Regionale Bräuche zur Osterzeit

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Der Georgiritt in Traunstein

Landkreis - An Ostern freuen sich vor allem die Kinder auf die Ostereiersuche und das Osterlamm. Aber welche Bräuche gibt es bei uns in der Region sonst noch zur Osterzeit?

Osterhase, Ostereier, die spannende Suche danach und das Osterlamm - neben diesen teilweise modernen Bräuchen, gibt es auch historische, die wohl nach und nach in Vergessenheit geraten sind. Dahinter steckt aber immer eine interessante Geschichte:

Überall stumme Kirchen am Gründonnerstag

Das Graberl-Bier

Am Gründonnerstag verstummen in den katholischen Kirchen in den Gebieten von rosenheim24, bgland24, chiemgau24 und innsalzach24 die Glocken als Zeichen der Trauer. Der Volksmund sagt „Die Glocken fliegen nach Rom“. Bis zur Osternacht werden die Gläubigen mit Klappern und Ratschen zur Liturgie gerufen. Eine besonders große Walzenratsche kommt beispielsweise in Wasserburg in der Jakobskirche zum Einsatz.

„In Wasserburg breitete sich die Karfreitagsstimmung bis in die Wirtshäuser aus…“, berichtet ein Standardwerk über bairisches Brauchtum. Sogar Ludwig I. ließ sich verwundert von diesem Brauch berichten, als dieser zur Osterzeit in der Stadt verweilte.  Der Brauch des „Graberl-Bieres“ wird aber seit etwa 80 Jahren nicht mehr aktiv gepflegt. Der Wasserburger Chronist Josef Kirmayer führt letztmals 1929 einen Beleg.

"Oarscheibn"

Das Oarscheibn - hier auf dem Wendelstein

Zu Ostern gehört auch das „Oarscheibn“ am Ostersonntag und Ostermontag, das noch in vielen Familien in Bayern Tradition hat und besonders im Chiemgau gepflegt wird. Und so funktioniert´s: Zwei Rechen werden nebeneinandergelegt, dann lässt man die Ostereier über die Rinne, die die Rechenstiele jetzt bilden, hinunterrollen. Auf das erste Ei, das über die Rinne im Gras landet, wird ein Cent gelegt. Der nächste Mitspieler muss jetzt versuchen, mit seinem Ei das Geldstück vom anderen Ei runterzustoßen, natürlich auch auf die gleiche Weise über die Rechenstiele. Wenn dies gelingt, gehört dem zweiten Mitspieler das Geld.

Speisenweihe

Auch im Berchtesgadener Land gibt es einen Osterbrauch, der sich bis heute gehalten hat. Bei der Speisenweihe werden gefärbte Eier, Osterschinken, Brot, Salz, Meerretich und ein Osterlamm in der Kirche geweiht. Das Ei ist das wohl wichtigste Symbol des Osterfestes. Es gilt als Lebensträger. Es steht symbolisch für Jesus, der den Tod durchbrach, so wie ein Küken die Schale durchbricht.  Das Osterlamm stand bei dem jüdischen Passah-Fest als Opfertier im Mittelpunkt. Da es für uns geschlachtet wird, steht es sinnbildlich für Jesus. Nach dem Osterfrühstück werden die Schalen auf den Feldern und in den Gärten vergraben, um Segen und Fruchtbarkeit für die Ernte zu bringen.

Osterbäume

Im Chiemgau und Berchtesgadener Land wurden früher - und heute in teilweise abgewandelter Form - sogenannte Osterbäume aufgestellt. Diese Bäume gelten als Zeichen des Lebens und des Frühlings. Dazu wurde die Rinde entfernt. Stattdessen band man Büschel aus Buchsbaum an die Äste und verzierte sie mit zwölf Ostereiern. Diese zwölf stehen symbolisch für die zwölf Apostel. Früher war es Brauch, dass auf der Spitze ein Lamm oder Hase festgebunden war.

Georgiritt im Chiemgau:

In Traunstein gibt es jedes Jahr am Ostermontag den großen Georgiritt, an dem historische Reitergruppen aus dem Landkreis teilnehmen. Tausende von Besucher wohnen dem Spektakel bei und bewundern die vorbeiziehenden Pfeiferlbuben, Landsknechte und Reiter in ihren historischen oder traditionellen Gewändern. In den Kutschen fahren die Honoratioren der Stadt.

Ostermärkte

In allen Regionen finden an Ostern zahlreiche Märkte statt, auf denen selbstgemachte Marmeladen, Gebasteltes, Osterhasen und vieles mehr verkauft wird.

Chiemsee- Alpenland Tourismus/Tourismus Piding/nh

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