Gemeinsame Tradition zu Nikolaus

Die Bassn aus dem Berchtesgadener Talkessel

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Berchtesgaden - Sie laufen wieder - die Bassn aus dem Berchtesgadener Talkessel. Damit alles reibungslos funktioniert, steckt eine Menge Arbeit und Organisation dahinter. Über 40 Bassn sind bei uns aktiv:

Über 40 Bassn gibt es im Berchtesgadener Talkessel. Buttenmandl, Kramperl, Ganggerln und natürlich der Nikolaus und seine Engerl sind aus den Nikolaustagen nicht wegzudenken. Auch wenn der ein oder andere Auftritt immer mal wieder als "wilder Haufen" kritisiert wird, steckt doch jede Menge Arbeit, Koordination und Ordnung in der Tradition.

Die Ordnung der Bassen

"In den 30er und 40er Jahren fertigte Andreas Fendt vom Wiesenhäusllehen in Winkl eine Aufzeichnung über das Buttnmandllaufen in Loipl und Winkl an, um den Brauch, der im Landkreis zunehmend in Kritik geraten war, ins rechte Licht zu rücken.",  so heißt es in dem Buch 'Der Nikolaus und seine Buttnmandeln' von Martin Hallinger aus dem Plenk Verlag Berchtesgaden. In den Aufzeichnungen finden sich Regeln, an die sich die Bassn zu halten hatten, bzw. seit jeder traditionell halten:

  • Im November jeden Jahres treffen sich alle diejenigen, die beim Buttnmandln-Laufen teilnehmen. Aus diesen Reihen wird der Buttenmandlmeister gewählt
  • Der Buttenmandlmeister muss selber schon mindestens dreimal als Buttnmandl mitgelaufen sein, bevor er Meister werden darf. Er bestimmt wer der Nikolaus und seine Begleiter sind und ist verantwortlich für die Aufbewahrung der Buttnmandl- und Nikolausgegenstände
  • Die Zahl der Buttenmandl liegt in der Regel bei 12 sowie 1 bis 2 Kramperl und natürlich der Nikolaus und seine Begleiter. Wer sich bis 8 Tage vor der Veranstaltung nicht beim Buttenmandlmeister gemeldet hat, kann nicht mehr mitlaufen. Beteiligen dürfen sich nur Männer ab 16-18 Jahren aus der einheimischen Bevölkerung. Krampus kann nur jemand werden, der mindestens schon 3 mal Buttenmandl war
  • Am Veranstaltungstag müssen alle vor dem Laufen gemeinsam ein 'Vater unser beten' und werden anschließend mit Weihwasser besprengt. Wer bei diesem Ritual nicht anwesend ist, darf in dem Jahr nicht mitlaufen
  • Nach dem Gebet beginnt der Marsch der Truppe in einer vom Buttenmandlmeister festgelegten Reihenfolge. Der Nikolaus kommuniziert mit den Kindern und Eltern über gute und böse Taten aus dem vergangenen Jahr. Die Begleiter sind für das laute Glockengeläute sowie den ein oder anderen Rutenschlag zuständig, wenn jemand doch nicht ganz so brav war
  • Die Masken der Buttenmandl bestehen aus Stroh, angehängten Glocken und Ketten sowie einer Kopfmaske aus Tierfell mit Hörnern oder aus Holz. Der Krampus hat statt Stroh eine möglichst finstere Verkleidung sowie eine Weidenroute

Bildergalerie: Die Bassn aus dem Berchtesgadener Talkessel

Im Großen und Ganzen halten sich die Bassn  noch immer an diese Aufzeichnungen, allerdings geht es mittlerweile wesentlich demokratischer zu. Ein Buttenmandlmeister, der seine Aufgabe gut und gerne erledigt, muss nicht zwangsläufig jedes Jahr neu gewählt werden, sondern kann diese Aufgabe auch automatisch weiter erledigen, solange wie er möchte. Auch wird mittlerweile demokratisch in der ganzen Gruppe abgestimmt, wenn ein Posten zwei oder mehr Bewerber hat. Und auch sonst hat jede Bass noch die ein oder andere eigene Regel, die aber auch nicht immer verraten wird. Schließlich gehört zu jeder guten Tradition auch immer ein kleines Geheimnis!

Das Wichtigste dabei ist das gute Verhältnis untereinander und der Spaß an einer alten Tradition, die für die verantwortlichen Gruppen neben dem großen Spaß auch mit viel Müh, Arbeit und Einsatz verbunden ist.

Weitere Informationen über den Nikolaus und die Bassn finden Sie in dem Buch "Der Nikolaus und seine Buttenmandl" von Martin Hallinger oder "Der Heilige Nikolaus und seine Kramperln und Buttenmandl" von Willi Meilinger. Beide Bücher sind im Plenk Verlag erschienen.

Quelle: BGland24.de

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