Offener Brief des Verkehrsforums Berchtesgadener Land

Elektrifizierung der Strecke Mühldorf/Freilassing seit 83 Jahren auf Eis

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Berchtesgadener Land - Seit 83 Jahren ist die Bahntrasse zwischen Mühldorf und Freilassing nicht elektrifiziert. 

„Elektromobilität“ auf der Schiene verbindet seit 110 Jahren das Berchtesgadener Land und Salzburg. Damals war die Mobilität der heutigen um Jahre voraus. Verkehrsinitiativen entstehen dort, wo die offizielle Verkehrsplanung nichts weiterbringt. 

Das gilt nicht nur für Salzburg, sondern auch für das angrenzende Bayern.Ähnlich, wie im Salzburger Verein „Die Rote Elektrische“, ist im Berchtesgadener Land das Verkehrsforum Berchtesgadener Land seit Jahren aktiv. Der Tod des langjährigen ersten Vorsitzenden Michael Behringer hat eine schwer zu füllende Lücke hinterlassen. In der jüngsten Hauptversammlung, in Bad Reichenhall, konnte diese mit dem neuen ersten Vorsitzenden Dr. Karl Bösenecker, einem pensionierten Amtsrichter, geschlossen werden.

Projekt seit 83 Jahren auf dem Abstellgleis

Zu dieser Hauptversammlung konnte der bekannte und renommierte Verkehrsmanager und früherer Direktor von den Salzburger Lokalbahnen und der Berchtesgadener Land Bahn Gunter Mackinger als Gastreferent zum Thema „Zukunft des Schienenverkehrs im Berchtesgadener Land“ gewonnen werden. 

Er wies darauf hin, dass die elektrischen Bahnen rund um den Untersberg bereits vor über 100 Jahren für ganz Europa richtungs- weisend waren. „Elektromobilität“ war bereits damals tagtäglich gelebte Realität. Umso unverständlicher ist es, dass die Elektrifizierung der eingleisigen Hauptbahn-Strecke Mühldorf/Inn nach Freilassing seit 83 (dreiundachtzig) Jahren immer noch auf die Realisierung wartet. Auch der Betrieb der BLB Berchtesgadener Land Bahn durch die Salzburger Lokalbahnen dürfte ab 2021 Geschichte sein. Es gibt keinerlei Anzeichen darauf, dass die Salzburger Lokalbahnen, beziehungsweise Salzburg AG, irgendein Interesse am Schienennahverkehr im Berchtesgadener Land hat.

Bei seiner Amtseinführung hat der neue erste Vorsitzende des Verkehrsforums Berchtesgadener Land Dr. Bösenecker bereits Briefe verlesen, die nun an den deutschen Verkehrsminister und an die Bayerische Politik geschickt wurden. Darin geht es um die Ausbaustrecke ABS 38 Mühldorf/Inn - Freilassing und um den grenzüberschreitenden SPNV Schienen-Personen-Nahverkehr Richtung Salzburg.

Grenzüberschreitende Zusammenarbeit ist unerlässlich! 

Die Zusammenarbeit des Verkehrsforums Berchtesgadener Land mit den österreichischen Verkehrsinitiativen, wie „Die Rote Elektrische“ und „Lebensraum Mattigtal“ wird ein zentrales Anliegen in der gemeinsamen Vereinstätigkeit sein. Diese Zusammenarbeit könnte ein Vorbild und Unterstützung für die Politik in Salzburg, Bayern und Oberösterreich sein.

Der Verein „Die Rote Elektrische“ hat bereits der Salzburger Verkehrslan desrätin Dr. Brigitta Pallauf vorgeschlagen, einen regelmäßig tagenden grenzüberschreitenden Lenkungskreis ins Leben zu rufen, in dem die Politik vierteljährlich die Zukunft des auszubauenden Nahverkehrs im Zentralraum Salzburg, mit angrenzendem Bayern und Oberösterreich, bespricht und vorbereitet, beziehungsweise, bis zur Entscheidungsreife und zur Realisierung führt. 

Die Herkunft der „Elektromobilität“ auf der Schiene zeigt, dass sie das Vorbild für die Zukunft ist! Es muss nur mehr umgesetzt werden!

Auch Politik fordert Ausbau der Strecke

Insgesamt acht Millionen Euro fordert der Mühldorfer Landtagsabgeordnete Günther Knoblauch für die Taktverbesserung im Freistaat. Gut Zweieinhalb Millionen Euro davon würden als Gleisbenutzungsgebühren fällig werden. Ginge es nach ihm, kämen die Gelde insbesondere der Taktverbesserung der Strecke zwischen Mühldorf und Freilassing zugute. 

Laut Knoblauch gelte die Ausbaustrecke 38 als eine der wichtigsten und zukunftsträchtigsten Eisenbahnstrecken Bayerns und damit als sehr dringliches Projekt. Der Abschnitt zwischen Mühldorf und Freilassing werde dabei allerdigns sehr stiefmütterlich behandelt.

Im Haushaltsausschuss hat die CSU-Mehrheit den Antrag jedoch abgelehnt. Jetzt hofft der Mühldorfer Abgeordnete Knoblauch, dass bei den derzeit laufenden Verhandlungen zwischen BEG und SOB eine deutliche Verbesserung des Taktes erfolgt.

"Von einem Stundentakt profitieren nicht nur Arbeitnehmer, die Richtung Chemiedreieck pendeln, sondern auch die dort ansässige Wirtschaft. Das Schienenangebot muss attraktiv sein mit angemessenen und nutzerfreundlichen Takten", erklärt der Haushaltspolitiker.

kil/Pressemitteilung des Verkehrsforums Berchtesgadener Land

Quelle: BGland24.de

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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