Fragen zu Corona-Maßnahmen

Wie bekomme ich ein Attest, das von der Maskenpflicht befreit? - Darauf ist zu achten

Wann und wie bekommt man ein Attest, das von der Maskenpflicht befreit?

Bayern - Mit Maskenmuffeln, skeptischen Beobachtern aus der Bevölkerung und Personen, die tatsächlich aus gesundheitlichen Gründen keine Maske tragen können, ergibt sich ein Schmelztiegel, der oft zu Streit, Frust und Unsicherheit führt.

Wann und wie bekommt man ein Attest, das von der Maskenpflicht befreit? Wie geht man mit einer Person um, die in der Öffentlichkeit keine Maske trägt? Und welche Verantwortung trägt man als Mitbürger oder Ladenbesitzer? All das sind Fragen, die viele Menschen derzeit beschäftigen.

Stand 23. Oktober 2020

Kann ich beim Arzt eine Befreiung von der Maskenpflicht erhalten? Welche Kriterien müssen vorliegen?

Nach Meldungen über Blanko-Atteste und den für viele verständlichen Unmut mancher Bürger wird bleibt die Frage, wie man denn an ein Attest kommt oft offen. Im Gespräch fallen verschiedene Vermutungen und schwammige Erinnerungen an etwas, das man mal in den Nachrichten gelesen hat. Definitive Antworten haben nur wenige und umso größer ist der Frust, wenn man man das gewünschte Attest nicht bekommt. Die letzte Entscheidung liegt hierbei aber immer beim behandelnden Arzt.

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Ein Attest kann ausgestellt werden wenn:

Ausnahme von der Maskenpflicht, auch ohne Attest: Zur Kommunikation mit Menschen mit Hörbehinderung oder zur Identifikation. Des weiteren werden Blanko-Atteste nicht als zulässig erachtet.

Der Bayerische Hausärzte Verband schreibt zum über Atteste zur Befreiung von der Maskenpflicht: „Grundsätzlich ist eine Befreiung aus gravierenden medizinischen Gründen möglich, aber sicherlich nur in absoluten Ausnahmefällen gerechtfertigt.“ Soweit so gut. Doch es folgt eine klare Einschränkung.

„Ein solches Attest ist nach Einschätzung des Bayerischen Hausärzteverbandes sehr eng und individuell zu fassen und kann sich nicht ausschließlich auf das Vorliegen einer chronischen Erkrankung beziehen - ganz im Gegenteil: hier sind in der Regel Schutzmaßnahmen explizit sinnvoll“, fährt der Verband fort. Damit soll klar werden, dass man mit chronischen Erkrankungen mitunter Gefahr läuft, einen schwereren Verlauf im Falle einer COVID-19 Erkrankung zu erleiden. Daher die Relativierung.

Das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege formuliert die Ausnahmeregelung folgendermaßen: „Eine Maske muss ausnahmsweise dann nicht getragen werden, wenn dies aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich oder unzumutbar ist.“ Mit einem Beispiel heißt es weiter: „Dies kann unter Umständen bei einem Asthmatiker der Fall sein.“ Für Asthmatiker ist das eine klare Erklärung.

Etwas weniger direkt folgt die allgemeine Festlegung: „Die Unzumutbarkeit aus gesundheitlichen Gründen ist jedoch glaubhaft zu machen. Dies kann durch eine (formlose) ärztliche Bestätigung erfolgen.“ Das klassische Attest per se ist also offenbar nicht zwingend nötig; wohl aber eine individuelle Bestätigung eines Arztes beziehungsweise eine anderweitige Bestätigung der speziell durch die Maske bescherten oder verstärkten Beschwerden. Eine individuelle Bescheinigung durch den behandelnden Arzt ist dabei offenbar die sicherste Variante.

mda

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