gilt seit einem Monat auf einer beliebten Strecken im Bundesland Tirol eine Sperre für zu laute Motorräder. 

Am Wochenende 4./5. Juli 2020 demonstrierten bundesweit mehrere Zehntausend Biker gegen vom Bundesrat geforderte zeitlich beschränkte Verkehrsverbote aus Lärmschutzgründen, in München legten 10.000 Biker zeitweise sogar den Mittleren Ring lahm

Anlass für die Protestfahrt waren vom Bundesrat geforderte zeitlich beschränkte Verkehrsverbote an Sonn- und Feiertagen aus Lärmschutzgründen. Damit soll der Motorradlärm etwa in beliebten Ausflugsgegenden reduziert werden. Der Rat sah in seinem Beschluss "dringenden Handlungsbedarf". Die Länderkammer möchte unter anderem, dass Polizisten Fahrzeuge bei "gravierenden Lärmüberschreitungen" sofort sicherstellen dürfen.  

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) zeigte sich anderer Meinung und stellte sich auf die Seite der Motorradfahrer. Er sprach sich gegen weitere Motorrad-Fahrverbote aus: "Die Biker zeigen bei den Protesten ihre Haltung gegen Verschärfungen und Verbote. Das ist auch meine Haltung." Scheuer wies außerdem darauf hin, dass diese Idee nicht aus seinem Ministerium stamme. Fahrer- und Herstellerverbände kritisierten den Vorschläge ebenfalls als "wirklichkeitsfremd" und "populistisch".  

ADAC strikt gegen "Kollektivstrafen" - österreichisches Modell denkbar?

ADAC Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand lehnt diese Forderungen auch entscheidend ab: "Nach unseren Kenntnissen ist die überwiegende Mehrheit der Motorradfahrer ordnungsgemäß unterwegs. Aufgrund einiger weniger schwarzer Schafe Kollektivstrafen zu verhängen, wie sie etwa eine Streckensperrung darstellt, ist nicht angemessen."

Das benachbarte Österreich hat währenddessen für beliebte Strecken im Bundesland Tirol eine Sperre für zu laute Motorräder verhängt. Seit dem 10. Juni dürfen auf beliebten Bergstraßen im Bezirk Reutte in der Region Außerfern Maschinen, die laut Zulassung ein Standgeräusch von über 95 Dezibel aufweisen, nicht mehr fahren. Bei Verstößen droht ein Bußgeld von bis zu 220 Euro. Das berichtet der Spiegel. Markus Eberle, Bürgermeister der Gemeinde Tannheim, die an einer der betroffenen Strecken liegt, sagte: „Es ist spürbar leiser geworden, die Grenze bei 95 Dezibel hat sich in kurzer Zeit bewährt.“

Hotspots am Rossfeld und Sudelfeld: Lage in unserer Region

Auf die Frage, ob es in unserer Region eine hohe Meldungs- und Beschwerderate wegen zu lauter Motorräder gebe, antwortete Martin Emig, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, auf Anfrage von rosenheim24.de mit einem entscheidenden "nein".  

Natürlich gebe es auch im Gebiet des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd sogenannte Hotspot-Strecken wie am Sudelfeld oder am Roßfeld, dort leiste aber die Einsatzgruppe "Kontrolle Motorrad" eine hervorragende Arbeit. "Regelmäßig werden hier Lärmmessungen durchgeführt und einzelne Fahrzeuge zum Beispiel wegen eines zu lautem Auspuffs aus dem Verkehr gezogen", so Emig. Ein grundsätzliches Problem sehe die Polizei in diesem Zusammenhang aber nicht. 

In Deutschland ist in den Fahrzeugscheinen klar geregelt, wie laut ein Fahrzeug bei wie vielen Umdrehungen sein darf. 

mz  

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