Nach dem Tod seines Vaters

Thai-König Rama X. prellt Bayern um drei Milliarden Euro - mit simplem Trick

Thailands König gekrönt
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König Maha Vajiralongkorn, mit Beinamen Rama X, von Thailand winkt neben seiner Frau, Königin Suthida von Thailand, von einem Balkon des Großen Palastes.

Bayern/Thailand - Bis Oktober 2016 wohnte Thailands König Rama X. in einer protzigen Villa am Starnberger See. Als sein Vater Bhumibol starb, hätte er eigentlich Erbschaftssteuer zahlen müssen. Doch mit einem einfachen aber dreisten Trick konnte er dies umgehen.

Bereits seit Jahren - auch schon vor seiner Krönung zum thailändischen König - verbringt Rama X. sehr viel seiner Zeit in Oberbayern. So viel Zeit, dass er sich in Tutzing die Villa Stolberg gekauft und somit einen offiziellen Wohnsitz im Freistatt hatte. Bis zum Tod seines Vaters Bhumibol († 88) im Oktober 2016 wohnte Rama X. dort. 

Rama X. erbte von Vater Vermögen von rund zehn Milliarden Euro

Nach dem Tod seines Vaters erhielt Rama X. ein staatliches Erbe von etwa zehn Milliarden Euro. Da er die Villa Stolberg gekauft hatte, und somit einen offiziellen Wohnsitz in Deutschland vorweisen konnte, wäre der König dem Freistaat demnach eine Erbschaftssteuer von 30 Prozent des Vermögens schuldig gewesen - satte drei Milliarden Euro also.

Wieso konnte Rama X. also den Freistaat um drei Milliarden Euro prellen? Nach Informationen der Bild-Zeitung hat ein einfacher Zettel an der Türklingel seiner Tutzinger Villa den Ausschlag gegeben. Dieser Zettel, der nur wenige Tage nach dem Tod des Vaters an der Tür angebracht wurde, deklarierte die Ville kurzerhand zu einer thailändischen Botschaft. Zwei Telefonnummern ohne Anschluss sollen auf diesem Zettel gestanden haben. Diplomaten müssen nicht zwingend Erbschaftssteuer zahlen - und bei Rama X. habe dieser simple Trick tatsächlich funktioniert.

Finanzministerium räumt Steuerpflicht ein, aber...

Um zusätzlich dazu auf Nummer sicher zu gehen, hat Rama X. offenbar auch seinen Wohnsitz gewechselt und zog kurzerhand ins Luxus-Hotel "Sonnenbichl". Obwohl Hotels zu Pandemie-Zeiten für Gäste gesperrt waren, erhielt der König mitsamt seinem Gefolge eine Ausnahme-Genehmigung. Als Gast in einem Hotel lebt man grundsätzlich befreit von solchen steuerlichen Pflichten.

Der Grünen-Fraktion im bayerischen Landtag fiel diese Steuer-Ungerechtigkeit auf und hat laut Bericht beim Bayerischen Staatsministerium der Finanzen und Heimat nachgefragt. Dieses habe zwar eingeräumt, dass auch der König seinen steuerlichen Pflichten nachkommen müsste, die "gesamtstaatlichen Interessen der auswärtigen Beziehungen" seien jedoch zu berücksichtigen. Außerdem habe sich das Ministerium auf das Steuergeheimnis, das „Recht auf informelle Selbstbestimmung“ und „Geheimschutzrechte“ berufen. "Gesetzgeberischer Handlungsbedarf wird nicht gesehen", so die Aussage aus dem Landtag.

mh

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