Was kostet der schneereiche Winter im Berchtesgadener Land?

Von "sechsstellig" bis "nicht mehr als sonst" ist alles dabei

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Landkreis - Mehr als zwei Wochen lang hat es im Berchtesgadener Land im Januar fast durchgehend geschneit. Die Gemeinden, vor allem im inneren Landkreis und in Neukirchen, kämpften mit den Schneemassen. Die Schäden, die diese angerichtet haben, werden langsam sichtbar.

Eingedrückte Zäune, umgeschnittene Bäume, beschädigte Hecken, die Liste der Schäden, die der Winter verursacht hat ist lang. Zumindest im inneren Landkreis Berchtesgadener Land und in Neukirchen hat der Schnee einiges angerichtet.

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"Es war ein extremer Winter, der weitaus größere Schäden hinterlassen hat als in den Vorjahren", bringt es Marktschellenbergs Geschäftsleiter Michael Ernst auf den Punkt.

Er rechnet noch mit einem vielfachen Aufwand für die Gemeinde bis alle Schäden beseitigt sind. "Noch sind wir dabei, die Schäden nach und nach aufzunehmen", so Ernst. Vor allem die Almbachklamm hat es wieder stark getroffen. "Dort scheint es sehr große Schäden an Seilen, Geländern und Wegen zu geben", weiß der Geschäftsleiter bereits. Eine genaue Summe, was der schneereiche Winter Marktschellenberg kostet, nennt er noch nicht.

"Ich schätze mindestens das doppelte als sonst an Winterdienstkosten, wahrscheinlich ein sechsstelliger Betrag."

300 Tonnen Streusalz mehr

So konkret hat Rupert Walch, der Geschäftsleiter der Gemeinde Bischofswiesen die Kosten noch nicht ermittelt. Aber eins weiß er schon: "Wir haben heuer statt 600 Tonnen Streusalz, 900 Tonnen gebraucht." In Bischofswiesen haben auch Hecken und Zäune gelitten, teilweise wurden Verteilerkästen beschädigt. "Die Schäden sind hauptsächlich beim Fräsen und Wegräumen entstanden, das mussten wir heuer so oft wie noch nie", ist sich Walch sicher. Tatsächlich wird der Winterdienst für die Gemeinde frühestens Anfang April abgeschlossen sein, dann könne man das ganze Ausmaß beziffern.

900 statt 600 Tonnen Salz hat die Gemeinde Bischofswiesen gebraucht.

Genauso sind die Angaben aus Berchtesgaden und Schönau am Königssee: "Der Winter ist noch nicht vorbei." In vier bis sechs Wochen könne man langsam beginnen die Kosten zu ermitteln. Das ist zwar auch in Bayerisch Gmain der Fall, aber Kämmerin Monika Hoffmann ist sich sicher, dass der Winter die Gemeinde auf alle Fälle teurer kommt als in den vergangenen Jahren. "Wir haben doch ein paar Mal Schnee wegfahren müssen", so die Begründung. Schäden seien auch in Bayerisch Gmain vorhanden, allerdings sei "das komplette Ausmaß noch nicht zu sehen".

"Das Schneechaos zeigt schon Spuren"

In Schneizlreuth rechnet die Gemeinde nicht mit deutlichen Mehrkosten. Es hätten ein paar Bäume herausgeschnitten werden müssen, ansonsten sei alles im normalen Rahmen. So auch in der Gemeinde Piding. Einzig Frostaufbrüche würden sich erst in den kommenden Wochen zeigen, erwartet Bürgermeister Hannes Holzner.

In Anger war der Winterdienst in diesem Winter mehr gefordert als in den vergangenen Jahren. Dementsprechend rechnet Kämmerer Michael Schießl auch mit höheren Kosten. "Das Schneechaos zeigt schon Spuren", spricht er die Schäden an Straßenrändern an, die langsam sichtbar werden. "Vor allem viel Infrastruktur wie Randsteine, Parkplätze und Sträucher ist in Teisendorf betroffen", berichtet Bauamtsleiter Theo Steinbach. Die Gemeinde sei gerade beim Abrechnen, habe aber bereits im Februar beschlossen, im Haushalt 100.000 Euro für den Winterdienst zu veranschlagen.

Das müssen die Gemeinden Ainring und Saaldorf-Surheim sowie die Stadt Freilassing nicht. "Es war ein ganz normaler Winter", so der Tenor. Ainrings Bürgermeister Hans Eschlberger fügt hinzu: "Alles im erträglichen Rahmen." Hätte es in Laufen auch geheißen, wäre da nicht ein Streufahrzeug aufgrund eines technischen Defekts umgestürzt. "Das Fahrzeug haben wir geopfert", schmunzelt der Leiter des Bauhofes, Thomas Streitwieser. "Es waren zwar im Januar ein paar anstrengende Tage ansonsten aber ein normaler Winter."

cz

Quelle: BGland24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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