Sudelfeld: Legen BN und DAV Beschwerde ein?

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Bagger am Sudelfeld: Hier soll ein Speichersee für 250 Schneekanonen entstehen
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Bayrischzell - Mit einem Antrag auf Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung wollte der DAV einen Baustopp am Sudelfeld bis zur endgültigen juristischen Entscheidung erwirken - ohne Erfolg.

Wie CSU-Landtagsabgeordneter Klaus Stöttner am Mittwochnachmittag mitteilte, hat das Verwaltungsgericht in München den Antrag des Deutschen Alpenvereins (DAV) auf Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung nach § 80 Abs. 5 VwGO abgelehnt. Der Betreiber kann mit den Bauarbeiten am Sudelfeld somit fortfahren.

Die Entscheidung in der Hauptsache bleibt weiterhin aber abzuwarten. Wie berichtet hatte der DAV sowie der Bund Naturschutz gegen den Ausbau am Sudelfeld geklagt. Am Sudelfeld soll ein Speichersee für 250 Schneekanonen entstehen.

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Mit dieser ersten Entscheidung des Münchner Verwaltungsgerichts hofft Stöttner nun auf eine Entspannung und eine Beruhigung der aufgeheizten Diskussion. "Das Sudelfeld wird zu einem bezahlbaren Familienskigebiet, vor allem für die Rosenheimer Familien, weiterentwickelt", so Stöttner.

DAV und BN bedauern Entscheidung

„Wir bedauern die Entscheidung des Bayerischen Verwaltungsgerichtes, keinen Baustopp am Sudelfeld zu erlassen“ – so der Kommentar des Bund Naturschutz Bayern und des Deutschen Alpenvereins zur heutigen Entscheidung. Beide Verbände hatten Mitte Mai Klage gegen die Genehmigung des Ausbaus der Beschneiungsanlagen am Sudelfeld eingereicht. Bis zur Hauptverhandlung im Herbst diesen Jahres darf nun am Sudelfeld weiter gearbeitet werden.

In seiner Begründung stufte das Gericht das öffentliche Interesse am Pistenbetrieb und die damit verbundenen Arbeitsplätze höher ein als die Belange des Natur- und Landschaftsschutzes. Auch den beiden Verbänden ging es bei ihrer Klage nie um eine Zerstörung von Arbeitsplätzen, sondern um eine Weichenstellung hin zu einem nachhaltigeren Tourismus, mit dem die Gemeinden und Betriebe vor Ort langfristig gut überleben und im Wettbewerb bestehen können.

BN und DAV sind nach wie vor davon überzeugt, dass die Genehmigung des Ausbaus und die Förderung mit immensen Staatszuschüssen das falsche Signal ist. Politik und Tourismus verpassen hier die Chance, sich schon heute auf künftige touristische Anforderungen einzustellen. Angesichts des Klimawandels sollten die bayerischen Alpengemeinden nicht einseitig auf Pistentourismus setzen, sondern eine breite Palette an zukunftsfähigen touristischen Alternativen entwickeln. Dafür sind allerdings Ressourcen nötig, die durch den Ausbau von Skigebieten gebunden werden.

BN und DAV prüfen derzeit, ob gegen die Entscheidung Beschwerde eingelegt werden soll.

 

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Bauarbeiten am Sudelfeld

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