Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Nachgefragt bei den Landratsämtern und Kreisbrandräten

Wieder Unwettergefahr: Ist unsere Region vorbereitet auf ein neues Hochwasser?

Unwetter in Bayern
+
Ein Bild, das um die Welt ging. Der Landkreis Berchtesgadener Land hatte nach starkem Regen wegen Hochwassers den Katastrophenfall ausgerufen.

Ab Samstag (24. Juli) kann es lokal wieder zu kräftigen Gewittern kommen. Nach den verheerenden Überschwemmungen am vorherigen Wochenende hat rosenheim24.de in den Landkreisen Mühldorf, Altötting, Traunstein, BGL und Rosenheim nachgefragt, ob mit einem Hochwasser gerechnet wird und wie sich die Kreise darauf vorbereiten:

Region - Die Wettervorhersage des DWD meldet für das Wochenende ab Samstag Potenzial zu lokal auftretenden, teils kräftigen Gewittern mit Sturmböen. Gerade an den Alpen soll das schlechte Wetter auch noch nächste Woche weitergehen. Und dies nur eine Woche später nach dem verheerenden Hochwasser, das vor allem das Berchtesgadener Land und den Kreis Traunstein traf. Doch wie ist die Region auf ein erneutes Hochwasser vorbereitet? 

Kreis Berchtesgadener Land 

„Die Feuerwehren bereiten sich grundsätzlich nach jedem Einsatz auf den nächsten vor. ´Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft` ist hier das Stichwort“, stellt Josef Kaltner, Kreisbrandrat des Berchtesgadener Landes, klar. Im Falle eines erneuten Hochwassers, gebe es auch eine eindeutige Maßnahmenkette, so Kaltner: „Die Mitglieder der Kreisbrandinspektion beobachten die Wetterentwicklung und das Einsatzaufkommen. So kann rechtzeitig in den Krisenmodus umgeschaltet werden.“

Auch interessant: Feuerwehrmann dokumentiert Einsatznacht in Schönau: „Verzweiflung war den Anwohnern ins Gesicht geschrieben“

Landkreis Mühldorf

Die Flusspegel im Kreis Mühldorf sind nach wie vor erhöht, deswegen sei man auch immer noch in Alarmbereitschaft, so Julia Parstorfer, Pressesprecherin des Landratsamts Mühldorf: „Die Katastrophenschutzeinheiten des Landkreises haben nach wie vor sämtliche Maschinen und Ausrüstungen für einen spontan notwendigen Einsatz bereitgestellt.“ Konkrete Sicherheitsmaßnahmen werden derzeit nicht eingeleitet, Hochwassermaterial, Sandsäcke und Pumpen seien jedoch einsatzbereit.

Auch interessant: Mit Kajak und Schlauchboot in die reißenden Fluten des Inns: „Da fehlt uns jedes Verständnis“

Im Kreis gibt es derzeit zwei neuralgische Punkte: Kraiburg am Inn und Gars am Inn. „ Kraiburg wird bei Hochwasser von einem Damm geschützt. Dort sind aktuell noch zusätzlich Hochwasserschutzwände aufgebaut“, so Parstorfer. Ob die beiden Orte wieder betroffen sein könnten, komme darauf an, wo die Unwetter auftreten und ob sich diese auf den Pegel des Inns auswirken. Die Dämme selbst, seien jedoch laut dem Landratsamt sicher.

Landkreis Rosenheim

Der Landkreis Rosenheim kam am letzten Wochenende noch einmal glimpflich davon. Auch jetzt gibt Michael Fischer, Pressesprecher des Landratsamts Rosenheim, vorerst Entwarnung: derzeit gebe es weder eine Warnung noch eine Vorwarnung für größere Unwetter im Kreis. Dementsprechend würden auch keine besonderen Vorbereitungen zum Schutz vor einem Hochwasser laufen. Das hieße aber nicht, dass man sich nicht bespreche: „Jedes Wochenende ist immer jemand aus dem Bereich öffentliche Sicherheit und Ordnung im Landratsamt erreichbar. Das ist Normalzustand. Auch am letzten Wochenende hat man sich besprochen, aber die Prognosen waren so, dass keine Maßnahmen notwendig waren“. 

Landkreis Alötting

Auch wenn am vergangenen Wochenende die Wasserpegel der Flüsse gestiegen waren, Feuerwehreinsätze gab es im Kreis Altötting nicht. Dass keine größeren Bereiche betroffen waren, bestätigt Kreisbrandrat Franz Haringer. Gerüstet seien die Feuerwehren dennoch im Falle eines (eher unwahrscheinlichen) Hochwassers: „Für die verschiedenen Lagen, Hochwasser – Starkregen – Überschwemmungen, gibt es vorbereitete Konzepte, die zu gegebener Zeit angefordert werden“, so Haringer.

Landkreis Traunstein

Im Kreis Traunstein waren es vor allem einzelne Starkregenzellen, die zu den Überschwemmungen am Wochenende führten. Derzeit gebe es zwar keine Warnung für den Kreis, doch die Wettersituation werde genau beobachtet, so Mathias Heinrichs, Referent des Landrats. „Das Landratsamt Traunstein befindet sich dazu generell im Austausch mit dem DWD und dem Hochwassernachrichtendienst Bayern (HND), nachdem der Landkreis durch seine Lage am Rand der Alpenkette in besonderem Maße darauf angewiesen ist, kurzfristig auf Hochwasser- oder auch andere Unwetterereignisse reagieren zu können, so Heinrichs weiter. Die „Führungsgruppe Katastrophenschutz“ des Landkreises als auch die Blaulichtorganisationen sind somit jederzeit kurzfristig einsatzbereit. Im Landratsamt selbst stünden dazu dauerhaft entsprechende Räumlichkeiten für den Katastrophenschutz zur Verfügung.

Auch interessant: Schlimmeres verhindert: Trotzdem Evakuierung, vollgelaufene Keller und vernichtete Wege

Was kann die Bevölkerung tun?

Unwetterwarnungen kommen in der Regel vom Deutschen Wetterdienst. Auch die integrierte Leitstelle in Traunstein setzt die Meldekette in Gang, indem sie die jeweiligen Ämter oder Hilfs- und Rettungsorganisationen aufgrund der DWD-Warnungen und Vorhersagen des Hochwassernachrichtendienstes informiert, wie Parstorfer erklärt. Warnungen der Wetterdienste solle man ernst nehmen, so auch Kaltner.

Bei Starkregen oder Überschwemmungen sei schließlich die wichtigste Vorsichtsmaßnahme: „Keine tieferliegenden Bereiche wie Keller, Tiefgaragen, usw.“ aufsuchen. „Auch sollte man sich von übergetretenen Ufern fernhalten, sowie überflutete Brücken, Straßen und gesperrte Wege nicht betreten. Hierbei besteht Lebensgefahr“, so Parstorfer weiter.

ce

Kommentare