Bischofswieserin (50) am Kehlstein in den Tod gerissen

Tödlicher Lawinenunfall durch Verkettung unglücklicher Umstände

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Berchtesgaden - Ein tragisches Lawinenunglück hat sich am Sonntagmittag am Kehlstein ereignet. Dabei kam eine 50-jährige Bischofswieserin ums Leben. Nun hat die Polizei ihren Bericht zur Ursache des Unfalls vorgelegt:

Update, 15.15 Uhr: Pressemeldung der Polizei

Am Montagvormittag stiegen zwei Polizeibergführer der Polizeiinspektion Berchtesgaden und ein Spezialist von der Lawinenwarnzentrale Bayern zum Kehlstein auf, um im Rahmen einer Geländebesichtigung die Unfallursache für den tragischen Lawinenunfall von gestern zu ermitteln.

Es konnte dabei zweifelsfrei festgestellt werden, dass die Skitourengeherin die Lawine nicht selbst ausgelöst hat, ebenso ist auszuschließen, dass eine Gruppe vorausgehender Skialpinisten die Ursache für den Abgang der Schneemassen war.

Aufgrund der Topographie des Geländes und des Schneedeckenaufbaues handelte es sich um eine Lockerschnee- beziehungsweise auch Schneebrettlawine, die sich weit oberhalb der Bergsteigerin von selbst gelöst haben muss. Grund dafür war der nicht unbedeutende Neuschnee, der unter starkem Windeinfluss gefallen ist. Das extrem steile Gelände transportierte hier die Schneemassen nach unten und erfasste die genau an dieser Stelle im steilen Hang querende Skibergsteigerin.

In Summe darf festgestellt werden, dass das Gefahrenmoment hier nur sehr schwer erkennbar war und sich der Unfall aufgrund einer Verkettung unglücklicher Umstände zugetragen hat.

Pressemeldung Polizeiinspektion Berchtesgaden

Die Erstmeldung, 8.05 Uhr:

Das versuchen nun ein Bergführer der Berchtesgadener Polizei in Zusammenarbeit mit dem ehrenamtlichen Lawinenwarndienst Bayern zu ermitteln. Fest steht bisher offenbar nur, dass die Ausrüstung der Tourengeherin anscheinend "up to date" war. Sie hatte laut Bayerischem Roten Kreuz (BRK) ein sendendes Verschüttetensuchgerät (LVS) dabei, als sie gegen 12.40 Uhr in einer steilen Rinne von einer Lawine mitgerissen worden war. Daraufhin stürzte die Frau rund 150 Meter durch steiles, felsdurchsetztes Gelände ab.

Tödliches Lawinenunglück am Kehlstein

Auch die Rettungskette scheint nahezu reibungslos funktioniert zu haben. So wurde der Unfall von vorausgehenden Bergsteigern, darunter ein Bergretter aus der Ramsau, beobachtet. Nach einem sofortigen Notruf versuchten die anderen Bergsteiger sofort, die Verschüttete zu finden. Der inzwischen alarmierte Hubschrauber "Christoph 14" flog nahezu zeitgleich die Nordost-Seite des Berges ab, konnte aber wegen der tiefhängenden Wolken nicht höher als auf 1.600 Meter aufsteigen, hieß es seitens des BRK weiter.

Deswegen mussten zwei Suchmannschaften sich letztlich zu Fuß zur Verunglückten vorarbeiten. Gegen 13.30 Uhr trafen die ersten Retter bei der Frau ein und begannen sofort mit Wiederbelebungsmaßnahmen - leider vergeblich, die Frau war bereits tot.

"Eine Querung, die bekanntermaßen heikel ist!"

"Die Frau war mit Skiern Richtung Kehlstein unterwegs, als sie kurz vor der Wendeplatte bei einer Querung, die bekannt heikel ist, durch einen Schneerutsch mitgerissen worden ist und anschließend abstürzte", sagte Polizeibergführer Jörg Fegg von der Polizei Berchtesgaden in einer ersten Stellungnahme bezüglich der möglichen Unfallursache.

Frau (50) stürzt bei Lawine am Kehlstein ab - tot

Zudem scheint die Lawine auch nicht von der Tourengeherin ausgelöst worden zu sein. Dies erklärte Fegg im Gespräch mit BGLand24.de: "Wir können es zwar noch nicht genau sagen, aber es schaut derzeit danach aus, dass es ein Schneerutsch war, der nicht durch die Beteiligte ausgelöst wurde." An dieser Stelle habe es bereits in der Vergangenheit den einen oder anderen tödlichen Unfall gegeben, so der Bergführer weiter, der einräumte, dass es am Sonntag auch andere Bergsteiger treffen hätte können, die die Unglücksstelle bereits passiert hatten: "Die Frau war wohl einfach zur falschen Zeit am falschen Ort!" Die Ermittlungen dauern an.

mw

Quelle: BGland24.de

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