Runder Tisch zur Sanierung der Kehlsteinwege

"Ein Kompromiss ist wichtiger als verbrannte Erde"

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Sanierung der Kehlsteinwege
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Berchtesgaden - Die Sanierung der Kehlsteinwege hat die Gemüter lange beschäftigt. Um alle Beteiligten zu Wort kommen zu lassen und eine gemeinsame Lösung zu erarbeiten wurden Gespräche am runden Tisch geführt. So sehen das die Verantwortlichen das Ergebnis:

Die Diskussion um die Sanierung der Kehlsteinwege ist beendet. Mit dem fünften runden Tisch haben die Beteiligten eine Lösung gefunden, der alle Verantwortlichen zustimmen. Notwendig wurde die Sanierung der Kehlsteinwege, da der Teer an einigen Stellen aufgebrochen ist und die Gefahr besteht, dass krebserregende Giftstoffe an die Oberfläche gelangen könnten. 

Bei Regen besteht die Gefahr, dass die Giftstoffe durch den aufgebrochenen Teer an die Oberfläche gelangen, in den Straßenunterbau versickern und damit auch in das Grund- und Oberflächenwasser gelangen.

Feedback von Landrat Georg Grabner

"Ich bin froh, dass wir damals gesagt haben, dass klären wir auf einem gemeinsamen Weg", so eröffnet Landrat Georg Grabner das Pressegespräch zu dem abschließenden runden Tisch hinsichtlich der Sanierung der Kehlsteinwege. 

Und ergänzt: "Ich möchte betonen, dass die bayerischen Staatsforsten der Büergerinitiative sehr weit entgegen gekommen sind und ich es als viel wichtiger ansehe, einen Kompromiss zu finden, als verbrannte Erde zu hinterlassen. Die runden Tische waren sehr anstrengend und zeitraubend, aber sie haben zu einem guten Ergebnis geführt und wir haben eine gute Lösung gefunden. Jetzt geht es darum, dass alles umzusetzen".

Feedback von Martin Neumeyer

Auch Martin Neumeyer, der Vorsitzende der Bayerischen Staatsforsten, sieht das Ergebnis als durchaus positiv: "Wir haben fast zwei Jahre am runden Tisch zusammen gesessen und ich teile die Meinung des Landrats, dass es gescheiter ist miteinander zu reden und Kompromisse auszuloten, statt etwas auf Biegen und Brechen durchzusetzen. Es hat sich gelohnt der Bitte des Landrats nachzukommen und sich an einen runden Tisch zu setzen."

Feedback von Dr. Wimmer

Auch Dr. Wimmer von der Bürgerinitiative ist zufrieden: "Das Ergebnis ist für uns ein durchaus positiver Kompromiss, denn es bleiben alle Stützbauwerke erhalten. Ich habe derzeit noch gewisse Sorgen, wie das ganze umgesetzt wird, denn es gibt einige kritische Situationen, bei denen uns zum Beispiel das Wasserwirtschaftsamt in technischen Fragen unterstützen wird. 

Wichtig ist, dass nicht nur die Stützbauwerke erhalten werden, sondern auch diverse Streckenabschnitte wasserundurchlässig gestaltet werde, um die Sicherheit der Stützbauwerke zu erhöhen. Wichtig für uns ist, dass wir auch zukünftig mit der engen Kommunikation weitermachen und nicht damit aufhören. Ebenfalls positiv ist, dass wir uns bei der Mindestbreite der Wege auf 3m geeinigt haben und sie weiterhin als Gehwege genutzt werden können. 

Diesbezüglich möchten wir der Bayerischen Staatsregierung unseren herzlichen Dank aussprechen, dass sie zugesagt haben, diese dementsprechend zu pflegen und zu unterhalten. Das wir zu diesem Ergebnis und diesem Kompromiss gekommen sind, war für uns nicht wirklich selbstverständlich und wir sind wirklich sehr froh, dass wir all die Bauwerke erhalten können.

Feedback von Klaus Gerlach (Bürgerinitiative)

Ich sehe das Ergebnis als nicht so positiv, im Gegenteil ich empfinde es eher als enttäuschend. Einerseits aufgrund der Wegbreite und andererseits, dass sie als Fahrwege genutzt werden dürfen, wenn auch nur sporadisch. Eine letzte Chance die Wege doch noch in ihrer Ursprünglichkeit zu erhalten, sehe ich jetzt nur n och in der Ausschusssitzung mit der Hoffnung, dass die Wege unter Denkmalschutz gestellt werden.

Feedback von Bürgermeister Franz Rasp

"Für uns ist es sehr wichtig, dass die Grundwasserversorgung nicht in Mitleidenschaft gezogen wird. Ich freue mich sehr, dass wir durch intensives Nachdenken die Eingriffe minimieren können und die Ingenieursbauwerke erhalten bleiben. Wir haben mit der Kehlsteinstraße bereits eine denkmalgeschützte Straße und es ist gut, dass die Wege so erhalten und gepflegt werden, denn diese dienen nicht nur als Wanderwege, sondern auch als Rettungswege, die von der Bergwacht häufig genutzt werden.

Dafür möchte ich mich auch nochmal ganz herzlich bedanken. Was die LKW-Fahrten angeht, sind das cica 31.000 Tonnen, die abtransportiert werden müssen. Das ist eine ganze Menge, also circa 20 LKW pro Tag. Was den LKW Verkehr auf der Bundesstrasse bis zum Bahnhof angeht, ist das eine Erhöhung von circa 5% im Vergleich zum jetzigen Zeitpunkt. Das ist sicherlich eine Mehrbelastung aber sie hält sich definitiv in Grenzen. 

Abschließendes Feedback von Georg Grabner

Landrat Grabner betonte zum Abschluss noch, dass hinsichtlich des Einwandes von Klaus Gerlach keine Möglichkeit bestünde, die Wege unter Denkmalschutz zu stellen: "Man muss aufpassen, dass man mit so einer Einschätzung keine ewig gestrigen auf den Berg lockt", so Grabner. Und ergänzt: "Dafür hat gottseidank die Dokumentation auch schon gesorgt. Außerdem ist es wichtig, dass der Teer beseitigt wird, denn es gibt keinen Zweifel, dass die giftige Stoffe enthalten sindund wir müssen auch an die Zukunft denken".

Landrat schloss die Sitzung mit dem Hinweis: "Wir haben viel erreicht, Kompromiss heißt immer, dass nur eine Seite Recht bekommt, aber es kann jeder mit dem Ergebnis zufrieden sein."

Ein paar Daten

Generell wird für die Entfernung, Entsorgung und Widerherrichtung für die Kehlsteinwege zwischen 4-5 Millionen Euro gerechnet. Die Bauzeit wird circa 20-26 Wochen betragen. Wann welche Wege aufgrund der Baumaßnahmen gesperrt werden, wird rechtzeitig über die Medien bekanntgegeben.

Quelle: BGland24.de

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